Die letzten Tage der DDR
von Bodo Bodenstein

Die Mauer ist offen! War es nur ein Versprecher von Schabowski oder die letzte Verzweiflungstat des Politbüros? Jedenfalls befeuerte sein Satz auf der Pressekonferenz, dass die „Ausreise ohne Vorbedingungen möglich“ sei, vielfältige Spekulationen im Westfernsehen. Die 20-Uhr-Tagesschau machte Nägel mit Köpfen und behauptete einfach: „Ostberlin öffnet die Grenze!“

Hunderte, ja Tausende Ostberliner machten sich am Abend des 9. November 1989 auf den Weg zu den Grenzübergangsstellen, beriefen sich auf Schabowski und erzwangen mit ihrer Übermacht die Öffnung der Übergänge, was eigentlich als bürokratischer Vorgang mit Antrag-Genehmigung-Visum usw. vorgesehen war. Jubelnd und schluchzend lagen sich Ost- und West-Berliner in den Armen, nach 28 Jahren der Trennung! Der Sender Freies Berlin (SFB) spricht von einem „denkwürdigen Tag“ und AFN, der amerikanische Soldatensender, konstatiert: „East Germany has opened the door to the West!“

„Wahnsinn!“ wird zum Wort des Tages und der nächsten Wochen.



Ohne den sowjetischen Staatschef Gorbatschow wäre dies alles nicht möglich gewesen. Im Frühjahr 1989 öffnete Ungarn den Eisernen Vorhang nach Österreich. Die Grenzanlagen waren sowieso marode und die Sanierung zu teuer. So startete die neue ungarische Regierung einen „Testballon“ gegenüber Moskau.

Schon im September gab es 6000 DDR-Flüchtlinge, die über Ungarn in den Westen wollten. Am 19. August werden einige DDR-Bürger über die Grüne Grenze nach Österreich gelassen. Ein Europäisches Haus, wie Gorbatschow es beschrieb, vertrüge keinen Stacheldraht, argumentierten die Ungarn. Drei Wochen später wurde die ungarische Grenze offiziell freigegeben.

Über diese Geschehnisse gab es große Kampagnen in den Westmedien, die außer in Dresden, überall in der DDR empfangen werden konnten. In Leipzig und Berlin bildeten sich spontane Proteste gegen die Regierung, die aber von den Sicherheitsorganen unterdrückt wurden. Es gab Festnahmen und eine Berichterstattung wurde unterbunden.

Die Evangelische Kirche in der DDR beschloß auf ihrer Synode, zur gespannten Lage im Land Stellung zu nehmen: „Hier stehen wir und können nicht anders!“ Mit diesen Luther-Worten setzte sie sich für Reformen ein. Das „Neue Deutschland“, die SED-Parteizeitung, bemerkte dazu: Mit diesem Aufruf würde die DDR sturmreif geschossen für eine Wiedervereinigung!



Ungarn erreichen täglich Hunderte von Flüchtlingen! Mit Bussen und in ihren privaten PKWs werden sie später in Österreich empfangen. Die Prager und Warschauer BRD-Botschaft sind auch voll von Flüchtlingen. Die nervliche und hygienische Situation dort ist unter aller Würde. In einem „humanitären Akt“ entlässt der DDR-Staat 3000 Menschen aus seinem Land – sie werden offiziell ausgewiesen.

Am Abend des 30. Septembers 1989 kommt Bundesaußenminister Genscher gar nicht zum Schluss seiner berühmten Prager „Balkon-Erklärung“: Er will sagen, dass die Leute ausreisen dürfen; noch bevor die letzten Worte gesprochen sind, fallen ihm die Menschen mit einem vielstimmigen „Hurra!“ ins Wort. Die ZDF-heute-Sendung besteht nur noch aus DDR-Konferenzschaltungen und auch das übrige Westfernsehen bringt nur noch DDR-Sondersendungen, den Genscher-Auftritt in Endlosschleife abspielend.

Die Züge mit den Prager Botschafts-Flüchtlingen werden über DDR-Gebiet gen Westen geleitet – keine gute Idee: Am Dresdner Hauptbahnhof kommt es zu schweren Krawallen – steinewerfenden Demonstranten, die auch gerne mitfahren wollen, stellt sich die Polizei entgegen!

Im vogtländischen Plauen ist am 7. Oktober 1989 die ganze Stadt auf den Beinen, um für Reformen zu demonstrieren. Am Tag danach entspannt sich die Lage in Dresden: Ein Geistlicher aus der „Gruppe der 20“, verhandelt mit der Polizei und es wird die Losung herausgegeben: „Keine Gewalt!“



Unter diesen Umständen wird der 40. Jahrestag der DDR feierlich begangen – wie üblich mit FDJ-Fackelzug und einer Parade am Politbüro vorbei. Michail Gorbatschow ist als Gast anwesend. Doch wer laut „Gorbi!“ ruft, ist schon verdächtig. Das Politbüro stellt Mutmaßungen über Konterrevolution an. Ein Kollege von mir weiß schon Genaueres und meint: „Provokationen werden erwartet!“

Die Leipziger Bürger lassen sich am Montag, dem 9. Oktober 1989, zwei Tage nach dem Republikgeburtstag, nicht einschüchtern: Nach einem Gebet in der überfüllten Nikolaikirche, die schon in den Wochen zuvor Stätte von Friedensgebeten war, deren Teilnehmerzahl von Woche zu Woche wuchs, laufen 70.000 DDR-Bürger durch die abendliche Innenstadt und rufen laut „Wir sind das Volk!“ Das Volk, das nicht mehr eingesperrt sein wollte!

Viele Jugendliche, die am Marsch auf dem Leipziger Ring teilnehmen wollen, verabschieden sich von ihren Eltern, als ginge es, in einen Krieg zu ziehen. Die zahlreich in den Seitenstraßen zusammengezogenen Sicherheitskräfte sind wie paralysiert, denn sie gehören ja auch zum Volk. Man konnte gegen Störenfriede und Randalierer vorgehen, aber nicht gegen friedliche Bürger, wie sie es selbst waren. Der Leipziger Star-Dirigent Kurt Masur spricht im Radio und ruft dazu auf: „Keine Gewalt!“



Von dieser abendlichen Großdemonstration in Leipzig sind schon nach wenigen Stunden Videobilder in den Nachrichten zu sehen; natürlich nicht im DDR-Fernsehen! Ein West-Journalist machte die unheimlich wirkenden Aufnahmen von einem Hochaus am Ring. Noch nie zuvor sind in der DDR so viele Menschen in der Dunkelheit der Nacht zusammengekommen.

Die Video-Kassette wurde von einem bundesdeutschen Diplomaten noch am gleichen Abend nach Westberlin geschmuggelt – am Körper und an der DDR-Grenzpolizei vorbei!

Die Bilder verfehlen ihre Wirkung nicht: Eine Woche später sind es schon 120.000 Menschen, viele davon aus dem Umland, die in Leipzig am Montagabend „Gorbi! Gorbi!“ rufen. Da hilft es auch nicht mehr viel, dass die DDR-Medien langsam flexibler werden und aus ihrer Parteistarre erwachen und das Politbüro von „Erneuerungen“ spricht.

Erich Honecker, Generalsekretär der SED und Staatsratsvorsitzender, wird aus dem Amt gedrängt. Offiziell werden gesundheitliche Gründe verlautbart. Egon Krenz, der „Kronprinz“, wird neuer Staatschef und das Westfernsehen verkündet sogleich „Honeckers Sturz!“



Aber den DDR-Bürgern war dieser Krenz noch nie sympathisch und wiederum eine Woche später demonstrieren 150.000 Leipziger montags für eine Wende in der Politik. Das ZDF verdoppelt einfach schnell mal die Zahl auf 300.000 – das klingt doch viel besser!

Es geht das Gerücht um, dass die Politbüro-Bonzensiedlung Wandlitz ein Ferienheim werden soll – doch wer will dort schon Ferien machen? Die Leute wollen nach Westberlin, nach Köln, nach München, nach Paris, nach Spanien, nach Amerika – in die große weite Welt! Selbst das russische Sibirien war für einen Ostberliner bisher eher erreichbar, als der 2 km entfernte Kurfürstendamm – ein unmöglicher Zustand!

Schwerin und andere Städte schließen sich den Leipziger Montagsdemos an. Karl Eduard von Schnitzler, der Chef-Ideologe des DDR-Fernsehens, spricht seinen letzten „Schwarzen Kanal“. Niemand will ihn mehr haben: Er kann nur Hass auf den Westen bieten.

Auch Egon Krenz versucht im Ostfernsehen sein Bestes, wohl noch darauf vertrauend, dass alles seinen sozialistischen Gang gehe. Die Ostnachrichtensendun-gen werden bunter und interessanter – kein „Arbeitstag von Erich Honecker“ mehr.



Am 4. November 1989 gibt es die bis dahin größte Demo auf dem Alexanderplatz in Ostberlin, zu der an die 500.000 Menschen kommen und auf der bekannte Persönlichkeiten sich für eine Wende aussprechen. Überall sind zivile Helfer zu sehen, die große neonfarbene Schärpen mit der Aufschrift „Keine Gewalt!“ tragen. Das DDR-Fernsehen sendet live! Egon Krenz erscheint auf einem Plakat als Karikatur: „Großmutter, warum hast du so große Zähne?!!“

Der Wolf kommt nicht mehr dazu, seine Schäfchen zu fressen. 30.000 Menschen gehen in wenigen Tagen über die ČSSR nach Bayern, die Regierung der DDR tritt zurück und dann das SED-Politbüro. Schließlich ist die Mauer offen. Wer hätte das gedacht?



Es werden schnell neue provisorische Grenzübergänge errichtet, um die herbeiströmenden Massen zu bewältigen. Die DDR-Jugendsendung ELF99 berichtet vom Ku'damm. Kanzler Kohl tritt am Schöneberger Rathaus auf, erntet aber nur Pfiffe. Willy Brandt spricht seine historischen Worte: "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört!" Am Wochenende kommen 2 Millionen Ostler nach Westberlin - alles ist "zu". Wie die Aasgeier stürmen die Leute die Banken und Postschalter, denn es gibt eine heiße Ware gratis - 100 DM Begrüßungsgeld - echtes Westgeld!

Mit einem brav geholten Visum betrete ich am 15. November 1989 um 14.15 Uhr Kreuzberg, bestaune das bunte Viertel mit den vielen türkischen Obsthändlern, hole mir mein Begrüßungsgeld, kaufe mir einen Stadtplan und eine BILD-Zeitung. Der Mann am Postschalter, der mir das Geld gab, schimpfte auf die Ostler, die ja eigentlich vom "bösen Imperialismus" nichts nehmen dürften. Auf dem Cover eines Magazins, das extra in ein Schaufenster gelegt wurde, sieht man die Ossis mit Einkaufstüten bepackt, wie sie in Scharen die Mauer per Rolltreppen überwinden. Im Betrieb bekommen wir einige Tage später einen neuen Kollegen, ein Vietnamesen, der gut programmieren konnte.

Mittlerweile gab es eine Volkskammer-Tagung. Der liberale Dresdner SED-Chef Modrow wird zum neuen Ministerpräsidenten gewählt und verkündet in seiner neuen Regierungserklärung die neuen Länder der DDR - also Brandenburg, Sachsen, Thüringen usw. Die ARD-Tagesschau verkündet hingegen, daß 200.000 Leipziger "Freie Wahlen!" wollen und der SFB bezeichnet den Trabi als "liebenswerten kleinen Stinker". Am Wochenende ist die Deutsche Reichsbahn wieder überlastet: 2 Millionen DDR-Bürger sind wieder in Westberlin - mit Uroma und Säugling im Arm vom letzten Dorf gekommen, um die 100 DM pro Person zu ergattern. Ein Siebzehnjähriger brüllt in eine Kamera: "40 Jahre hab' ick uff diesen Moment jewartet!"



Ende November 1989 werden die Leipziger immer mutiger, man fordert „Nieder mit der SED!“ und schließlich ist sogar die Wiedervereinigung Gesprächsthema, wofür auch Kanzler Kohl eintritt. Nach Leipzig strömen mittlerweile Demonstrations-Touristen, die mit der DDR nichts mehr zu tun haben wollen. Mit schlechten Reimen und nur an die eigene Tasche denkend fordert man: „Kommt die D-Mark nicht nach hier, dann gehen wir zu ihr!“ Welche ökonomischen Konsequenzen diese Forderung haben sollte, darüber war sich jedoch niemand im Klaren … Außerdem war es eine klare Erpressung der Bundesrepublik – noch vor dem Mauerfall bat Innenminister Schäuble seine Landsleute, doch in der DDR zu bleiben, weil keine Kapazitäten mehr für ihre Unterbringung vorhanden wären.

Die Nationale Volksarmee der DDR schafft den Frühsport ab - es rumort unter den Soldaten -, das Zentralkomitee tritt zurück - die SED ist am Ende. Nach Devisenbeschaffer Schalck-Golodkowski wird gefahndet - er wird einen sicheren Unterschlupf bei seinen bayerischen Freunden in Tegernsee finden - die Politbüro-Mitglieder Tisch und Mittag werden verhaftet und Erich Honecker fliegt aus der Partei. US-Präsident Bush sen. und Gorbatschow treffen sich auf Malta, um die deutsche Frage zu beraten.

Die Leipziger lassen nicht nach mit ihrer Montagsdemonstration - wieder kommen 150.000 Menschen. Honecker kommt unter Hausarrest, die Visumspflicht für Westdeutsche entfällt und die Kampfgruppen der Volkseigenen Betriebe müssen die Waffen abgeben. Egon Krenz tritt als Staatschef zurück. Auf einem außerordentlichen SED-Parteitag wird Gregor Gysi neuer Vorsitzender, der mit einem neuen Besen die Partei aufräumen soll. Am 11. Dezember fordern 100.000 Leipziger: "Deutschland, einig Vaterland!" - wie es in der DDR-Nationalhymne1 heißt und die seit Jahrzehnten nicht mehr gesungen werden durfte.



Auch in anderen osteuropäischen Staaten finden Umwälzungen statt. Die ČSSR bekommt eine neue Regierung durch die Samtene Revolution und in Bulgarien beginnt ebenfalls die „Perestroika“. Nach beispiellosem Terror mit mehr als 1000 Toten wird in Rumänien der bisherige Staats- und Parteichef Ceaucescu hingerichtet, nachdem die Armee sich auf die Seite der Demonstranten stellte.

Am 18.12.1989, pünktlich vor dem Heiligen Fest, beenden die Leipziger offiziell ihre Montagsdemos mit einem Schweigemarsch und brennenden Kerzen. In der Politik wird ein sogenannter "Runder Tisch" eingerichtet, an dem die SED, die CDU und andere frühere Blockparteien sowie die neuen Bürgerinitiativen (z.B. Neues Forum) gleichberechtigt vertreten sind. Helmut Kohl wird in Dresden von zehntausenden Sachsen begeistert empfangen und zur selben Zeit kommt Präsident Mitterand aus Frankreich zu Besuch.

Ich fahre zum ersten Mal mit U-Bahn-Linie 1 vom Schlesischen Tor in Richtung West-City und schaue mit das Europacenter und das weihnachtlich geschmückte KaDeWe an. Tausende Berliner feiern ausgelassen Silvester am Brandenburger Tor, dessen Quadriga voll von Jubelnden ist. Aber ohne mich, denn ich wollte nicht zu den vielen Verletzten dieser Nacht gehören.



Zu Beginn des Jahres 1990 stürmen zehntausende aufgeputschte und erzürnte Menschen das "Amt für Nationale Sicherheit" in der Ostberliner Normannenstraße (früher: Ministerium für Staatssicherheit, kurz: Stasi). Spitzelakten fliegen durch die Treppenhäuser. Wirklich brisante Papiere sind jedoch längst vernichtet oder ausgelagert worden; das erklären ehemalige Stasi-Offiziere Jahrzehnte später. Die „Aktuelle Kamera“ ruft jedenfalls zur Besonnenheit auf.

Zwei Wochen zuvor machte die ARD-Sendung „Kontraste“ Stimmung gegen die Stasi – mit Erfolg, wie man sehen konnte. Heute gibt es die Stasi-Unterlagenbehörde, damals zuerst geleitet von Pfarrer Gauck, bei der jeder Bundesbürger Einsicht in seine Akten nehmen kann – soweit er denn bespitzelt wurde.

Das ZDF macht auch schon ganz auf Wahlkampf - und die SED schlecht. "Kennzeichen D" mäkelt an der DDR-Presselandschaft herum und für die Tagesschau besteht die DDR nur aus "SED-Bürokratie". Die westdeutsche Einmischung in DDR-Belange kennt jetzt keine Grenzen mehr. Aber es ist ja so leicht, auf einen Gegner einzutreten, der schon gelähmt am Boden liegt - die DDR wird medial "geschlachtet". Westdeutsche Großverlage teilen sich in Geheimverträgen die ostdeutsche Presse auf; meistens werden die ehemaligen Bezirks-Parteizeitungen aufgekauft, die durch die Bank an die 100 Prozent Verbreitung hatten.



Die Kirche und die neugegründete Ost-SPD verlangen einen Volksentscheid zur Wiedervereinigung. Im Betriebsfunk kann man die Gespräche der Parteien am Runden Tisch mitverfolgen. Das Gremium einigt sich auf Wahlen zur Volkskammer am 18. März 1990. Es gibt wieder Leipzig-Demos, deren Teilnehmer sich offenbar schon ganz von der DDR verabschiedet haben. Für die Deutsche Soziale Union (DSU), ein CSU-Gewächs, ist die BRD die bessere Alternative. DDR-Ministerpräsident Modrow konstatiert Ende Januar 1990 eine schlimme Lage in Ostdeutschland (60.000 Bürger sind schon seit dem 1. Januar in den Westen gegangen und die öffentliche Ordnung droht außer Kontrolle zu geraten) und für ihn und Gorbatschow steht die Einheit außer Zweifel. Modrow stellt einen Plan zur deutschen Einheit vor, der eine deutsche Neutralität vorsieht und bittet den Westen um finanzielle Unterstützung. Bonn sagt dazu NEIN und Kanzler Kohl präsentiert seinen eigenen 10-Punkte-Plan. Erich Honecker wird schon nach einem Tag wieder aus dem Rummelsburger Gefängnis entlassen und findet Obdach bei einer Pfarrersfamilie in Lobetal.

Nach den Ostlern, die mit ihren Trabants und Wartburgs den Westen dichtmachten, schlagen jetzt die Westler zurück und kommen mit ihren dicken Mercedes-Autos in den Osten und zu den umliegenden Ausflugszielen und bringen den Stau mit. Nelson Mandela, der seit 1962 in Südafrika im Gefängnis saß, kommt in Freiheit! Der Planet feiert es mit einer Mondfinsternis.



Wie geht es nun mit der Währung weiter? Die 100 DM Begrüßungsgeld sind schnell verbraucht. Kanzler Kohl möchte auf Druck des Weißen Hauses hin, daß das wiedervereinigte Deutschland unbedingt in der NATO verbleibt und lockt die DDR-Bürger mit der schnellen Einführung der D-Mark, obwohl verschiedene Wirtschaftsfachleute dringend davon abrieten. Oskar Lafontaine spricht sich für einen langsameren und stufenweisen Weg zur deutschen Einheit aus, nur so könne ein Zusammenbruch der Ost-Wirtschaft verhindert werden.

Die Mauer am Brandenburger Tor wird abgerissen. "Mauerspechte" bearbeiten die bemalte Westseite im gesamten Stadtgebiet und vermarkten die herausgeschlagenen bunten Betonstückchen an den immer zahlreicher werdenden Übergängen von Ost nach West.

Auch im Baltikum regt sich ein Aufbegehren gegen den Eisernen Vorhang: Litauen will sich lossagen von der Sowjetunion! Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, die Jahrzehnte lang das Leben in der DDR dominierte, benennt sich jetzt in Partei des Demokratischen Sozialismus um (heute heißen sie DIE LINKE). Westdeutsche Besucher sollen in DDR-Gaststätten mit D-Mark bezahlen. Das fordert man jedenfalls, weil der Umtauschkurs sie zu sehr begünstigen würde. Bayern hat schulfrei wegen Sturm und der Bundeskanzler Kohl lässt sich von 200.000 Karl-Marx-Städtern feiern; Bewohnern einer Stadt, die bald wieder Chemnitz heißen sollte. Der Rosenmontagsumzug in Köln und Düsseldorf muss leider wegen eines Hagel-Gewitter-Orkans abgesagt werden – daran konnte man schon erkennen, dass die deutsche Einheit kein lustiger Spaziergang werden sollte …

Der „Runde Tisch“ beschließt, dass aus den volkseigenen Betrieben Kapitalgesellschaften werden sollen.

Ein paar Tage später gibt es im Betrieb schon eine neue Strukturorganisation. Unser Chef, der immer noch der alte ist, philosophiert von einer Übernahme des Betriebes durch die AEG. Eine Woche später schmeichelt er mir, daß mein laufendes Projekt eine ganz heiße Sache sei und ich sozusagen für alle Kollegen das Geld mitverdiene. Ich habe viel zu tun an dieser Projektierung und Programmierung, es macht Spaß; allerdings wird es Arbeit für den Papierkorb sein …

Ostermontag ist jetzt auch Feiertag im Osten. Die Volkskammer – es sind noch die alten „Kandidaten der Nationalen Front“ – verabschiedet eine Sozialcharta, über die der Westen nur lästert. Angeblich sollen nur die Pfründe der Genossen gesichert werden.

Kubas Staatschef Fidel Castro wirft Osteuropa Verrat am Sozialismus vor. Nun, er ist weit weg von dieser europäischen Umwälzung, die den ganzen Kontinent verändert! Seine karibische Insel konnte er besser verteidigen …

Es ist Wahlkampf - massenhaft hängen Wahlplakate, z.B. "DSU - Deutschland!", die PDS fordert "Wir sind ein Volk - 1:1 Währungsumtausch". Die bundesdeutschen Parteien unterstützen massiv ihre Schwesterparteien im Osten, sei es mit Geld, mit Personal oder mit Rednerauftritten. Am jeweils politischen Gegner wird kein gutes Haar gelassen. Bundeskanzler Kohl wirbt als Westpolitiker für die "Allianz für Deutschland", die aus Ost-CDU, DSU und dem Demokratischen Aufbruch besteht.



Die ersten "freie Wahl" der DDR am 18. März 1990 (natürlich völlig unfrei vom Einfluss der Bundesrepublik) läuten das Ende des "Arbeiter-und-Bauern-Staates" ein. Kanzler Kohl verspricht den Ostdeutschen noch am Vorabend der Wahl einen schnellen Währungsumtausch 1:1 D-Mark gegen Ostmark. Entsprechend fällt das Ergebnis der Abstimmung aus: CDU 40%, SPD 22%, PDS 16%, DSU 6%. Das amerikanische White House feiert ein "historisches Ereignis", während man aus Paris nur lakonisch kommentiert: "Die DDR will Mercedes fahren." Großbritannien und Margaret Thatcher sehen die kommende deutsche Einheit kritisch und es gibt aus London Stimmen, die ein wirtschaftlich zu starkes Großdeutschland befürchten.

Als einer der ersten DDR-Betriebe muss Süßwaren Elbflorenz 300 Beschäftigte entlassen, weil keiner mehr Ost-Schokolade kauft. Erich Honecker findet Zuflucht im sowjetischen Militärhospital in Belzig (Brandenburg) und die Volkskammer befindet auf ihrer 1. Sitzung, daß die DDR kein sozialistischer Staat mehr sei. Es bildet sich eine große Koalition aus CDU, DSU, BFD, SPD und DA. Lothar de Maizière (CDU) wird als Ministerpräsident letzter Regierungschef der DDR.

BILD verkündet verfrüht für den 1. Mai den 1:1 Währungsumtausch, was Bonn prompt dementiert. Nelson Mandela tritt im Wembley-Stadion auf. In den Ost-Kaufhallen kostet eine West-Tütensuppe 4,95 Ostmark und im Ostfernsehen kommt Westwerbung. Es gibt neuerdings Skinhead-Schläger und in der Friedrichshainer Mainzer Str. Hausbesetzungen - Ostberlin ist zwar freier, aber gefährlicher geworden.



Im Juni 1990, kurz vor der Währungsunion, sind die Kaufhallen fast leer - man solle das Ostgeld aufbrauchen, heißt es; es gibt aber fast keine Ost-Lebensmittel mehr - fast der gesamte Einzelhandel der DDR ist jetzt schon in westdeutscher Hand. Volkskammer-Präsidentin Bergmann-Pohl hält eine 5-Minuten-Beschwichtigungsansprache. Es gibt kein Obst und kein Brot mehr zu kaufen, die Kaufhallen sehen verheerend aus. Auf dem Alexanderplatz demonstrieren 3000 Menschen gegen die beschlossene Auflösung des DDR-Fernsehens und -Rundfunks. Auf einem Transparent steht: "Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe, bei uns sitzen Sie mittendrin!"

2. Juli 1990: Ab heute gibt es die D-Mark! Löhne, Gehälter und kleinere Sparguthaben werden 1:1 umgerechnet, größere Sparguthaben werden nur 2:1 umgetauscht. Man bekommt von der Sparkasse 230,- DM Startgeld. Die Kaufhallen sind plötzlich über Nacht brechend voll mit Westwaren. Äpfel verteuern sich maßlos - ein Apfel (und dazu noch aus Neuseeland!) kostet jetzt 82 Pfennige. Bananen sind dagegen billiger geworden. Ein halbes Bäckerbrot kostet jetzt 1,40 DM - das Sechsfache des Ostmarkpreises! Dabei sind die Ostlöhne und -gehälter viel niedriger als im Westen.

Auch die Wohnungsmieten werden angehoben, damit die Wohnungsbau-Gesellschaften kostendeckend arbeiten können. Als Konsequenz müssen die Betriebe die Gehälter erhöhen, um den Angestellten ein Auskommen zu ermöglichen; aber sie sind mit ihren Ostwaren und dem vergleichbar geringen Erlös nicht mehr konkurrenzfähig – Kurzarbeit und Entlassungen werden unausweichlich!

So wird der vietnamesische Kollege wieder entlassen - die Schwachen trifft es zuerst. Auch ein anderer Kollege hat seinen letzten Tag in der Firma, er aber fängt in einer Westfirma für das doppelte Gehalt an! Im Betrieb wird gestreikt, der Verkehr auf der großen Durchgangsstraße wird für eine halbe Stunde lahmgelegt.

Deutschland ist Fußball-Weltmeister! Das hatte nun der Holländer Rijkard davon, daß er Völler bespuckte! Nationaltrainer Franz Beckenbauer meint, daß Deutschland nun auf Jahre nicht mehr zu schlagen sei, wenn es jetzt auch über die DDR-Spieler verfügen kann.



Das überquellende Warenangebot war nur ein Aspekt der D-Mark-Einführung. Kaum hatte der Ostkunde harte Währung, schossen überall Videotheken aus dem Boden. In jeder Kleinstadt gab es plötzlich quasi an jeder Ecke eine Videothek, die dem unbedarften Ossi neben den üblichen Familienfilmen einen neuen, bisher unbekannten Kitzel boten: den Porno. In der DDR blühte die zarte Pflanze der Erotik nur in Zeitschriften wie dem "Magazin" oder dem "Eulenspiegel" und was dort gezeigt und geschrieben wurde, konnte man noch als Kultur bezeichnen. Doch mit den neuen Hochglanz-Zeitschriften und Videos, die man früher offiziell als "Schund und Schmutz" bezeichnet hatte, eroberte die westliche Sexindustrie den Osten gnadenlos und schaffte das Kunststück, das nicht einmal die Partei schaffte - den massenhaften Sprung ins Wohn- und Schlafzimmer des einfachen Menschen. Das war ein Stück (gekaufter) Freiheit.

Geld regiert die Welt! Mit einer entsprechenden Summe kann man im Westen alles kaufen und sei es ein ganzes Land. Und die DDR wurde gekauft - mit Hunderten Milliarden von D-Mark! Ein Kauf, der vor allem zu Lasten der Staatsschulden ging und den Millionen von DDR-Bürgern mit ihrer Entlassung aus dem Arbeitsleben teuer bezahlten. Hunderte Ost-Betriebe wurden von der "Treuhand" verjubelt - oft nur für 1 DM, andere wurden ganz abgewickelt und abgerissen. Diese Anstalt hätte nicht Treuhand heißen müssen, sondern „Westdeutsche Abriss- und Versteigerungsanstalt von DDR-Volkseigentum“!

Doch mit dem viel größeren Kapital - den gut ausgebildeten Menschen - wurde ganz ähnlich verfahren: Wer 50 Jahre alt war oder älter, wurde in den Vorruhestand geschickt (so entsorgte man nebenbei auf einfache Art die alten Genossen), wer zu krank oder behindert war, bekam eine kleine Rente und die anderen wurden massenhaft in oft sinnlose 08/15-Umschulungen geschickt - koste es, was es wolle - nur, damit die Leute weg von der Straße und mit etwas beschäftigt waren. Die vergrößerte Bundesrepublik konnte keine Montagsdemonstrationen gebrauchen!



Die Kosten für Sozialausgaben und Investitionen in die marode Infrastruktur des Ostens betrugen in der 90er Jahren über 100 Milliarden D-Mark jährlich. Doch Arbeitsplätze entstanden nicht in gleichem Umfang und die "blühenden Landschaften", von denen Kanzler Kohl sprach, gab es nur in den Steppen der Industriebrachen. So ist der Ostdeutsche zwar materiell abgesichert und zufrieden mit seiner persönlichen Situation, doch mit der Gesamtsituation, wie sie sich nach der Wiedervereinigung im Osten darstellt, kann er sich nicht anfreunden. So entsteht - aus westdeutscher Sicht - das Bild des "Jammerossis", der nur undankbar ist, nichts zustande bringt und offenbar der DDR nachtrauert. Der Osten sei nur ein Faß ohne Boden, in dem das ganze (westdeutsche) Geld verschwände.

Auf der anderen Seite, im Osten, fühlt man sich nicht richtig verstanden. Man kommt nur schwer damit klar, daß ganze Strukturen und Weltbilder weggebrochen sind und beobachtet mit gemischten Gefühlen, daß auf neu zu vergebene Posten und Stellen entweder die "Wendehälse" oder Westdeutsche gesetzt werden, die dazu noch mit einer "Buschzulage" belohnt werden. Die "Besserwessis" können oft nicht verstehen, warum die Ostler nicht alles an der DDR schlecht fanden.

Diese Gemütslage bekommt auch der Norddeutsche Rundfunk hautnah zu spüren. Die Programmverantwortlichen des NDR wollten den "kommunistischen" Sandmann des DDR-Fernsehens nicht übernehmen und damit den Kindern von Mecklenburg-Vorpommern eine liebgewordene Figur. Der Protest der Eltern und die Drohung, flächendeckend keine GEZ-Gebühren mehr zu bezahlen, ließen die Fernsehchefs schnell einlenken.



Auf die typische Erscheinung jener Tage sei noch besonders einzugehen: den "Wendehals". Wer in der DDR Karriere machen wollte, musste früher oder später in die Partei eintreten, also SED-Genosse werden. Deshalb war es auch oft so, daß die "Genossen" weder persönlich beispielhaft oder ideologisch vorbildlich, noch daß sie überhaupt als Mensch einen guten Eindruck machten. Sie waren vor allem eins: opportunistisch. Nach außen hin vertraten sie die Meinung der Partei und lernten ihre Beschlüsse auswendig, privat schauten sie Westfernsehen und waren ganz heiß auf die Westwaren des Intershops.

So war es auch nicht wirklich verwunderlich, daß, als der politische Wind sich drehte, aus einem SED-Parteisekretär plötzlich ein braves freiheitlich-demokratisches CDU-Mitglied wurde - auf, daß neue Posten ergattert werden konnten. Aber auch das war keine neue Erscheinung in der deutschen Geschichte. Es ist bekannt, daß viele aktive Nazis nach 1945 in der Bundesrebublik respektable Posten und Positionen bezogen - die Opportunisten sind immer dabei!



Ich schaue mir die Höffner-Möbelwelt in der Pankstr. im Berliner Bezirk Wedding an und kann nur sagen: Wahnsinn! So eine riesige Auswahl an Schränken, Sofas, Tischen und Stühlen, an ganzen Wohnzimmern und Küchen, habe ich noch nicht gesehen. Im Supermarkt haben es mir die Westjoghurts angetan. Einmal verspeise ich an einem Tag vier unterschiedliche Sorten! In Berlin ist die Luft so dreckig, daß bei wenig Wind schon der Ruß herniederrieselt! Natürlich muss man auch den Checkpoint Charlie gesehen haben. Mir werden behördlicherseits Wohnungen angeboten, die aber alle unakzeptabel sind. Bei einer Wohnung liegt im zugehörigen Keller sogar eine verweste Katze auf einem Sessel. Ein weiterer Kollege - offenbar ein "Wendehals" - hat seinen letzten Tag im Betrieb und schon eine neue Stelle. Ich glaube, er wollte nicht von den Kollegen als Stasi-Spitzel enttarnt werden. Es wird nur noch in Kurzarbeit von 8 bis 12 Uhr gearbeitet. Oskar Lafontaine besucht den Betrieb! Ich begegne dem "kleinen Napoleon" zufällig am Haupteingang.

Die DDR-Landwirtschaft hat nach der Wirtschafts- und Währungsunion nur noch wenig Absatz - das treibt die ostdeutschen Bauern zu Demonstrationen nach Berlin. Ende Juli 1990 wird der letzte Trabant in Zwickau gebaut. Während man in Ostdeutschland eine ganze traditionsreiche Industrie abwickelt, wird später VW in Tschechien die Škoda-Werke kaufen und zu einem profitablen Geschäft machen.

Es finden Beitrittsverhandlungen zwischen der DDR und der BRD statt - mit dem Ergebnis eines Einigungsvertrages. Viele Volkskammer-Abgeordnete hätten sich sich eine neue Verfassung für das wiedervereinigte Deutschland gewünscht, doch Helmut Kohl ist dagegen. Vorgesehen als offizielles Beitrittsdatum der neuen Länder zur Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes ist der 3. Oktober 1990. Diesen Termin setzte der „Kanzler der Deutschen Einheit“, wie man ihn bald nennen sollte, einfach selbstherrlich fest. Und zwar, weil Anfang Oktober das Wetter immer so schön wäre! Dies ist kein Witz!

Am Abend des 2. Oktober 1990 kommen Tausende Menschen in die Berliner Mitte. Pünktlich um 0.00 Uhr feiern Staat und Volk bzw. Regierung und Bürger am Reichstag und Brandenburger Tor den Anschluss des „Beitrittsgebietes“ an die BRD mit „Einigkeit und Recht und Freiheit“, Glockengeläut, wehenden schwarz-rot-goldenen Fahnen und einem Feuerwerk. Im Fernsehen kommt in diesen Tagen dazu passend „Fackeln im Sturm“ – der amerikanische Historienschinken über den Civil War der USA –, während eine beliebte morgendliche Radiosendung des Berliner Rundfunks – die „Familie Findig“ – drei Tage vor dem Beitritt einfach „abgewickelt“ wird. Gott hab Rudolf Mühlfenzl selig!



Zwei Wochen vor Weihnachten 1990 bekomme auch ich meine Bescherung: Ich darf meinen Hut nehmen! Zusammen mit der Nachrichtensendung "Aktuelle Kamera" habe ich meinen letzten Arbeitstag, weil der Betrieb weiter Personal entlassen muss. Mein Schwerbehindertenstatus nützt mir nichts - man gibt einfach vor, man hätte ja Arbeit für mich, nämlich als Vertriebsbeauftragter in Russland - na herzlichen Dank! So tricksen die Chefs die Gesetze aus …

Ich mache ein Jahr lang eine Umschulung, die mir nicht wirklich etwas Neues bringt, sondern mir eher erscheint wie ein Konjunkturprogramm für Weiterbildungsfirmen und ihre Angestellte. Ich schreibe Bewerbungen und stelle mich  bei diversen West-Firmen vor - ich habe gute Chancen - aber sobald man etwas von der Behinderung erfährt, ist der Ofen aus! So wird ein gut ausgebildeter 30-jähriger IT-Ingenieur aufs Abstellgleis geschoben. Ich werde länger krank und schließlich berentet. Glücklicherweise bekomme ich eine schöne 2-Raumwohnung im Berliner Südosten und verbringe meine Tage damit, mir die Zeit zu vertreiben. Mein ehemaliger Betrieb, der Hauptstandort eines führenden DDR-Kombinates der Elektrotechnik, in dem früher ca. 8000 Menschen in Lohn und Brot gestanden haben, wird komplett abgerissen, um Platz zu machen für ein Riesen-Hochhaus einer bekannten Versicherung.

Ja – die DDR hätte einfach eine Versicherung gegen den Untergang abschließen müssen, das hätte sie sicher gerettet!

Deutschland, am 18. März 2012 - 22 Jahre nach der "Schicksalswahl" der DDR




Der vorliegende Text ist Teil des Buches

Tagebuch einer Psychose -
Einblicke in die Welt des Wahns

von Bodo Bodenstein





132 Seiten
ISBN 978-3-8370-1677-2

erhältlich in Online-Buchshops
und im Buchhandel





1) Text der DDR-Nationalhymne:

Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt,
laßt uns Dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint,
denn es muß uns doch gelingen, daß die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.

Glück und Friede sei beschieden Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden, reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen, schlagen wir des Volkes Feind.
Laßt das Licht des Friedens scheinen, daß nie eine Mutter mehr
ihren Sohn beweint, ihren Sohn beweint.

Laßt uns pflügen, laßt uns bauen, lernt und schafft wie nie zuvor,
und der eignen Kraft vertrauend steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben unsres Volks in dir vereint,
wirst du Deutschlands neues Leben. Und die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.

(Text: Johannes R. Becher; Musik: Hans Eisler)


2) Quellen und Literaturhinweise






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