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Tagebuch einer Psychose

Selbsthilfe-Archiv Psychose Nr.4

149
Date: Sun, 24 Jun 2001 10:49:40 +0200
Subject: Leserforum

Hallo Ronald,
vielleicht hast auch du mich an einem allergischen Punkt getroffen... Nix für ungut. Deine Antwort finde ich sehr sachlich und sage dafür Dank. Frieden.
Bruce ist nun mal ein aufbrausender Geselle, das bin ich auch, aber ich denke, wir arbeiten beide daran. Und wer nicht gerne die andere Wange hinhält, kann dafür ja auch Gründe haben. Jedem das Seine. Und das sollte er auch sagen dürfen. Hier und anderswo. Er hat niemanden persönlich angeriffen oder auch persönlich agitiert, er hat nur seine Meinung gesagt. Mehr nicht. Das habe auch ich schon oft, und bisher war das hier in diesem Forum erlaubt. Und ich finde gerade das sehr gut, und das sollte so auch bleiben. Das ist in anderen Foren ganz und gar nicht so. Da werden Menschen gern und oft persönlich angegriffen, nur weil irgendjemand meint, diese eine spezielle Meinung ist genau die, die er ganz und gar nicht hören will - und die auch kein anderer hören darf. Und an der Stelle mische ich mich gerne ein, das kenne ich nun wieder nur zu gut, und mich persönlich hat die Meinung von Bruce interessiert...

Heike


148
Date: Fri, 22 Jun 2001 03:09:21 EDT
Subject: Leserforum

Hallo Ihr Lieben,

Simone, ich hoffe sehr, das es Dir bald wieder gut geht. Ich habe selbst 6 Wochen Stimmen gehört und das ist es letztendlich, was einem verrückt macht. Melde Dich mal wieder. Ich halte Dir die Daumen.

Jim - in fast jedem Waschzettel steht, das Neuroleptika solch eine Wirkung haben, bei Männern ganz besonders. Ich habe auch damit Jahre zu tun gehabt. Geht aber irgendwann wieder besser. Also, Kopf hoch, es wird wieder.

Jutta


147
Subject: Leserforum (Bodos Bibelzitate)
Date: Tue, 20 Jun 2001 20:49:33 +0200

Zum Thema Krankheit, Geist und Arzt aus der Bibel

Am Abend aber, als die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen. Und die ganze Stadt war versammelt vor der Tür. Und er half vielen Kranken, die mit mancherlei Gebrechen beladen waren, und trieb viele böse Geister aus und ließ die Geister nicht reden; denn sie kannten ihn. (Markus 1,32 - 1,34)

Als das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten. (Markus 2,17)

Wer selber in der Bibel suchen will: http://bibel-online.net


146
Subject: Leserforum
Date: Tue, 19 Jun 2001 14:20:20 +0200

Von Selbsthilfe-Gruppen aus dem Rhein-Ruhrgebiet zusammengetragen

TIPPS, UM VER-RÜCKTHEITEN ZU STEUERN UND KRISEN ZU VERMEIDEN

Dies ist ein vorläufiger und unvollständiger Entwurf zu einer Art Ratgeber für den Umgang mit dem Ver-rücken.

Ver-rücktheiten sind sehr unterschiedlich, aber sie müssen keine Krankheit sein oder werden. Ver-rücktheiten können uns helfen, mehr über uns selber zu erfahren, neue Sichtweisen kennen zu lernen und können Phantasie und Kreativität freisetzen. Ver-rücktheiten können aber auch Leiden verursachen, unsere Beziehungen und die sozialen Lebensgrundlagen zerstören, dazu führen, in der Psychiatrie zu landen und schlimmstenfalls den Tod verursachen. Die übliche Frage in der psychiatrischen Behandlung ist: Wie bekämpft man Ver-rücktheiten am besten? Die übliche Antwort ist dann: Mit Psychopharmaka und ergänzenden sozial-psychiatrischen Maßnahmen. Wir möchten dieser Auffassung die These entgegensetzen: Ver-rücktheit ist eine Begabung, allerdings eine Begabung, mit der man lernen muß, umzugehen. Krieg gegen das Ver-rücktsein zu eröffnen, ist dagegen, als eröffne man das Feuer gegen sich selber. Die inzwischen entwickelten Waffenarsenale (z. B. Psychopharmaka) gegen das Ver-rücktsein wegzulegen und sich auf die Suche nach einem anderen friedlicheren Weg zu machen, ist anstrengend und mit Arbeit verbunden. Es funktioniert auch nicht von heute auf morgen. Mit dieser Broschüre wollen wir den Versuch starten, das Wissen und die Erfahrung von Psychiatrie-Erfahrenen, wie Ver-rücktheiten zu steuern sind, zu sammeln.

http://people.freenet.de/ak71/tipps.html


145
Date: Mon, 18 Jun 2001 20:00:00 +0200
Subject: Neues in "Wissenswertes..."

Auf meiner Seite "Schizophrenie und Psychose - Wissenwertes über die Krankheit" gibt es eine neue Tabelle. In dieser sind die Nebenwirkungen von verschiedenen neuen atypischen Neuroleptika verglichen. Ganz interessant...

Viele Grüße an die Stammleser
Bodo


144
Date: Sun, 17 Jun 2001 21:22:55 +0200
Subject: Leseforum

Es klingt  unglaublich,aber "Rescue-Remedy" (Bachblüthenmischung") wirkt Wunder in der Depression! Dieses Pflanzenkonzentrat scheint die Erdung nach vielem Reisen wiederherzustellen.Anfangs muß es öfters (im Akutfall 3 Tropfen alle 10 min pur auf die Zunge)genommen werden-dann mindestens 6x täglich.
Gruß Ayan


143
Subject: Leseforum
Date: Sun, 17 Jun 2001 11:39:39 +0200

Hallo S. und Jutta,

Tut mir leid wenn ich mich erst so spät melde aber ich bin zur Zeit in einer
Klinik in Zwiefalten. In der Soteria, eine sehr gute Einrichtung, und extra für
Psychotiker. Werde aber bald entlassen.
Danke für die lieben Zusprüche, ich habe eine Zeitlang geglaubt das ich mein
Leben nicht mehr auf die Reihe kriege, bin aber jetzt voller guten Dinge. Ich
habe zwar immernoch Stimmen aber denke das ich das auf die Reihe kriege und
werde das Nipolept testen, DAnke für den lieben Tip.

Alles liebe und Gute

Simone


142
Subject: Leserforum (Lyrik)
Date: Sat, 16 Jun 2001 13:29:12 +0200
 
Das Kriegerlein ;-)

Bin ein ernster junger Mann
Mit 'ner Frisur vom anderen Stern
Renne durch die Straßen
Und habe niemanden gern

Ich mache mir viele Sorgen
Um die Welt um mich und Dich
Um gestern heute morgen
Und verliere mein Gewicht

Der eine Teil von mir
ruft nach Liebe
Für immer soll es sein
der andere zischt gleich
bin bös'
lass mich allein.

*undwegwisch*


141
Date: Fri, 15 Jun 2001 23:04:01 +0200 (CEST)
Subject: Leserforum

Also ich weiss nicht so recht ob ich hier eine solche Frage stellen darf, da sie sehr intim ist, aber man wird ja oft systematisch nicht aufgeklärt über Nebenwirkungen von Neuroleptika, können sie zu Störungen der männlichen Sexualität führen, wenn man sie über Jahre genommen hat ?

Ähm ich finde in einem Forum in dem Betroffene unter sich sind, sollte die Frage erlaubt sein, ist auch ehrlich und leider mit persönlichem Hintergrund gesagt.

Jim K.


140
Subject: Leserforum
Date: Fri, 15 Jun 2001 20:33:23 -0000

Hallo Heike,

meine Kritik an Bruce Lee scheint dich ja ziemlich aufgeregt zu haben, daher ganz kurz nochmals ein paar kleine Bemerkungen dazu, dass eine ist Bruce hat seine Vorstellungen schon als nachahmenswert vorgestellt, daher darf ich sie, wenn ich ein ntschiedener Gegner der dargelegten Positionen bin auch klar kritisieren, ohne mich zum Richter über andere aufzuspielen und ein klares Statement finde ich muss denoch erlaubt sein.

Die Frage des einzig wahren Gottes, nun es liegt nahe, wer an eine bestimmte religiöse Offenbarung wie z.B. die Bibel glaubt, glaubt eben nicht dass  alles andere an religiösen (oder esoterischen) Strömungen gibt gleichzeitig auch wahr ist, obwohl ich es durchaus respektiere, dass andere einen anderen Glauben haben, allerdings im Bereich Okkultismus und Magie hab ich aufgrund meiner persönlichen Einstellung dazu nicht soviel Verständnis dafür,warum Menschen ausgerechnet darin ihr Heil finden wollen, mag sein dass ich insoweit etwas untolerant bin. Dreieinigkeit ist ein zu komplexes Thema um es hier zu erötern, katholisch bin ich übrigends auch nicht und im übrigen hab ich auch durchaus gelesen und verstanden was Bruce gesagt hat.

Ansonsten möcht ich nichts mehr dazu sagen, ich will ja nicht, dass diese Forum dazu dient, dass wir uns quasi gegenseitig niedermachen, vielleicht hat Bruce mich da einfach an einem allergischen Punkt getroffen.

Ronald
 


139
Date: Wed, 13 Jun 2001 16:34:26 UT
Subject: Leseforum

Der Krieger sitzt feige in der Ecke, man mag meinen,
daß er sich verstecke, ob er an was leide,
besser man ihn meide, oder wir gehen zum grasen auf seine Weide.
Doch der Krieger sinnt daran und es macht ihn mehr leident und desweiteren
vermeident, denkt er sich,
besser daß ich mich noch etwas bedecke
oder verstecke, wie immer man es nennen mag,
muß erst einen Weg finden, wie ich es ertrag.
Guter Rat ist teuer, mir entspringt kein neuer,
bezahle immer noch meine Steuer, schreie noch im Feuer.
Wenn doch die Gedanken an das War nicht wären
und somit das Sein so erschweren.
Um wieder Mut zu erlangen,
muß man wieder zu gehen anfangen,
ist man aber im Nebel gefangen,
bleibt einem erst mal nur bangen.
Bringt mir ein Licht, bitt ich, meines ist erloschen.

Mika ´el E. Ant


138
Subject: Leserforum
Date: Tue, 5 Jun 2001 21:28:52 +0200

Hallo ihr Lieben,

ich habe soeben diese Seite entdeckt und möchte auch gleich meine Erfahrungen mit dem was offiziell "Psychose" genannt wird mitteilen. Ich habe nicht alles gelesen was hier im Forum schon  geschrieben steht, und auser der Zusammenfassung von Bodo zu seiner Person, auch noch nichts von seiner Seite. Sie ist aber schon in meine Favoritenliste aufgnommen :)
Bei mir fing der "Wahn" vor ca. 8 Jahren nach einigen draufgängerischen Drogenexperimenten an.
Ich habe bis jetzt schon so einiges mitgemacht: Klinikaufenthalte, diverse Medikamente und mehrmonatige "Feldversuche" mit "ausgefahrenen Sensoren". Was ich hier so flockig beschreibe war natürlich zum Zeitpunkt des Erlebens nicht ganz so lustig.
Aber um auf den Punkt zu kommen auf den es mir JETZT ankommt: Die Visionen sind wahr, d.h. sie sind eine ganz persönliche Erscheinungsform der Wahrheit, also letztendlich eine spirituelle Angelegenheit. Ich meine die Einzige Möglichkeit mit einer Psychose umzugehen und lebendig zu bleiben, oder besser zu werden, ist die sich mit jedem erinnerbaren "Teil" der "Krankheit" auseinander- bzw zusammenzusetzen und den Sinn darin zu finden. Eine Hilfe dabei ist die Lektüre spiritueller, transpersonal-psychologischer, prosaischer, und, und, und Bücher. Ach! Was soll ich nur sagen ?! Krise ist die Chance zur Wandlung oder Metarmorphose von der Raupe in einen Schmetterling. Es giebt in diesen Tagen sooo viele die Ähnliches erfahren! Ein gutes Maß an (spiritueller) Disziplin, Praxis und Willen reicht schon.

Viel Glück euch und mir beim Finden des schmalen Grades und beim Lernen des darauf Gehens.
Alles ist Liebe :o)
mario


137
Date: Sun, 03 Jun 2001 12:33:15 +0200
Subject: Leserforum

An Bruce Lee
Ich stimme dir zwar nicht völlig zu, in einem Punkt muß ich deinem
Kritiker Ronald recht geben - das mit der Macht über andere mußt du sehr
genau im Auge behalten, das kann ganz böse enden... Aber ansonsten
scheint mir deine Philosophie doch recht große Ähnlichkeit mit meiner zu
haben - auch wenn ich nicht nach Osten sehe, sondern nach Westen. Ich
würde mich über einen Austausch mit dir sehr freuen, wer sich Bruce Lee
nennt, hat bei mir nen Sympathiebonus, den mag ich auch sehr, der war
nun wirklich nicht der Dümmsten einer. Aber du solltest immer dran
denken, wie es bei ihm geendet hat - man kann das übertreiben, und das
geht nicht gut. Oder willst du auch implodieren? Mit diesen Dingen
spielt man nicht, die sind gefährlich. Und zuerst solltest du Macht über
dich selbst haben, die volle Kontrolle, bevor du daran denkst, die auch
bei anderen zu benutzen - und letzten Endes ist das überhaupt nicht
nötig, das regelt sich alles von allein, wir müssen nicht Gott oder was
weiß ich spielen, das geht auch anders. Bevor du nicht weißt, wer du
wirklich bist, weißt du auch nicht, mit wem du dich anlegst. Außerdem...
Nicht wir sind es, die sich das alles hier ausgedacht haben, das war wer
anders - und gewinnen kannst du nur, wenn du dich den Regeln beugst, die
lassen sich nicht brechen. Immer schön ruhig mit den jungen Pferden.
Aber auch ich weiß, was Wut ist... Aber die muß man in den Griff
kriegen, sonst wird es gefährlich. Nicht nur für andere, auch für dich
selbst. Du bist immer verantwortlich für das, was du tust. Aber das
weißt du ja, das muß ich dir nicht erzählen, du hast dir ja einen guten
Lehrer ausgesucht... Ich würde dich gerne mit meinem bekanntmachen. Ich
denke, wir können was voneinander lernen.
Meld dich mal, ich würde mich freuen.
Heike.Rohde@t-online.de


136
Date: Sun, 03 Jun 2001 12:05:05 +0200
Subject: Leserforum

Hallo Ronald,
da du dich ja sehr stark machst gegen Bruce, kann ich mir ein paar Kommentare nicht verkneifen. Erstens: den Text von der Person, die du als mies bezeichnest, hast du gar nicht richtig gelesen. Er sagt selbst, daß der Okkultismus nicht so gut für ihn war, darauf mußt du gar nicht herumreiten, das hat er schon begriffen. Und zweitens: Du scheinst ja den einzig richtigen Glauben mit großen Löffeln gefressen zu haben. Dabei vergißt du, wie so viele Vertreter deiner Fraktion, daß der Gott, den ihr ja als einzige auf der Welt verstanden zu haben glaubt, sowieso schon mal dreigeteilt ist. Und sich dann auch noch diverse andere darum streiten, wer von ihnen denn nun den einzigen wahren Gott anbetet - das seid nicht nur ihr. Ich vermute mal, du bist katholisch... Und noch ein Tip von mir: Der Herr ist der Richter, auch deiner - und nicht du. Schuster, bleib bei deinen Leisten...
Grüße
Heike


135
Subject: leserforum
Date: Wed, 30 May 2001 12:15:14 +0200

Lyrik fürs Forum

Der Kriegsberichterstatter
 

Vier Jahre lang habe ich mich nun
Gekämpft durch diese Fieberwelt
Konnte nirgends niemals ruhen
Da um mich her der Wahnsinn gellt

Ich bin der Berichterstatter, sende Grüße aus dem Krieg
Dem Krieg, in dem Geister sich fiebernd verbrennen
Vernichtung, Verseuchung, niemals ein Sieg
Hier in den Wüsten, die die Menschen nicht kennen

Manchmal will ich es beenden
Nicht länger gequält dem Wahnsinn entfliehen -
Doch keinen Gedanken daran verschwenden !
Weiter, immer weiter ziehen

Muss berichten, muss erzählen
Vom Gang und Lauf der Geisterschlachten
Wenn auch dafür die Worte oft fehlen
Erdrückende Schleier mich neblig umnachten

Das, was mich am Leben erhält
Sind meine Erinnerungen an die Welt
An eine Welt von Substanz, eine feste und echte
An die Dinge darin, an gute wie schlechte



Die Fieberstadt
 

Auf einer Insel im Meer da liegt die Stadt
In welcher höllengleich ein Fieber gewütet hat.
Wie ein Sturm mit wehendem schwarzen Kleid
Fuhr der Tod in der Dämm’rung zum Tor hinein,
Mit singender Sense zu säen tiefes Leid
Und mit giftigem Atem gellende Pein

Raste hier und dort und hin und her
Weit und breit lebt niemand mehr.
Keiner verschont, keine Gnade gewährt,
Junge wie Alte verheert und verzehrt.

Der König samt Hofstaat in prunkvoller Feste,
Die stolzen Wachen auf dem Wehr,
Der Bauer, der Wirt und all seine Gäste
Weit und breit lebt niemand mehr.

Endgültig kriecht nun die Stille um Häuserecken die Gassen entlang
Alles, was noch zu vernehmen, sind die Möwen, Wind und Wellengang

Doch was ist das? - ein zarter Gesang
Sieh, ein Junge und ein Mädchen,
Sie wandern singend Hand in Hand
Auf dem alten vergessenen Pfädchen
Aus den Mauern hinunter zum Strand



Grüsse,
Seymour

134
Date: Mon, 28 May 2001 13:05:00 +0200
Subject: Lyrik von Psychiatrie-Erfahrenen im PAHASCHI-Psychose-Leserforum - wer macht mit?

Aufruf zum Gedichteschreiben

Schickt Eure Werke unter dem Stichwort "Leserforum" an: Pahaschi@compuserve.com


133
Date: Sun, 20 May 2001 03:17:36 EDT
Subject: Leserforum

Hallo Simone,
das was Du beschreibst kenne ich gut. Ging mir auch so. In der akuten Phase,
hat man mir Haldol verpasst und anschließend Taxilan, welches die Situation
verbesserte, aber die Stimmen in meinem Kopf nicht "entfernte".
Ich kam dann auch in eine Klinik und bekam dort Nipolept. innerhalb von 2
Tagen waren komplett alle Symptome verschwunden. Ich bin darüber sehr
glücklich. Tabletten nehmen ist zwar nicht schön, aber immer noch besser, als
wider Stimmen zu hören und auszuklinken. Du solltest rasch was tun und Deine
Medis umstellen lassen. Auch das mit dem "draußen" nicht ertragen, habe ich
auch gehabt.
Es wird alles gut, ich lebe heute wieder einigermaßen normal und freue mich
meines Lebens, wenn auch die Realität in Abständen manchmal schwer zu
verdauen ist. Liebe Grüße. Jutta


132
Date: Fri, 18 May 2001 07:39:44 EDT
Subject: Leserforum

Liebe Simone!

Ich schreibe Dir nicht als direkt Betroffene, sondern als Angehörige, da mein
Bruder vor kurzem an einer Psychose erkrankt ist. Trotzdem wollte ich Dir
gerne schreiben, weil ich glaube, das Du sehr gute Chancen hast, diese ganze
"Sache" zu meistern. Mein Bruder hat auch "Zyprexa" genommen, zuerst in
ziemlich hoher Dosierung (25-30 mg!!) und dann, später 10 mg. Es hat dann gar
nicht lange gedauert, bis es ihm deutlich besser ging. Leider hat er es dann
abgesetzt und vegetiert nun regelrecht in seinem Zimmer dahin. Er ist nur ein
paar Jahre älter als Du und ich brauche ja nicht zu erwähnen, wie traurig das
ist.
Aufgrund der Tatsache, das Du weißt, das Du ein Problem hast, kannst Du es
mit ein bißchen Hilfe ganz sicher lösen. Ich wünsche Dir ganz viel Glück und
glaube  echt, das Du was aus Deinem Leben machen kannst.

Bunte Grüße:
S.


131
Subject: leseforum
Date: Wed, 16 May 2001 18:23:45 +0200

An Bodo und alle Betroffenen!
Ich fahre jedes Jahr nach Irland,ein konservatives,katholisches Land. Dort gibt es einen Tag der an Schizophrenie Erkrankten. Die Schutzpatronin dieser Kranken wird an diesem Tag verehrt. Trotz des religiösen Hintergrundes gibt es viele wichtige Informationen im Fernsehen.Betroffene berichten über Probleme.Auch in der Presse gibt es Berichte dazu.Das vermisse ich bei uns in Deutschland.Wir kennen die Diabetes-Woche. Wir sind über Herzinfakt und Schlaganfall informiert. Warum gibt es soetwas nicht zum Krankheitsbild der Schizophrenie? S wäre von Vorteil, wenn eine Lobby bestehen würde.Es muss den Leuten mehr Verständnis für diese Krankheit vermittelt werden. Ich bin nicht krank, habe aber vor allen Betroffenen respekt und Achtung vor ihrem Leben und ihren Erfahrungen.Ich drücke allen die Daumen für eine bessere Zukunft mit mehr Lebensqalität und mehr Toleranz.

Ich hoffe mit allen
Monika


130
Date: Fri, 11 May 2001 22:28:57 +0200
Subject: Leserforum

An den Kampfsportler "Bruce Lee"

also ich finde das nicht so doll, was Du da von Dir gegeben hast, sogar ehrlich gesagt ziemlich mies.

Erstmal zum Thema Magie /Okkultismus ich sehe es so, dass dich das Ganze erst richtig reingerissen hat psychisch, nicht zuletzt weil das auch Einfallstore für sprirtuelle Mächte sind, die vom Standpunkt meines Glauben, böse bzw. satanisch sind.
Und mit Bachblütentherapie und Chakren und ähnlichem wirst du da ganz sicher Dir nichts gutes tun.

Sport auch Kampfsport ist ja prinzipiell ok. aber bei Dir ist ja eher bedenklich, dein Wunsch Macht über andere zu haben, was ist, wenn du einen Kontrollverlust erleidest ? z.B. in einer Phase psychischer Desorientierung und zum Gewalttäter wirst. Unabhängig davon finde ich deinen Wunsch zur Macht über andere einen niederen Impuls von Dir.
Auch das Kampfschwert über dem Kamin gehört in diese Schiene, bist Du sicher auch in Zukunft die Kontrolle über dich zu haben ?

Und Neuroleptika sind nicht prinzipiell mies für viele Menschen bedeutet es die Möglichkeit ein normales Leben zu leben in dem sie mit ihrer Umwelt zurechtkommen, ob Du das so schaffen wirst erscheint mir fraglich.

Auch die häufig zu beobachtende Gewichtszunahme bei Neuroleptikaeinahme tritt nicht zwangsläufig ein, gerade wer intensiv Sport treibt und sich noch einigermassen vernünftig ernährt hat gute Chancen, sein Gewicht im Sollbereich zu halten.

Achja Kraftsteine und Amulette sind Krücken für Menschen die keinen Glauben an Gott haben, aber nicht die Konsequenz haben an ein materialistisches Universum zu glauben, entweder oder finde ich - deine Probleme werden die Dinger nicht lösen !

Bye

Ronald


129
Date: Fri, 11 May 2001 10:05:40 +0200
Subject: Wieder ein Gedicht von Bodo

Der Wecker

Wecker, Du! Du kleines Teilchen,
Laß mich schlafen noch ein Weilchen,
Ich träum so schön auf meine Weise,
Sei so gut und klingel leise.
Zeigst mir die Zeit an allen Tagen,
Doch machst Du Krach, muß ich Dich schlagen!

Was Bodo noch so in letzter Zeit fabriziert hat, könnt Ihr hier sehen.
z.B. auch die Geschichte von der Drogen-Tina...


128
Subject: Forum
Date: Sun, 29 Apr 2001 21:03:21 +0200

Hallo!!

Mein Name ist Simone und ich bin fast 18 Jahre alt. Mir wurde vor ca. 1 1/2 Monaten die Diagnose von einer Psychose festgestellt. Ich habe Angst rauszugehen, also kann ich im Moment leider nicht in meine Lehre gehen. ich versuche aber mein besten um die Siuation zu verbessern. Ich habe nicht nur Angst rauszugehen, sondern habe ich da noch Stimmen im meinem Kopf und ich denke das ich laut denke. Ich nehme im Moment Zyprexa und komme warscheinlich bald in eine Klinik wo ich hoffe das mir geholfen...
Ich würde mich freuen wenn ich eine Antwort erhalte.

@-->- Simone


127
Date: Wed, 18 Apr 2001 13:57:15 +0200
Subject: Leserforum

Liebe Schwester S.,
sag mal, können wir mal direkt Kontakt aufnehmen? Ich will dir was erzählen, aber das ufert so aus mit unserer Unterhaltung, ich will das auch nicht ganz so öffentlich tun. Aber ich denke, das wird dich bestimmt interessieren. Ist bloß immer ein bißchen blöd, es gibt so Dinge, die triggern so doll, das will ich den anderen einfach nicht zumuten. Aber du kannst das ab, und dann kann ich auch ganz anders reden.

Bitte meld dich mal bei mir, ich verrate auch deine Adresse niemandem, großes Pionierehrenwort. Oder Chat, das geht auch, das ist bloß nicht so toll, da muß man eben "life" schreiben.
Ich weiß nicht, ob du auch das Gästebuch liest, deshalb hier die Nachricht.

E-Mail: Heike.Rohde@t-online.de
Ganz liebe Grüße
Heike


126
Date: Tue, 17 Apr 2001 21:58:11 EDT
Subject: Leserforum

Hallo,
mein Name ist Sascha und ich bin 25 Jahre alt.
Ich suche alles über die Krankheit, Panikstörung-dd:Koversionsströrung--V.a frühe Störung/Persönlichkeitsstörungen und Personenspaltung. Denn das ist das was mir vor 5 Tagen meine Diagnose in einer Psychiatrie, wo ich nach einem Anfall ein geliefert wurde gestellt worde. Ich leide sehr unter diesen Sachen und suche hilfe und zu gleich überall rat. Denn ich möchte alles wissen über diese Krankheit, denn ich muß damit leben.

Meine frage: Können sie mir Link's oder Material schicken, wo ich mich schlau machen kann. Es wäre sehr nett von ihnen. Wenn sie von mir wissen möchten wie sehr und wie weit die Krankheit aus gebrochen ist. Können sie es mir schreiben. Ich bin gerne bereit ihnen das zu schreiben.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha

E-Mail: S25aschaMG@aol.com


125
Date: Mon, 16 Apr 2001 13:25:30 +0200
Subject: leserforum

hallo und guten tag an alle außerirdischen,
tolles forum, es gefällt mir sehr. mit großer begeisterung lese ich die kommentare. ich selber bin vor genau einem jahr außerirdisch geworden oder wie man so schön sagt voll weggeknallt. seitdem versuche ich meine erdenbürgerschaft wieder zu bekommen mit allen mitteln, aber dies ist nicht so einfach wie man es sich vorstellt, wie ihr sicherlich alle wißt. ich bin von der persönlichkeit eigentlich ein relativ harter typ und habe auch jahre- lang(10 jahre) härtesten kampfsport trainiert. bin dann auf die esoterik/magieschiene (5jahre) nebenbei aufgesprungen und habe mich dann leise aber sicher von meiner persönlichkeit verabschiedet (es aber nicht gemerkt). dann zu guter letzt eine energetisierungsübung (keine drogen) und es hat so geknallt wie noch nie in meinem leben. seitdem lebe ich in dem käseglockenzustand und weiß nicht mehr wer ich bin. eine einweisung in die psychatrie habe ich damals (vor einem jahr) abgelehnt, obwohl ich schon dort war bin ich wieder nach hause gegangen und in die türkei geflogen. dieser urlaub war die hölle. ich habe seitdem alles versucht was nicht mit den normalen medizinischen methoden zu tun hat ausprobiert. ich bin zum glück privat versichert und brauchte nicht alles zu bezahlen: akkupunktur, homöpathie, gehirnsynchronisation, chakrenabgleich, bachblüten, verschiedene magische erdungsübungen, etc. . und? nothing , nichts es ist nichts passiert also dann doch zum psycho. habe dann auch einen gefunden genau nach meinem geschmack, habe dann ca. 50 sitzungen psychonanalyse gemacht, nebenbei noch zu einem professor welcher nur privatpatienten behandelt und sich auch mit magische themen auskennt, sowie auch leute mit einer sogeannten zu früh erweckten "kundalini" betreut hat. bekam dann enige cocktails zyprexa, perazin, frisium,fluox, etc. egal hin oder her, es hat nichts gebracht. ich weiß nach wie vor die umwelt nicht zu deuten, weiß nicht mehr was frühling ist und bla bla bla...... ich verweigere die tabletten, da ich meinen über jahre trainierten körper nicht aufeinmal zu einer tonne werden lasse. aus und fertig. ich habe den bericht von ingo gelesen mit seiner lauferei, ich glaube nicht so recht daran, es bringt nur in massiven angstsituationen etwas, dann gehst du laufen und die angst ist weg für eine gewisse zeit, ansonsten vergiss es.

mein rezept, werde zum inneren und äußeren krieger, scheiß auf seidenmalerei die macht dich nur noch schwächer, sowie die hoffnung in den therapeuten zu geben, es hält vieleicht einen tag an und dann? vergisse es, du bist einer von vielen bei ihm,er hat seine eigenen sorgen, du bist der fighter entwickele eine neue persönlichkeit, lerne eine kampfsportart, fange an krafttraining zu machen, fang an stolz auf deinen körper zu sein, du siehst wie die muskeln wachsen, du spürst wie du macht über andere hast, welche vorher eine bedrohung für dich waren. auch wenn du dir erstmal etwas literatur über kampfsport holst oder vieleicht traust du dich in eine kampf- sportschule, egal, kaufe dir zu beginn deines neues lebensabschnittes ein schwert, egal, samurai, ninja, egal hänge es über den kamin, über dein bett damit du es siehst, parallel dazu eine halskette mit einem talisman mit deinem eigenen kraftsymbol, welches eine kombination zu deinem schwert und deiner neuen persönlichkeit durch kampfsport ist. fertig fange an, ich verspreche dir, in einem jahr sieht einiges anderes aus. mir wäre mein knall nie passiert, hätte ich meine kraft und glauben nicht abgegeben an irgendwelche scheinheilige idioten, die nur dein geld wollen. aber ich hole mir mein schwert wieder zurück, ich schwöre es. was meinst du wie oft ich gerade wenn ich alleine bin panikattacken, angstzustände etc. bekomme, weil ich mich verloren habe, mich im spiegel nicht erkenne, ja und dann 5 jahre okkultismus mit seinen hellsten/schwärzesten ängsten, alle programme der vergangenen jahre, ich kann dir sagen das macht laune, die kriege erstmal aus deinem kopf, diese angst ist mit keiner angst zu vergleichen. ich bin nicht hier um zu jammern, es geht nur um meine geschichte sowie und so vielen wie möglich zu helfen. ich bin mittlerweile soweit, daß es mich freut das ein tiefdruckgebiet aufzieht, ist doch schön die angst, es ist ein test ,mein test, genau wie ein krieger welcher jetzt seine fähigkeiten unter beweis stellen muß. also nimm deine tabletten weiter und gehe auch weiter zu deinem therapeuten, aber fange an zum krieger zu werden und irgendwann hast du es geschafft.... für fragen bezüglich magie, kampfsport, etc stehe ich jedem zu verfügung, ich versuch jedem zu helfen soweit ich es kann. das war´s oder sagen wir mal "macht sei mit dir" oder so ähnlich. gruß bruce lee


124
Date: Sun, 08 Apr 2001 19:17:42 +0200
Subject: Leserforum

Liebe S.,
Erstmal danke für deine guten Wünsche - ich kann sie brauchen. Meine realen Probleme haben mich zwar erstmal aus meinem Tief rauskatapultiert - das passiert mir immer, wenns dicke kommt - aber irgendwann bin ich doch wieder zusammengeklappt, ich kann nichts tun, nur beten, und das ist so ziemlich das Letzte, was ich akzeptieren kann. Und die Leere im Kopf - davon kann ich zur Zeit auch ein Liedchen singen. Aber gejammert wird im Keller...

Ich finde es auch gut, daß dein Bruder versuchen will, auf eigenen Füßen zu stehen. Wenn er immer noch Angst vor euch hat, ist das wohl das Beste. Es bringt nichts, sich 24 Stunden am Tag mit alldem direkt zu konfrontieren, und meine Erfahrung ist, daß das alles nur schlimmer macht. Man braucht in so einer Situation einen Ort, wohin man sich zurückziehen kann, wo man sich sicher fühlt, bis man wieder bereit ist, sich mit anderen auseinanderzusetzen - oder zusammen, wie mans nimmt. Jedenfalls ist die Familie einfach zu nah dran am Problem, wie auch immer das aussehen mag. Ich hoffe für euch, daß ihm das hilft, erstmal wieder ein wenig zu sich selbst zu finden, auch wenn das nicht so schnell und einfach gehen wird.

Und bestell dem Dr. einen Gruß von mir - der soll seine blöden Prophezeiungen für sich behalten. Seine Nase sieht auch Scheiße aus... Hat der schon mal was von selbsterfüllenden Prophezeiungen gehört? Warum nehmen die sich eigentlich das Recht raus, uns Hellsehern ins Handwerk zu pfuschen? Die sollen gefälligst tun, wofür sie bezahlt werden, und das ist ja wohl nicht Orakeln. Wenn man einen weißen Kittel anhat, darf man das, ohne Rücksicht auf Verluste, wenn nicht, dann ist man plemplem, wa? Nee, Leute...

Ich kann dir immer nur aus meiner Erfahrung raten, das muß bei deinem Bruder alles nicht unbedingt so sein und funktionieren. Ich denke, die Gefahr besteht, daß er sich zu sehr isoliert. Du solltest versuchen, den Kontakt zu halten, damit er sich nicht nur mit seinen Sorgen und Problemen beschäftigt und weiß, daß du weiter für ihn da bist. Aber laß ihm erstmal Zeit, ruf ihn an und frag ihn, ob du ihn ab und zu besuchen kannst, um mit ihm zu reden oder einfach nur bei ihm zu sein. (Ich wolte zwar eigentlich immer reden, aber das scheint ja bei ihm anders zu sein.) Vielleicht wirkt sein "eigenes Reich" ja Wunder. Es ist jedenfalls eine ganz andere Sache, wenn man mit jemandem in seiner eigenen Umgebung redet, als wenn man immer das Gefühl hat, nur Gast zu sein und auf der anderen Seite zu stehen. Und gerade das scheint ja bei ihm ziemlich streßbeladen zu sein. Versuche auf jeden Fall, ihn nicht zu bedrängen. Wenn ihm das wichtig ist, allein zu sein, dann mußt du ihm das erstmal gönnen, so schwer das fällt.

Ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich mir klarmachen muß, daß es jetzt definitiv an der Zeit ist, mein Leben zu ändern. Keine Problembewältigung mehr, das ist so ziemlich alles getan (zumindest im Kopf), und wenn es mir jetzt immer noch oder schon wieder so schlecht geht, dann bin ich selbst schuld. Es ist zwar einiges gegen den Baum gelaufen, und ich habe immer die Entschuldigung, daß ich es nicht besser wußte, nicht besser wissen konnte - mir fehlte eben einfach einiges in meiner Erinnerung und in meinem Selbstbild. Mir war nicht bewußt, daß ich mich langsam aber sicher in eine Sackgasse manövriere, in der ich mal todunglücklich aufwachen werde und feststellen, das ist alles nicht das, was ich wirklich will und brauche. Aber die Entschuldigung zieht nicht mehr, und jetzt muß ich wohl, ob ich mich traue oder nicht, mich mutterseelenallein fühle oder nicht, eine Kehrtwendung machen. Jemand anders tuts nicht für mich.Wenn nur der Anfang nicht so schwer wäre... Aber letzten Endes bin ich immer wieder froh und dankbar dafür, daß ich das Glück hatte, für das, was geschehen ist, eine Erklärung zu finden. Das war für mich das Wichtigste, so habe ich wenigstens die Chance, etwas zum Positiven zu verändern, ohne immer im Dunkeln zu tappen und nicht zu wissen, ist das jetzt falsch oder richtig. Leichter wird das alles dadurch auch nicht, das meiste ist sowieso rein emotional, und dafür gib es nun mal keine Patentlösung - und der Verstand hilft da nur bedingt. Aber Verstehen hilft dabei, Lösungen zu finden - nur nicht dabei, die auch in die Tat umzusetzen. Dabei können einem eben nur Menschen helfen, und was das angeht, siehts bei mir nicht gerade rosig aus. Außerdem stehe ich mir da selbst im Weg - ich hab eben immer noch Angst davor, wieder verletzt zu werden, und ziehe mich zurück, wenns mir schlecht geht. Kann ich kaum was dagegen tun. Ich weiß auch, daß das der falsche Weg ist, aber mach was gegen Ängste, die so tief sitzen... Wenigstens hab ich einen Anfang gemacht und werde mich in einem Selbsthilfezentrum betätigen.

Immerhin bin ich froh, daß es mir seit Wochen gelingt, gegen den Depri anzukämpfen und nicht wieder total abzustürzen. Ist ja schon ein Fortschritt. Aber ich hab mir auch von Anfang an gesagt, ich schaffe das, da rauszukommen, irgendwie, und wenn das außer mir kein Mensch auf der Welt schafft - einer muß ja den Anfang machen. Mein Optimismus ist mir zwar schon oft abhandengekommen, aber irgendwo tief drin bin ich eben doch davon überzeugt, daß es möglich ist, sich von diesem ganzen Scheiß zu befreien, dauerhaft. Und ich bin bereit, alles zu tun, was mir dazu verhilft, egal was es ist. (Es hat ja auch was für sich, für niemanden außer sich selbst verantwortlich zu sein.) Ich jedenfalls finde das total verantwortungslos, Leuten mit psychischen Problemen zu vermitteln, daß irgendwas nicht "heilbar" oder nicht zu bewältigen ist. Erstens haben die sich da schon viel zu oft geirrt, und zweitens nimmt man damit jedem die Hoffnung, aktiv was verändern zu können. Ich habe immer das Gefühl, daß die Ängste, die man in so einer Situation ohnehin hat, von der Psychologie auf jede nur erdenkliche Weise auch noch geschürt werden. Und das kanns ja wohl nicht sein, oder?

Womit ich dann bei Dagmar bin...
Also erstmal finde ich das schon gut, daß du dich noch anderswo informierst als nur in Büchern. Und so Leuten geb ich immer ne Chance, versteht sich doch von selbst.
Frage: Ist das so, daß man als Psychologe Studenten ausbildet, indem man sich das Wissen darüber aus Büchern holt? Find ich komisch, mit Verlaub.

Aber ich möchte auch ein paar Mißverständnisse ausräumen. Ich rede hier meist über das allgemeine Bild, das die werte Psychologie so von sich selbst zeichnet - und weniger von dem, was ich erlebt habe. Ich bin, besonders nach allem, was ich hier und anderswo so gehört habe, sehr zufrieden mit meiner Therapeutin. Zum zweiten bin ich anderen gegenüber eindeutig im Vorteil - ich war nie in einer Klinik, bin nicht als "unheilbar" schizophren oder psychotisch eingestuft, hatte nie das Problem, in meinen Zuständen ausgeklinkt zu sein und Angst zu kriegen - ein ganz entscheidender Vorteil. Ich "darf" mein Leben so leben, wie es mir gefällt, ohne irgendwelche Zwangseinmischungen befürchten zu müssen. Und ich habe eben die Gabe, zumindest ab und zu, klar ausdrücken zu können, was ich denke und empfinde. Und kann mich auch recht effektiv gegen Übergriffe wehren - eben weil ich nicht befürchten muß, für unzurechnungsfähig oder gar gefährlich erklärt zu werden. Fürchten tue ich mich schon davor, aber das sind Altlasten und hat nichts mit meiner Realität zu tun. Andere sind da in einer etwas anderen Situation. Ich kann mir die große Klappe leisten...

Aber ich habe mich oft gefragt, was gewesen wäre wenn... ich an einen anderen Vertreter deiner Zunft geraten wäre, meine liebe Familie sich getraut hätte, mich einweisen zu lassen - was sie sich durchaus gewünscht hat, ich habe den "Familienfrieden" schon sehr empfindlich gestört, allerdings vollkommen zu Recht, meint meine Therapeutin. Oder wenn ich irgendwie anders reagiert hätte und noch ein Stück weiter gegangen wäre. Viel hat nicht gefehlt an einer "richtigen" Psychose. Kann man tagelang drüber grübeln und philosophieren, warum mir das nicht passiert ist. Ist es nicht, und dafür bin ich auch sehr dankbar. Es macht die Ängste um einiges kleiner. Ich für meinen Teil befürchte nicht, einen Rückfall zu kriegen - ich fürchte, keinen zu kriegen.

Zu deiner Frage: klar kannst du mich zitieren - du hättest es ja einfach tun können, dies hier ist nun mal öffentlich, und ich hab wohl kaum eine Chance, mich dagegen zu verwahren. Find ich aber gut, daß du fragst. Was ich noch besser finden würde wäre, wenn du mir sagen könntest, was du erzählen willst. Interessiert mich schon... Wie stehst du denn, als Vertreter deiner Zunft, zu der ganzen Problematik, welches Bild ihr euren "Patienten" über sie selbst und ihre Probleme vermittelt?
Über Antwort würde ich mich freuen, entweder hier oder über
Heike.Rohde@t-online.de

Liebe Grüße an alle
Heike


123
Date: Sat, 07 Apr 2001 11:43:00 +0200
Subject: Leserforum

Hi alle,
ich hab hier auch eine Buchempfehlung:

Die Irren irren nicht. Aber wir in Ihnen.
von: Peter K. Schneider
Verlag Ars Una
ISBN 3-89391-251-7

In dem Buch wird eine Psychose mal aus nicht klassisch ärztlicher Sicht
betrachtet.

Donna


122
Date: Wed, 4 Apr 2001 07:47:09 EDT
Subject: Leserforum

Liebe Heike!
Tut mir echt leid, das Du zur Zeit wohl auch in ziemlichen Schwierigkeiten
steckst. Eigentlich war es immer so, das ich glaubte, oft gute Ratschläge
parat zu haben, aber diesem Glauben habe ich (wie vielen anderen Dingen an
die ich glaubte) definitiv abgeschworen. Deswegen erspare ich Dir nun auch
aufmunternde Worte wie "wird schon werden" oder so. Eines kann ich aber
sagen: Ich wünsche Dir sehr, das es bald wieder besser läuft, aber das
versteht sich von selbst. Irgendwie finde ich jetzt auch nicht die richtige
Überleitung, zu den neuesten Ereignissen bei "uns", doch ich denke, zum
Erfahrungsaustausch ist es wichtig.
Momentan bin ich allerdings so leer, das ich absolut nichts Produktives
schreiben kann. Mein Bruder ist zu Hause ausgezogen, was prinzipiell positiv
zu bewerten ist, denn hier konnte er nicht gesund werden. Am Tag bevor er
gegangen ist, dachte ich, er würde wieder so richtig psychotisch werden. Da
war wieder alles da: Aggressivität, Nervosität, vielleicht auch akustische
Halluzinationen (ich bin mir nicht sicher), aber vor allem Angst in seinen
Augen. Angst vor uns und vor dem, was mit ihm passiert, in Momenten der
Angst. Das ist alles so eine krasse Geschichte. Die meisten Leute in diesem
Forum hätten vorher wohl niemals vermutet, das sie irgendwann mal mit Worten
wie "Psychose, Schizophrenie, verrückt sein" u.s.w. jonglieren müssen. Auf
einmal ist man dieser Mühle drin und kann nicht einfach wieder heraus. So
geht es zumindest sogar mir als Angehörige, die ja nicht unmittelbar
betroffen ist, ich mich aber sehr wohl sehr betroffen fühle. Aber ist ja auch
egal. Es geht nicht um mich. Wir Angehörigen, sage ich jetzt mal so, müssen
irgendwie lernen damit umzugehen, das haben wir mit "Euch" ja gemeinsam.
Überhaupt finde ich, das es eigentlich keine Angehörigen/Betroffenen "Front"
geben sollte. Wenn ich zum Beispiel meine Family so sehe, wundert es mich
nicht wirklich, das jemand aus dieser Familie psychotisch geworden ist. Die
Medizin hat uns durch diese "Gehirnstoffwechsel-Geschichte" ja unserer
Verantwortung entbunden, aber Menschen feiern nicht nur eine "Dopamin-Party"
(sage ich jetzt mal wieder so, sorry) sondern haben doch eine Geschichte. Ich
für meinen Teil möchte mich nicht meiner Schuld entledigen und weiß sehr
wohl, was ich alles falsch gemacht habe. Zudem tabuisiert diese Gesellschaft
"psychische Erkrankungen", denke ich. Bei uns hier wußte keiner um die
Früherkennungszeichen der Schizophrenie. Das war immer so weit weg. Das
hatten nur Leute, die durchgeknallt und kriminell waren, so einfach war das.
Es tut mir leid, wenn ich das so drastisch darstelle, aber das ist doch die
Regel, so denkt die Allgemeinheit über psychische Erkrankungen, oder? Das ist
echt alles bitter und macht mich wirklich so richtig wütend, ich muß das
gleich beim Mountain biken abbauen. Auf alle Fälle ist es echt hart hier zu
sitzen und Angst zu haben, das eines Tages 2 Polizisten und ein Seelsorger
vor der Tür stehen und mein kleiner Bruder im grau einer Großstadt
untergegangen ist. Ich habe fest vor, mein Möglichstes zu tun um dieses zu
verhindern. Ist aber gar nicht so leicht, wenn er mich nicht sehen will und
glaubt, ich sei sein Feind. Ein Mensch sollte seine Freunde und Feinde
unterscheiden können, das lernt man doch in jedem billigen Western, oder?
Das ist krank und das nervt Angehörige, so ist das nunmal. Ich hoffe ja
immer, irgendwer habe da noch ein Patentrezept, ein emotionales Ass im Ärmel
quasi. Also spuckt`s nur aus, wenn`s so ist. Das ist naiv, ich weiß, aber die
Hoffnung aufgeben, hieße ihn aufgeben und so weit bin ich noch nicht. Die
Prophezeiung von ausgebildeter Seite lautet natürlich, das er wieder in der
Psychiatrie landet, weil er immer wieder neue Anlaufstellen suchen wird und
dann doch nicht klar kommt. Mein naivster Wunsch ist der, das er uns zeigt,
das es keinen vorgezeichneten "Standard-Schizo-Weg" gibt und er wider
erwartend klar kommt. Wir werden sehen. Jedenfalls hoffe ich, das jeder der
dies liest klar kommt, und es Euch Allen einigermaßen gut geht. Heike, noch
mal dank für Dein Schreiben, auf das ich leider noch nicht so richtig
Stellung nehmen konnte, da ich Deine Buchempfehlung zwar gleich bestellt
habe, aber noch nicht in den Händen halte.

Bunte Grüße:
S.


121
Date: Tue, 03 Apr 2001 17:12:50 +0100
Subject: Leserforum

Frage an Heike, zu Beitrag Nr. 104 Altes Leserforum Nr. 3

Liebe Heike,
ich heiße Dagmar, bin Psychologin (hey, gib mir 'ne Chance!) und werde
demnächst PsychologiestudentInnen etwas über Schizophrenie erzählen.
Zur Vorbereitung benutze ich überwiegend Bücher - die meist von
Medizinern und Psychologen geschrieben wurden. Bislang kann ich den
Studierenden also etwas über Schizophrenie aus der Sichtweise der
Behandler erzählen - was aber unbefriedigend weil einseitig ist.
Du hast unter anderem in Beitrag Nr. 104 des Forums 3 sehr klar und
deutlich beschrieben, was Du davon hälst, wenn Dir Deine Wahrnehmung als
nicht erlaubt oder verboten abgesprochen und weggenommen wird.
Nun zu meiner Frage: Darf ich Dich aus den Briefen im Leserforum
zitieren, um deutlich zu machen, wie Du - stellvertretend für viele
andere - die Behandlungen, sowohl das Vorgehen als auch die Ziele und
das Verhalten der Behandler, empfindest?

Ich wäre Dir sehr dankbar - denn es wäre eine Bereicherung und die
Studis und ich  könnten mehr lernen, als es normalerweise möglich ist.

Viele Grüße,
Dagmar


120
Subject: Leserforum
Date: Thu, 29 Mar 2001 00:32:11 +0200

Hallo liebe Leute,

ich habe nach langer Zeit wieder mal bei Pahaschi's Leseforum
vorbeigeschaut. Das letzte Mal, so ungefähr vor 3-4 Monaten, ging es mir
noch ziemlich schlecht. Es war das bekannte Gefühl einer Käseglocke die
über einen gestülpt ist und die von außen nichts mehr rein läßt. Ich habe
übrigens, um das noch einzufügen, zwei Psychosen hinter mir. Wer das
"Tagebuch einer Psychose" auf dieser Hompage schon gelesen hat, der weiß ja
ungefähr, wie man so abdreht. Oder hast Du, verehrter Leser, selbst schon
eine oder mehr erlebt.
Das Hauptproblem war bei mir die Zeit nach der Psychose, wenn die
Depression kommt, die dann auch eine ganze Weile bleibt. Und selbst dann,
wenn sie dann irgendwann nicht mehr so schlimm ist wie am Anfang, steht man
immer noch außerhalb des wirklichen Lebens, bzw. das Lebensgefühl, wie es
einmal war, ist einfach nicht mehr da. Man hat zu nichts Lust, alles ist
furchtbar anstrengend und unterhalten kann man sich auch mit fast
niemanden, weil einem zum Unterhalten gar nichts einfällt, außer DIE
KRANKHEIT, mit der man aber auch nicht unbedingt Hausieren gehen möchte.
Nun, worauf ich eigentlich hinaus möchte, ist die Tatsache, daß ich eine
Lösung gefunden habe. Sie ist so einfach und banal, daß man es gar nicht
glauben kann. Aber seit ich meine Methode anwende, sind gerade 9 Wochen
vergangen und ich fühle mich, als wäre ich in einen Jungbrunnen gefallen.
Mein Leben ist wieder reich und bunt und einfach wieder lebenswert. Seit 9
Wochen geht es stetig Berg auf. Wenn es also Dir, verehrter Leser immer
noch scheiße geht, dann liegt das nicht an den Medikamenten (Zyprexa,
Solian ect. ), sondern das ist die Krankheit.

Und, wann spuckt er endlich mit der Lösung heraus??? wirst Du Dich jetzt
fragen.
Nein, ich will Dich noch etwas auf die Folter spannen:
In einem Buch habe ich gelesen, daß es gegen Depressionen, Psychosen,
Schlafstörungen, Herz- Kreislauferkrankungen und weiß der Geier noch alles
hilft. Ich kann es bestätigen. Und nun die Lösung:

          3 x die Woche 30 Minuten Dauerlauf

Man läuft natürlich am Anfang nicht 30 Minuten durch, sondern fängt mit
Intervallen an. Z.B. 5 Minuten Laufen, 3 Minuten gehen, 5 Minuten Laufen
.. usw.
Kostet in der Anfangszeit ganz schön Überwindung. Aber es macht sich
bezahlt, dafür kann ich mich verbürgen.
Also liebe/r Leser/in, falls Du Interesse hast und ein paar Fragen dazu
hast, stehe ich gerne zu Verfügung. Schreib mir eine Mail
(ingo.scholz@gmx.de). Ich hoffe, Pahaschi hat nichts dagegen, wenn ich hier
so begeistert lospresche. Aber nachdem ich seine Hompage noch in Erinnerung
hatte und die vielen Leute in seinem Leseforum oder Gästebuch, die sich
nicht so recht zu helfen wußten und mir es auch nicht besser ging, mußte
ich einfach hier wieder vorbeischauen und meine Methode kundtun. Ich denke,
damit kann ich vielen helfen, die das gleiche Problem wie einst ich haben.
Bis dann...
Ingo


119
Date: Thu, 22 Mar 2001 15:32:20 +0100 (MET)
Subject: Leserforum

Hello!
Ich bin schon vor einiger Zeit auf dieses informative und Hilfestellung
gebende Leserforum geraten und muß sagen, es hat mir Mut und Ermunterung
gegeben, zu lesen, dass ich nicht allein bin mit meinem derzeitigen Seinszustand. Ich
bin 28 Jahre alt und hatte vor zweieinhalb Jahren eine Psychose, die nach 4
verzweifelten Monaten letztendlich in der von mir so gefuerchteten
Psychiatrie endete und dort natürlich in einer medikamentösen Behandlung
eingedaemmt wurde. Mein "Lebensretter" und seitdem staendiger Begleiter heisst "Solian"
und jede morgentliche Einnahme dieses so unschuldig wirkenden weissen Teilchens
erinnert mich an die wirklich alptraumhafte psychotische Zeit, die bei mir,
besonders in der Klinik, einvernommen war von todesnahen Angstzustaenden bis
hin zu hoellenhaften Wahnvorstellungen. Okay, das ist zwar schon eine Weile her,
Angst und Hölle sind nicht mehr ganz so sichtbar und ich kann wieder
realitaetsnah denken, aber trotz allem bin ich sehr ungluecklich, wissend,
dass dieser Zustand nur pro Forma eingedämmt und in keinster Weise aufgelöst ist,
traurig darueber, dass mein Koerper so leiden muss ob der Medikamente und
richtiggehend aufgequollen ist (bestimmt 15 Kilo Gewichtszunahme und
ständige Kopf- und Gesichtsschmerzen), dass der
einstmals freudige Glanz aus meinen Augen gewichen ist, und halb
verzweifelt, dass mein Geist nur noch schwach einsatzfaehig ist und der Alltag sich in einen
oftmals schmerzhaften und grauschemenhaften Film verwandelt hat. Ja, ich
komme mir vor wie verwandelt, bis in die Unkenntlichkeit mutiert ( vielleicht kennt
jemand von Franz Kafka "Die Verwandlung"?), die Dinge, die ich bei mir am
meissten liebte, meine Gefuehle und Emotionen, die Vielschichtigkeit meiner
Phantasie, die Farben  meines Seins sind wie verloren und unter der
duesteren Decke Psychopharmaka verschwunden. Seit langem hege ich schon den Wunsch von der
Medikamentation frei zu werden, obwohl natürlich Ärzte und teilweise auch
Familienmitglieder dagegensprechen und es als zu gefährlich einstufen, Angst
haben, ich könnte wieder einen Rückfall erleiden. Heute hatte ich einen Termin
bei meiner Homöopatin und wir haben uns jetzt entschlossen, ab morgen mit dem
Solianentzug zu beginnen. Von daher wollte ich mal hören, ob jemand von Euch
schon so einen Entzug hinter sich hat, wie das war, und ob er mir dazu ein
paar Tips geben kann. Wäre total nett und ich freue mich über jede Antwort.
Alles Liebe Euch allen "Mitleidenden"! FRAUKE

E-Mail: universalspirit@gmx.de


118
Date: Sat, 17 Mar 2001 18:47:27 +0100
Subject: Leserforum

Liebe S.
ich habe mich eine Weile ausgeklinkt, ich habe selbst eine Menge sehr realer Probleme am Hacken. Ein etwas überraschender und unverschuldeter baldiger Offenbarungseid dürfte ein ziemlich reales Problem sein... Jedenfalls mußte ich mich in letzter Zeit dringend um meine eigenen Angelegenheiten kümmern, und über diesem Problem bin ich doch tatsächlich wieder "verrückt" geworden. Was dann in der Praxis allerdings beweist, daß verrückt und verrückt zweierlei Dinge sind. Ich glaube ja nicht daran, aber das habe ich schon mehrmals versucht deutlich zu machen. Vielleicht gelingt es mir diesmal, ich hab nämlich Hilfe von unerwarteter Seite gefunden.
Ein Buchtip von mir: Peter M. Senge, Die fünfte Disziplin.

Ich will mal ein paar Dinge herausgreifen, die du sagst. Du siehst Egoismus, auf beiden Seiten. Es nervt dich, daß Leute zuviel Mitleid mit sich selbst haben. Du könntest es nicht ertragen, die Unwahrheit zu schreiben. Die Filter machen es einfach, filtern aber auch die Wahrheit aus den Köpfen. Du denkst, daß es wichtig ist, auch die eigenen Fehler zu erkennen, nicht nur die der anderen. Du möchtest dir steht`s ein reales Weltbild erhalten, all den Dreck da draußen sehen, im Wissen, daß das nunmal nicht das Paradies ist, du aber trotzdem auch die positiven Dinge sehen kannst. Da kommt dann doch das Bild deiner Welt zum Vorschein. Die Dinge, die dich bereichern, indem sie glücklich machen. Für jeden Menschen ist es wichtig, einigermaßen mit sich klarzukommen. Nicht völlig mit sich im reinen sein, diese Floskel ist was für Ignoranten, aber klarkommen halt. Ich bin nicht perfekt, aber ich bin was. Das ist ein Motto, weit weg von den Idealen, dieser vollgefressen Welt und ihrer grotesken Weltanschauung.

Weißt du, was du bist? Das sind die Prinzipien, die du anweden mußt, wenn du lernen willst, systemisch zu denken. Senges Buch handelt von nichts anderem, und Senge ist ein Wissenschaftler, der sich seit 30 Jahren damit befaßt, wie man Organisationen, also Menschen in einer Gemeinschaft, zum Lernen bringen kann. (Es gibt Top-Unternehmen, die bezahlen viel Geld dafür, daß sie das lernen dürfen, Ford, Shell und viele andere.) Und was dabei herauskommt.

Was dabei herauskommt ist, daß man, um systemisch denken zu können, die Prädisposition, die erlernten Filter von Mutter Kultur aufgeben muß. Die lehrt nämlich duales, lineares Denken, und das von Kindheit an. Systemisches Denken funktioniert gravierend anders. Manche nennen das auch Flow. Das beschreibt es besser, finde ich. Es ist wie ein Fließen...

Weißt du, wie ein Psychotiker in der Psychose denkt?
Systemisch.
Weißt du, wie ich denke, wenn ich diesen komischen Zustand habe, wo mir nichts, aber auch gar nichts mehr Angst macht? Systemisch. Wer wirklich systemisch denkt, denkt von sich nicht als Opfer der Umstände. Das tut aber die überwiegende Mehrheit aller Menschen. Dein Bruder auch. Leider.

Ich kann jetzt schlecht das ganze Buch zitieren, aber lies es. Es wird dir einige Einsichten offenbaren, und das wird es auch mit deinem Bruder tun. Vielleicht begreift er, was er falsch macht. Das heißt noch lange nicht, daß er es von heute auf morgen richtig machen wird, aber es ist ein Anfang. Es würde bedeuten, daß er begreift, daß er kein armes kleines Würstchen ist, das gegen den Rest der Welt kämpft, die ihn für verrückt erklärt hat, sondern daß er ein einzigartiges Talent hat, was er "nur noch" beherrschen lernen muß. Eine etwas erfreulichere Vision als die, die die vereinte Psychologengesellschaft uns da zu bieten hat, oder? Niemand, auch Senge nicht, behauptet, daß das Systemdenken einfach ist. Und er sagt etwas, was auch ich nur jedem empfehlen kann: don't try this at home... Es kann ziemlich komisch werden, manchmal... Es dauert im "Normalfall" etwa 5-10 Jahre und heißt harte Arbeit an sich selbst, bis man auf dieses Denkmodell wirklich umschaltet. Es bedeutet im Endeffekt nichts weniger, als die mentalen Modelle, die uns von Kindheit an eingeimpft wurden, über Bord zu schmeißen und die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, inklusive uns selbst - was bedeutet, daß uns jeder intellektuelle Halt verloren geht. Keine Lügen mehr. Auch keine Selbstlügen. Nichts bedeutet mehr das, was es mal bedeutet hat. Kommt das hier irgendjemandem bekannt vor? Das ist ein Hammer, glaub mir, ich weiß, wovon ich rede. Alles, aber auch alles bricht erstmal zusammen. Es dauert eine Weile, bis man aus diesem Schlamassel den Kopf wieder frei kriegt. Und es ist ganz entscheidend, was einem von allen Seiten dazu vermittelt wird. Wenn einem nichts weiter vermittelt wird, als daß alles, was man gedacht und gefühlt hat, bloß Einbildung und Unsinn und verrückt ist, dann wird es das auch sein. Keine gute Basis für ein Leben, oder? Wenn es aber Menschen gibt, die einem sagen, daß nicht alles, was man gedacht und gefühlt hat, kompletter Schwachsinn ist, dann sieht die Sache etwas anders aus. Bloß, weil der Rest der Welt nicht kapiert, wovon Verrückte reden, heißt das noch lange nicht, daß das auch wirklich alles Schwachsinn ist. Schließlich und endlich ist die ganze Welt verrückt nach den Verrückten aus Hollywood... Weil die verrückt sind? Oder weil das, was sie sagen, vielleicht doch irgendwelche Wahrheiten enthält?

In diesem Sinne
Heike


117
Date: Wed, 07 Mar 2001 22:31:35 +0100
Subject: Leserforum

Hi,
ich habe eine Frage.Kennt jemand von Euch die Klinik Heiligenfeld in Bad Kissingen oder andere Kliniken,die Euch während einer nicht akuten Psychose mit einem guten Therapiekonzept wieder auf die Beine geholfen haben? Die Ärzte diagnostizierten bei mir eine schizoaffektive Psychose oder ich sei manisch depressiv. Ich habe schon einmal in Tiefenbrunn 1994 eine Therapie (8 Monate)gemacht und die haben mich damals toll aus meinem Tief herausgeholt,allerdings habe ich 2000 diese Klinik erneut aufgesucht und dort hatte sich vieles zum Nachteil verändert und ich bin dort unglücklicherweise psychotisch geworden.
Wenn mir jemand weiterhelfen kann,schickt mir Eure Informationen doch unter silvie.p@freenet.de persönlich zu.
Ciao,Silvie.


116
Date: Tue, 6 Mar 2001 14:09:44 EST
Subject: Leserforum

Hallo Constanze, in Berlin gibt es die www.pinel.de Gesellschaft mit Selbsthilfegruppen. Ich denke auch die Ärzte müßten da Rat wissen.


115
Date: Sun, 4 Mar 2001 18:30:43 EST
Subject: Wtr: Leserforum

Hallo,
entschuldigt, daß ich hier reinplatze, denn ich bin nur eine Angehörige auf der Suche nach Informationen über Psychosen. Kann mir jemand sagen, ob es Adressen von betroffenen Angehörigen gibt, mit denen man in Kontakt treten kann? Mein "nur eine Angehörige" bedeutet übrigens, daß ich bei den von Euch geschilderten Erfahrungen und Empfindungen zwar nicht mitreden kann, möchte sie aber gerne besser verstehen lernen. Der Grund meiner Sucherei ist, daß vor 5 Jahren bei meinem damals 18jährigen Sohn eine Psychose aus dem Schizophrenen Formenkreis festgestellt wurde. Ihr wißt sicherlich, daß auch wir mitleiden und es unendlich weh tut, diese depressiven Schübe, letzter war von Ende Nov. - Anf. Febr., mitzuerleben und nicht helfen zu können. Deshalb, wenn jemand eine Info hat, bitte sagt mir Bescheid.

Sollte ich nicht hierher passen, dann drückt einfach auf "Entfernen".

Viele Grüße

ConstanzeKH


114
Subject: Leserforum
Date: Fri, 23 Feb 2001 13:19:55 +0100

Hallo Bernd,

also was du vorhast ist natürlich nicht schizophren und lässt sich nicht mit Tabletten in irgendeinerweise beheben. Ich meine damit dein Plan ist realistisch, aber deine Frau müsste mitziehen (wer gibt dir deshalb eigentlich Tabletten ?), naja aber wie bei jeder selbstständigen Tätigkeit hast du dann eben ein unternehmerisches Risiko, das heisst das Ganze kann (zumindest rein theoristisch ) auch schiefgehen und ein finanzielles Disaster werden. Aber dieses Risiko muss jeder eingehen der selbstständig etwas auf die Beine stellt, niemand kann Dir eine Garantie geben, dass sowas dann auch klappt. Aber um dir meine Rückmeldung zu geben, ich halte deine Pläne für realistisch.

Gruss

Ron


113
Subject: Bin ich Schizophren
Date: Mon, 19 Feb 2001 02:47:46 +0100

Guten Tag ich habe ein Problem!

Ist das Schizophren ?

Vor 3 Wochen war ich mit meiner Frau 14 Tage auf Lanzerote. Da hatte ich eine Idee wie wir gemeinsam unsere Zukunft gestallten könnten. Mir viel auf, das es in dem Urlaubsgebiet kein Internetkaffe gibt und man so was ja aufbauen kann. Nach meinen ersten Überlegungen und der Recherche vor Ort ( bisher 4 Internetkaffees aber in anderen Stadtteilen) ergibt durchaus eine positive Bilanz. Zumal ich selbst als Rentner dazu nicht mehr in der Lage bin, meine Frau aber mit 51 Jahren in Deutschland keine Zukunft hat, spinne ich mir nun die Zukunft auf Lanzerote aus. Das erscheint mir nun nicht ganz unmöglich, da ich viele Deutsche dort unten gesprochen habe, die auch diesen Schritt gegangen sind. Ich sehe nämlich in den neuen Bundesländern für die nächsten Jahre nicht viel Gutes. Zumal die Osterweiterung auch noch vor der Tür steht und damit der Arbeitsmarkt sich nicht wesentlich entkrampfen wird.

Leider erklären mich nun alle als absoluten Spinner und verpassen mir eine gewaltige Dosis an Tabletten, um mir diese Gedanken aus dem Gehirn zu verdrängen. Aber das geht natürlich nicht so einfach.

Mir ist zwar klar, dass ich in einer gewissen Hochphase bin, denke doch aber das es durchaus Realität werden könnte. Was meint Ihr dazu????

MfG

Bernd

E-mail: bgerhardt@t-online.de


112
Date: Sat, 17 Feb 2001 09:09:03 EST
Subject: Leserforum

Liebe Heike!
Erstmal Danke für Deinen netten Worte, aber leider kann ich das so nicht stehen lassen, denn mein Bruder ist in Hinblick auf mich wirklich nicht zu beneiden. Es stimmt, ich möchte wirklich wissen, was in sogenannten Ver-rückten vorgeht. Insbesondere in meinem Bruder, ist klar. Ich möchte echt verstehen. Menschliche Abgründe und Ängste sind mir nicht fremd und ich sehe die Parallelen zu jedem nachdenklichen Menschen. Und trotzdem: Ich sehe auch Egoismus, von beiden Seiten, quasi.

Auf der einen Seite: Mein Bruder, der die Medikamente nicht nehmen will und uns das Leben echt so richtig schwer macht, unseren Vater echt schon Jahre gekostet hat und auch mich mit Mitte Zwanzig alt aussehen läßt. Dann die andere Seite: Er macht mich wütend, ich kann manchmal keine Geduld aufbringen und mir fällt es sehr schwer gütig zu sein, da er es ohnehin immer falsch auslegt. Es macht mich regelrecht sauer, wenn er dreist Einfluß auf meine Lebensqualität nimmt und sich alle nur noch gezwungen geben. Nicht nur er ist Rilkes Panther.

Ich muß leider sagen, das es mich ohnehin immer genervt hat, wenn Leute zuviel Mitleid mit sich selbst hatten, so nach dem Motto: "Ja, ja ich bin immer der A.... für Alle." (Hat mir neulich mal einer auf `ner Party gesagt, ohne sich zu fragen, warum das so ist).

Ich hoffe, Du bist jetzt nicht enttäuscht, aber ich könnte es nicht ertragen, die Unwahrheit zu schreiben. Ich habe immer das Bedürfnis, etwas zu bewegen und bin daher manchmal brutal ehrlich (wird mir oft gesagt, jedenfalls). Aber ein bißchen verhält es sich doch auch bei Dir so, oder?

Die Sache mit der Ansteckung finde ich echt interessant. Meine Oma hat mal gesagt: "Psychische Erkrankungen sind so ansteckend wie Grippe." Kann sein, das sie recht hat. Und trotzdem: Man kann und muß dagegen ankämpfen. Es ist doch die Welt, die krank macht. Ein dickeres Fell ist die Medizin, für die man arbeiten muß. Nicht zu extrem, so daß man auch noch was an sich ranlassen kann, aber es einen halt nicht umhaut. Klar, nicht jedem gelingt das. Aber immer wieder aufstehen und versuchen, bedeutet doch leben, oder? Diese erbärmlichen Verdrängungstaktiken liegen mir auch nicht. Diese "Filter" machen es einfach, filtern aber auch oft die Wahrheit aus den Köpfen. Was ist ein Mensch ohne Wahrheiten. Wie soll man sich mit jemandem unterhalten? Sich eigene Wahrheiten zu bauen, ist psychotisch, auch wenn das jeden Tag und überall geschieht und niemand dafür für verrückt erklärt wird. (Sorry, wieder sehr drastisch, ich weiß. Lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren). Falsche Wahrheiten gibt es genug. Der Unterschied zwischen meinem Bruder und mir? Mich machen sie wütend, ihm Angst. So einfach ist das.

Apropos Weltbild. Ich denke definitiv nicht, das es einfach ist, diesbezüglich Widersprüche aus der Welt zu räumen. Ich glaube, das Wichtigste ist, die eigenen Fehler zu erkennen, nicht nur die der Anderen. Hoffentlich gelingt mir das wenigstens manchmal, denn ich möchte keinen Filter in meinem Kopf. Ich möchte mir steht`s ein reales Weltbild erhalten, all den Dreck da draußen sehen, im Wissen, daß das nunmal nicht das Paradies ist, ich aber trotzdem auch die positiven Dinge sehen kann. Da kommt dann doch das Bild meiner Welt zum Vorschein. Die Dinge, die mich bereichern, indem sie glücklich machen. Für jeden Menschen ist es wichtig, einigermaßen mit sich klarzukommen. Nicht völlig mit sich im reinen sein, diese Floskel ist was für Ignoranten, aber klarkommen halt. Ich bin nicht perfekt, aber ich bin was. Das ist ein Motto, weit weg von den Idealen, dieser vollgefressen Welt und ihrer grotesken Weltanschauung. Man sollte niemals versuchen, allen zu gefallen, denn das ist eine Beleidigung für ein Individuum.

Du schreibst, ein anderer Psychiater hätte Dir wahrscheinlich Größenwahn attestiert. Was hättest Du von dieser Diagnose gehalten und warum denkst Du, bist Du quasi in ein anderes Bewußtsein gestiegen und andere nicht? Ich bin gespannt...

Den Vergleich Psychose/Pubertät finde ich übrigens brillant. Ich würde jetzt gerne schreiben "Früher war mein Bruder aber so und so...", doch mittlerweile glaube ich, das ich ihn noch nie richtig gekannt habe und auch jetzt nicht wirklich kenne. Er hat der ganzen Family nichts zu sagen, was ich verstehen kann, aber er erwartet immer das richtige Verhalten von uns. Leider gibt es natürlich kein optimales Verhaltensmuster. Er schafft es, immer alles in ein negatives Blickfeld zu zerren. Manchmal nervt es mich, manchmal weiß ich aber, das ihn dieses ganze Familien-Zeug krank gemacht hat und ich denke, er muß hier raus. Raus aus diesem Haus, in dem das Leid quasi die Wänden runtertropft. Aber ob es so einfach ist?

So, für Heute soll`s erstmal reichen. Ich freue mich schon auf Deine Antwort. Danke übrigens für den Buchtip, ich werde es mir baldigst besorgen.
Grüße, S.

Liebe Beate!

Erstmal vielen Dank für Dein nettes Schreiben. Es ist immer wieder erstaunlich, wieviel nette und interessante Leute man hier quasi trifft. Der Brief kam in einem wichtigen Moment, da ich dazu neige, ungeduldig mit meinem Bruder zu sein und Du mir wieder klar gemacht hast, wie wichtig Geduld ist. Deswegen, Respekt an Dich und Deinen Freund, Ihr scheint ja einen richtigen Weg gefunden zu haben. Ich weiß zwar nicht genau, wie sich Dein psychotischer Zustand dargestellt hat, aber es gibt Parallelen, bezüglich der Ängste. zwischen Dir und meinem Bruder. Mich würde interessieren, wann Du gemerkt hast, wann Du gemerkt hast, das Deine Wahrnehmung eine Andere ist, als die Deines Umfeldes. Ich umschreibe das mal so, weil ich nicht so gerne krank schreibe, warum auch immer. Vielen Dank für die netten Anregungen & Tips im Umgang mit psychotischen Menschen, denn von den Ärzten kommt da leider kaum was, ich kann das nur immer wieder bemängeln. "Wir stehen wie das Kaninchen vor der Schlange", ist eines der Zitate eines Professors. Er hat es anschließend mit "Naja...so ganz kann man das nicht sagen..." oder so ähnlich relativiert, aber ich habe schon verstanden.

Viel Glück für Dich an jedem Tag, Beate.

Grüße: S.


111
Date: Fri, 16 Feb 2001 23:52:28 +0100
Subject: Leserforum

Lieber Michi,

Michi der Jedi??? Ich nehme es doch an... Dank für das Lob, das alles hilft mir, meine Schreibhemmung zu überwinden. Unbefugt gelesene Tagebücher sind nicht so prickelnd, besonders dann, wenn man überwiegend in der Vergangenheit surft... Aber all die "was wäre gewesen wenn" helfen kein Stück weiter.

Die Psychose als Schutzreaktion, den Gedanken finde ich sehr treffend. Das, was du wirklich fühlst, nimmt ein Eigenleben an, damit du endlich gezwungen bist, dich damit auseinanderzusetzen. So kann man das beschreiben, finde ich. Die Frage ist nur, bist du bereit, die Konsequenzen zu akzeptieren oder nicht... War zwischen den Zeilen beim Chat am letzten Sonntag Thema war, finde ich. Du hast, ich habe... Aber nicht alle wollen das akzeptieren. Ist okay. Die Konsequenzen sind manchmal gravierend. Manchmal bedeutet es vielleicht, das ganze Leben zu ändern. Und nicht jeder findet Veränderung okay. Nicht jeder will in der Endkonsequenz das aufgeben, was er hat. Das ist in Ordnung - ich kann gut reden, ich habe nichts Wichtiges. Es gibt andere Wege. Aber Veränderung bedeutet das Ganze auf jeden Fall.

Schutzreaktion... Ich habe mich nicht schutzbedürftig gefühlt. Ich fühlte mich im Gegenteil unbesiegbar. Aber das bin ich nicht. Das mußte ich schmerzhaft lernen. Also vielleicht doch Schutz?... Nein. Reserven mobilisieren, das ja. Ich hatte keine Ahnung, was für Reserven ich habe... Glücklicherweise habe ich sowas wie ein Gleichgewicht zwischen den Welten. Bin somit nicht psychotisch. Das nur für alle, die Angst vor der anderen Welt haben... Man kann damit leben. Es geht. Man kann all die Symptome haben, die ihr auch habt, und nicht freidrehen. Fragt mich nicht warum. Sollte ich es jemals formulieren können, warum ich anders reagiere als viele von euch, werde ich es euch wissen lassen. Ich arbeite daran... Falls es etwas ist, was man beeinflussen kann... Momentan kann ich es nicht. Aber es ging mal. Ich konnte es steuern. Jetzt bin ich tot. Bin so tot wie immer, leide an allem und jedem - und gehe an jedem Mist kaputt. Brauche keine Medikamente, um ruhiggestellt zu sein. Und leide daran am meisten, seit ich weiß, daß es auch anders geht. Ob das nun Dopamin oder sonstwas ist, ist mir ziemlich egal. Ich hätte das gerne wieder.

An alle, die mir im Chat schon einige Male den Beginn einer Psychose "diagnostiziert" haben: Vielen Dank für eure Sorge, ich weiß das wirklich zu schätzen. Aber glaubt mir eines: das, was ihr als Psychose kennt, ist bei mir kein Grund zur Sorge. Ich wünsche mir nichts mehr auf der Welt, als das wieder zu erleben... Ich komme schon klar, ich hab das zweimal 6 Monate lang bewiesen. Die einzigen, die nicht klarkommen, sind meine Eltern. Mit mir. Besonders dann, wenn ich endlich in der Lage bin, mich gegen sie zu behaupten. Und das ist die Zeit, in der ich "neurotisch" bin. Sie sind mein einziges wirkliches Problem. Der Rest ist eher lächerlich... Wer ist verrückt, wir oder die "Anderen"? Wer zum Teufel ist "anders"?

Grüße an alle
Heike


110
Subject: Leseforum
Date: Fri, 16 Feb 2001 12:37:17

Hallo allerseits,

Ich bin der Meinung dass ich unter einer Psychose leide, und das seit genau einer Woche. Ich habe einen Joint mit Kumpels geraucht und diesmal war irgendwie alles anders, mein Herz klopfte schneller und ich bekam Angst. Danach war nichts mehr wie vorher, ich habe mein Realitätsgefühl verloren(ich hab keine Halluzinationen, doch ich nehme die Realität nicht mehr so war wie sonst), alles ist irgendwie anders. Auch jetzt plagt mich mein Angstzustand und ich habe meine Eltern schon über alles aufgeklärt, sie sind jedoch der Meinung es wäre nur Einbildung und das meint der Artzt auch, ich glaube sie verstehen mich nicht, deshalb wende ich mich an euch.Bitte gebt mir einen Tip sonst verzweifle ich, kann man eine solche Psychose heilen und wie?

Teo


109
Subject: Leserforum
Date: Tue, 13 Feb 2001 23:10:18 +0100

Liebe Heike,

deinem excellent formulierten Beitrag kann ich nach meinen Erfahrungen nur voll zustimmen. Ich möchte noch anmerken, dass ich im Nachhinein die Psychose als Schutzreaktion empfinde, um Reserven zu mobilisieren, damit ich gegen die Umgebung, die mich krank macht, ankämpfen kann. Wenn ich nichts an mir oder in meinem Umfeld verändert hätte, würde wohl eine Krise auf die andere folgen. Mittlerweile bin ich dankbar für den wohl zu hohen Spiegel an Dopamin oder wie auch immer.

Michi.


108
Date: Sun, 11 Feb 2001 18:52:55 +0100
Subject: Leserforum

Liebe S.,
weißt du, daß dein Bruder zu beneiden ist? Muß ich einfach mal sagen...
Es gibt nicht viele, die wirklich wissen wollen, was in Verrückten
vorgeht.
Ich hatte in der letzten Therapiestunde ein interessantes Gespräch.
Meine Therapeutin meint, die meisten Menschen haben Angst vor
Ansteckung. Zu recht, finde ich. Ich habe ständig Angst zu sagen, was
ich wirklich denke, weil ich, wenn ich das tue, oftmals eigenartige
Wirkungen erziele... Ein Freund z.B. klagt nach Gesprächen mit mir über
schreckliche Alpträume (die er allerdings ständig hat, bloß dann werden
sie unerträglich). Mein Bruder redet mit mir so gut wie nicht mehr über
die Familie - er kann es einfach nicht aushalten. Dabei halte ich mich
schon zurück. Es ist meine Art, fürchte ich. Ich nehme nun mal nicht
gerne 20 Blätter vor den Mund, bevor ich ihn aufmache. Und es gibt
Leute, die nicht ganz so zu sind wie andere, bei denen das
unliebsame=verdrängte Gedanken und Gefühle weckt. Im Gegensatz dazu
wirken bei meinen Eltern die erlernten Filter im Hirn so perfekt, daß
nichts von dem, was ich sage, durchdringt. Ihr (Un)Verständnis ist so
selektiv, daß es mich krank macht.

Es gibt nur wenige Menschen, die den Mut und die Kraft haben,
Informationen ungefiltert an sich heranzulassen. So habe ich meine
verrückten Phasen erlebt: Das innere Energielevel steigt sprunghaft an,
und die Filter versagen. Oder sie sind nicht mehr nötig. Ich tippe auf
letzteres... Ich habe das Glück, all diese Informationen verarbeiten zu
können, ohne Angst zu kriegen. Meine Theorie ist, daß ich das meinem
schon immer etwas anderen Weltbild zu verdanken habe. Es ist die
Vernunft, die dazwischenfunkt. Sie ist es, die die Angst produziert.
Angst vor dem Unbekannten, Unerklärten. Aber ich war und bin eine
Leseratte, und ich hatte gute Lehrer, wie es aussieht. Ich weiß nicht,
ob es Zufall oder Vorsehung war... Ich bin davon überzeugt, daß ich es
Juan Matus und seinem Schüler Castaneda zu verdanken habe, daß mich der
Kontakt mit den unsichtbaren Ebenen dieser Welt nicht annähernd so
erschüttert hat wie viele andere hier. Was ich u.a. von ihm gelernt habe
ist, daß man diesen Welten mit Respekt begegnen muß - ungefährlich ist
das alles nicht. Wer Angst kriegt und sich davon überwältigen läßt, ist
verloren und verliert den Boden unter den Füßen. Aber letzten Endes sind
diese Welten nicht anders als diese hier - auch sie haben ihre Regeln
und Gesetze, und wer die befolgt, der lebt nicht gefährlicher als ein
Teilnehmer am Straßenverkehr. Vorsicht ist wie immer die Mutter der
Porzellankiste...

Ich habe mich monatelang mit der Frage nach meinem Weltbild beschäftigt.
Mit dem Ergebnis, daß es da gravierende Widersprüche gab. Ich bin dabei,
diese auszuräumen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Wer mit einem
sechsten Sinn gestraft ist, muß ihn entweder ohne zu hinterfragen
hinnehmen (das macht meine Freundin) oder zum Freidenker werden und sich
seinen eigenen Reim auf die Dinge machen (und dazu auch stehen) - eine
andere Möglichkeit gibt es nicht, andernfalls kommt es immmer wieder zu
inneren Konflikten. Die Konsequenz ist allerdings, daß dann das eigene
Weltbild zwangsläufig mit dem Rest der Welt kollidiert. Wie man es auch
dreht, es bleibt eine Gratwanderung.

Die Wissenschaft, zu der ja sich auch die Psychologie zählt (ich würde
das viel eher als eine Art Religion bezeichnen), kann die Welt gar nicht
zufriedenstellend erklären. Könnte sie das, gäbe es die Weltformel und
auf jede Frage eine Antwort. No comment. Nichtsdestotrotz beansprucht
sie für sich, daß alles, was sie an Behauptungen aufstellt, unbedingt
und per definitionem der ultimativen Wahrheit entspricht. Wie kommt es
dann, daß es zu jeder These eine Gegenthese gibt? Na ja, das
Wissen-Schaf...
Wäre ich an einen anderen Vertreter dieser Zunft geraten, hätte der mir
mit Sicherheit zumindest eins diagnostiziert: Größenwahnsinn. Ich denke,
ich weiß besser als diese Herren, was in meinem Kopf und Körper
vorgegangen ist und vorgeht. Und bringe das mittlerweile auch ganz gut
in meinem Weltbild unter. Und bin seit ein paar Wochen endlich wieder in
der Lage, diesen Glauben auch nach außen zu vertreten. Womit ich guter
Dinge bin, daß einem erneuten Verrücktwerden von meinereiner nicht mehr
so viel im Wege steht... ;-)

Aber ich habe auch andere Erfahrungen gemacht als mancher hier. Ich habe
keine Suizidtendenzen, ich empfinde keine Angst vor dem sehr
andersartigen Zustand und den damit zusammenhängenden Wahrnehmungen, ich
komme mit dem täglichen Leben prima klar, und ich kann etwas, was in
einer „richtigen“ Psychose offenbar unmöglich ist: ich bin meist in der
Lage, meine „verrückten“ Gedanken und Wahrnehmungen für mich zu
behalten, bewußt zu entscheiden, wem ich was sage. Das einzig
interessante Talent, das „Normale“ voll und ganz für sich verbuchen
können... Die sind ja auch dem Irrtum aufgesessen, daß man ihren trüben
Gedanken nicht auf die Schliche kommen kann. Aber dafür braucht man
keinen 6. Sinn, so schwer ist das alles nicht. Was ist denn Hellsehen?
Nichts weiter als die Steigerung von Emphatie.
„Bei meinem Bruder ist das alles anders. Er hat Angst vor dem Leben, das
"da draußen" vor seiner Zimmertür lauert. Er kann keine positiven
Gedanken fassen, kann keine negativen Gedanken hinterfragen. Er möchte
arbeiten und ein unabhängiges Leben, kann aber nicht das geringste dafür
tun. Er hat auch Angst vor uns Menschen, die es gut mit ihm meinen und
weiß nicht, was er tun soll. Er hat sich in seiner Welt eingeschlossen,
verbarrikadiert.“

Das ist eine exakte Beschreibung meines depressiven Zustands. Auch ich
habe mich allem, auch von meinen Freunden zurückgezogen. Selbst
Einkaufen wird zum Horrortrip. So habe ich etliche Monate vor mich
hinvegetiert. Und ich habe furchtbar unter diesem Zustand gelitten. Ich
nenne das „verblöden“. Du bist dir völlig darüber im Klaren, daß deine
geistigen Fähigkeiten nach deinen eigenen Maßstäben plötzlich dem eines
Kretins entsprechen. Das ist nicht gerade sehr erheiternd... Und es ist
beängstigend, es ist ein Kontrollverlust, den man selbst als viel
schlimmer empfindet als den in der Verrücktheit (den man überhaupt nicht
so empfindet). Es zeugt für mich von einem Höchstmaß an Kontrolle über
sich und seine Umwelt, wenn man im Morgenmantel und ohne Geld oder
Kreditkarte es schafft, einen Porsche zu kaufen. (Anekdote meiner
Therapeutin) Ich wäre vor zwei Monaten nicht in der Lage gewesen, einen
Text wie diesen zu verfassen. Und ich weiß, daß ich noch lange nicht auf
der Höhe bin. Ich bin noch immer dabei, mich zu erklären, zu
rechtfertigen. Sollte ich irgendwann mal wieder neurotisch werden...
schreibe ich wieder Geschichten und keine Abhandlungen. Die sind dann
auch nur noch halb so lang. ;-)

„Die ultimative Antwort gibt es wie immer nicht. Letztlich bleibt es
doch immer so, wie das, was man daraus macht. Das ist ein wichtiger
Aspekt, denn ich glaube, das viele Menschen, die psychotisch werden,
dazu neigen, sich selbst zu ernst oder gar zu wichtig zu nehmen.“
Wenn ich mal aus meiner Erfahrung sprechen darf: das ist eine
Übergangsphase. Leider erlaubt unsere freundliche Umwelt ja nur wenigen
von uns, dauerhaft verrückt zu sein und zu lernen, wie man auch so hier
zurechtkommt. Bei mir leitet die verrückte Phase die längst überfällige
Abnabelung von meinen Eltern ein. Mit allen Konsequenzen: Aufbegehren,
Ruppigkeit, manchmal Aggressivität - kurz, ich pubertiere. Und
Pubertierende interessieren sich nun mal hauptsächlich für sich - sie
suchen ihren Platz in der Welt. Verrückte machen dasselbe durch: ihre
Wahrnehmung ihrer selbst und auch der Umwelt verändert sich gravierend,
und sie müssen ebenfalls ihre Grenzen neu festlegen. Aber Erwachsenen
ist das leider verboten. Die haben sich gefälligst nicht mehr so
drastisch zu verändern. Wem sowas passiert, der ist eben verrückt. Wer
dann auch noch Filme fährt und das nicht für sich behält, der geht ab.
Träumen dürfen nur Kinder.
Ob es in deinem Leben Dinge gab oder gibt, die Aspekten deiner
Persönlichkeit das Erwachsenwerden nicht erlaubt haben, interessiert
keinen.

Nun stell dir vor, du hinderst ein lebhaftes, neugieriges und
gleichzeitig sensibles Kind mit mehr oder weniger offener Gewalt daran,
seine Erfahrungen zu machen - und diese auch mitzuteilen. Setzt es
psychologisch oder sogar physisch unter Druck. Das ist es, was
„Verrückten“ passiert. Da wirken nicht nur die ohnehin schon viel zu
vielen Zwänge, die unsereiner nur schwer erträgt. Da wirkt zusätzlich
noch das Stigma geisteskrank. Weite Teile der Bevölkerung betrachten
dich als entmündigt und halbbekloppt, dein Arzt eingeschlossen. Kein
Wunder, wenn viele glauben, die ganze Welt hat sich gegen sie
verschworen. Sie empfinden das alles mehr als sie es verstehen. Mir ist
das alles so nicht passiert, aber diese Ängste kenne ich auch. Da sehe
ich mich doch lieber als Hexe... Das glaubt sowieso keiner. Verrückt
wird geglaubt. Besonders wenn du in einer Klinik warst. Und all das weiß
dein Bruder - er erfährt es gerade. Wieviel davon er versteht, ist dabei
völlig unerheblich. Er versucht zu verdrängen, was er nicht aushalten
kann - und Depression = Verdrängung = Verblödung. Wie die Psychologie
das erklärt ist mir schnuppe...

Bei mir läuft nun zum fünftenmal derselbe Prozeß ab: Verdrängung des
Traumas und seiner Auswirkungen = Depression in mehr oder minder
schwerer Form. Dann kommt langsam das Selbstbewußtsein wieder, und damit
geht einher, daß mir die Meinung derer, die nicht wissen und auch nicht
wissen wollen, was in mir vorgeht, zunehmend egal wird. Und irgendwann -
hoffentlich bald - kommt das, was ich Big Bang nenne: meine emotionale
Blockade löst sich auf wundersame Weise in Wohlgefallen auf. All die
Energie, die ich dafür aufwende, die schmerzhaften und unbegreiflichen
Dinge nicht in mein Bewußtsein dringen zu lassen, ist plötzlich frei -
und bewirkt erstaunliche Dinge. Das letztemal habe ich das ganz bewußt
erlebt - und fühlte mich wie der Highlander, der gerade den letzten Sieg
über den schlimmsten seiner Feinde errungen hat - die Angst vor sich
selbst. Die Angst davor, anders zu sein als die anderen. Die Angst vor
der Macht, die diese Gabe bedeutet. Dieselbe Angst, die meine Eltern
einmal vor mir hatten, ihrem eigenen Kind. Und diese Angst wütet in mir,
solange ich denken kann. Bewußt war sie mir früher allerdings nie...
Ohne diese Angst bin ich ein neuer Mensch. Immer noch dieselbe, und doch
ganz anders. Besser, viel besser als vorher. Eben nicht mehr so sehr auf
mich fixiert. Aber endlich in der Lage, mich zu verteidigen, meine
eigene Persönlichkeit zu behaupten - wenn nötig auch gegen den Rest der
Welt. Und ich bin gezwungen, mich zu behaupten. Es gibt einige, die
nicht wollen, daß ich mich verändere. Und es beginnt der Teufelskreis...
Du wirst gezwungen, über dich zu reden, dich zu erklären. Und dich zu
verteidigen. Die Emotionen schlagen Wellen - und das sind keine
positiven Emotionen... Irgendwann wurde ich aggressiv. Irgendwann drehte
sich jedes Gespräch nur noch um mich und meinen Versuch, in diesem
Daseinszustand zu überleben. Und je mehr sie es schafften, mich zu
verunsichern und zu verängstigen, umso unverständlicher wurden meine
Erklärungsversuche. Irgendwann mache ich wieder dicht und werde
depressiv. Der erste Schritt zur "Heilung" von der "Verrücktheit". Meine
Familie fand es ganz toll, daß ich endlich wieder die alte war. Einen
Monat habe ich mir das noch angetan, dann habe ich den Kontakt
abgebrochen.

Verstanden, was da vor sich ging, habe ich erst hinterher. Mittendrin
war ich viel zu sehr damit beschäftigt, mich zu behaupten - und meine
neue Welt zu entdecken. Aber ich hatte ein völlig falsches Bild von mir
selbst. Ich und nicht erwachsen? Aber hallo. Ist aber so. In Gegenwart
meiner Eltern mutiere ich zum Kind. Muß man erstmal begreifen sowas...
Der Mensch lebt durch Bestätigung - und in dieser verrückten Welt ist es
endlich jedem möglich, die Bestätigung für alles und jedes zu finden,
wenn man sie denn sucht. Zum Abschluß (wird ja auch Zeit, Frau Rohde,
dein Mitteilungsbedürfnis ist ja mal wieder grenzenlos...) ein Buchtip:
Paolo Coelho: Veronika beschließt zu sterben. Ist zwar eklig teuer, aber
dafür ungeheuer aufbauend. Coelhos Alchimist war ein Weltbestseller.
Veronika ist seine Art der Abrechnung mit der Psychiatrie - und er weiß,
wovon er redet. Der Alchimist der Literatur gehört zum Club, war als
Jugendlicher dreimal eingeliefert...

Liebe Grüße - und sorry an alle für den Endlos-Text.
Heike


107
Subject: Leserforum
Date: Sat, 10 Feb 2001 19:01:55 +0100

Hallo Bodo, Hi Leute,

erstmal ein Kompliment für die Seite. Man kann hier echt eine Menge über die
"Krankheit" Psychose erfahren und das Forum hilft sicher vielen Leuten.
Nun aber zu meinem Thema. Die Mutter von meinem Freund leidet unter Psychose
und befindet sich momentan wieder in einer Psychatrie. Mein Freud leidet
darunter natürlich sehr und ich möchte ihm und natürlich seiner Mutter gerne
helfen. Leider zeigt sie überhaupt keine Behandlungseinsicht und nimmt ihre
Medikamente nicht regelmäßig. Mein Freund ist davon überzeugt, dass sie
immer wieder und in kürzeren Abständen in die Klinik muss und vielleicht
garnicht mehr "gesund" wird. Die Ärzte sind in bezüglich darauf auch nicht
so zuversichtlich. Ich war zuerst nicht so pessimistisch, meine Hoffnung
schwindet jedoch auch immer mehr.
Aber nicht nur die Mutter von meinem Freund macht mir Sorgen. Ich muss
zugeben, dass ich selbst schon seit längerem depressiv bin, keinen richtigen
Sinn im Leben sehe und das Gefühl habe, mich selbst nicht zu kennen. Oft
fühle ich mich fremd in meinem Körper und habe garkeine Lebenslust mehr. Ich
weiß zwar, dass ich nicht psychotisch bin, aber ich habe Angst davor, dass
das mit meinen Depressionen nicht aufhört. zeitweise verschwinden sie
komplett für längere Zeit, jedoch kommen sie immer wieder zum Vorschein, oft
ohne wirklichen Grund, da es mir eigentlich sehr gut geht (nette Eltern,
lieben Freund, Freunde etc.).

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand zu meinem und dem Problem von der
Mutter meines Freundes etwas schreibt und mir vielleicht ein wenig helfen
kann. Es wäre auch schön, wenn mir jemand ein wenig Hoffnung machen könnte,
der eine Psychose überwunden hat und mir seine Erfahrungen darüber mitteilen
könnte.
Ich freue mich über jede Mail,

alles Gute an alle Betroffenen,
Luthien!!!

luthien@uni.de


106
Subject: Leserforum
Date: Sat, 10 Feb 2001 13:44:55 +0100

Hallo S.
Du schreibst von deinem Bruder, dass er sich so in seiner Welt
verbarrikadiert und du und deine Familie nicht wißt, wie ihr ihn erreichen
könnt.Ich weiß da auch kein Allheilmittel, aber ich kann dir erzählen wie
ich den Umgang mit Freunden und Familie erlebt habe.
Vor 6 Jahren hatte ich mein erstes psychotisches Erleben, habe dabei eine
Wahrnehmung kennengelernt, die ich bislang nicht kannte. Ich war total
geschockt, weil ich mich immer für einen gesunden Menschen gehalten habe und
überhaupt nicht kapierte warum ausgerechnet mir so etwas "passieren" konnte.
Ich habe mich lange dagegen gestreubt Hilfe anzunehmen, geschweige denn
Medikamente zu akzeptieren. Zum Glück haben Freunde mich dann mal zu einer
psychiatrischen Ambulanz geschleppt, wo mir vorgeschlagen wurde mich in
einer psychiatrischen Tagesklinik vorzustellen. Zu dem ersten Termin hat
mich eine Freundin begleitet und mir Mut gemacht, sonst wäre ich vorher
schon längst umgekehrt, denn es war für mich unfassbar, dass ich reif für
die Klappsmühle sein sollte.
Ich ging dann  über Monate jeden Tag von morgens bis abends in die
Tagesklinik und habe mich eigentlich recht gut aufgehoben gefühlt. Meine
Ängste wurden dort ernst genommen und es gab regelmäßig Gespräche darüber
(einzeln und in Gruppen). Ich  begriff, dass andere ähnliche Erfahrungen
gemacht hatten wie ich und das habe ich als recht tröstlich empfunden. Ich
bekam aber auch mit, dass ich damit ziemlich viel Glück hatte, denn
diejenigen, die nur stationär "verwahrt" wurden, hatten nicht eine so
umfangreiche Betreuung. In der Tagesklinik wurde auch auf die Medikation
eingegangen, also immer ein bestmögliches Medikament in der persönlich
"richtigen" Dosierung besprochen. Es gab dort auch einige, die sich
weigerten Medikamente zu nehmen, auch das wurde akzeptiert.
Außerdem wurde an meine "gesunden" Anteile appeliert, also an das, was noch
ging und für mich "in Ordnung" war. Das habe ich als sehr hilfreich
empfunden, denn dadurch fühlte ich mich zunehmend weniger in Unordnung und
entdeckte Fähigkeiten wieder, von denen ich dachte, dass sie verschütt
gegangen wären.
Es war für mich ein täglicher Kampf den (kurzen) Weg zur Tagesklinik zu
meistern, da ich wie dein Bruder voller Ängste war. Ich traute mich kaum vor
die Tür, denn ich traute dem "chemischen" Frieden nicht. Meine Familie und
Freunde  und auch die Therapeuten in der Tagesklinik ermutigten mich immer
wieder darin, ganz kleine Schritte zu tun und "Nein" zu sagen, wenn ich
mich überfordert fühlte. Das war eigentlich lange Zeit mein Lernziel, auch
mal "Nein" zu sagen, wenn etwas nicht ging und damit mich besser zu
behaupten.
Das hat alles Jahre gedauert, bis ich mich wieder einigermaßen frei bewegen
konnte. Mein Freund, mit dem ich irgendwann wieder zusammenzog, hat von mir
immer wieder die Bewältigung kleiner Alltagsarbeiten verlangt. Oft war mir
schon das Abwaschen zu viel, aber durch seine Forderungen an mich musste ich
mich jeden Tag neu entscheiden, ob ich etwas in Angriff nehmen wollte oder
nicht.
Was ich sagen will ist, dass es mir geholfen hat, dass andere mich mit
meinen Ängsten ernst nahmen und zuhörten, wenn ich sie schilderte und
trotzdem selbst ganz "normal" blieben und kleine Dinge von mir forderten.
Natürlich ist es eine Gratwanderung, plötzlich ist mal wieder was zuviel,
was am anderen Tag klappte, also ständig Fort- und Rückschritte. Am
wichtigsten war es für mich, dass die anderen Geduld mit mir hatten und mich
nicht unter Druck setzten. Gaaaanz allmählich entwickelte ich einen Ehrgeiz
auch mal von mir aus wieder Dinge zu machen vor denen ich mich fürchtete,
aber das hat wie gesagt sehr, sehr lange gedauert.
Ich finde, dass es kein Wunder ist, wenn man sich nach einer psychotischen
Erfahrung zurückzieht. Es ist so grundsätzlich erschütternd eine Wahrnehmung
  zu erleben, die einem bislang fremd war. Nichts ist dann mehr wie vorher,
alles war eben ver-rückt. Um wieder die eigene Mitte zu finden und die
psychotische Wahrnehmung als einen Teil seines Selbst zu akzeptieren braucht
es viel Zeit und Geduld. Meine Familie und mein Freund waren übrigens in der
Tagesklinik auch mal zu einem Gespräch dort, in dem ihnen erklärt wurde,
dass sie mich in meiner Entwicklung nicht hetzen sollten. Zum Glück haben
sie viel Verständnis dafür und das hat mir sehr geholfen. Ich habe die Zeit
für mich immer als die des "unsichtbaren Gipsbeines" genannt, also eine Zeit
in der ich nicht so agieren konnte wie ich es vor der Psychose gewohnt war
und mein Leiden ja nicht so sichtbar war wie bei einem realen Gipsbein, das
jeder sehen kann und dementsprechend Rücksicht nimmt.
In der Tagesklinik wurde die Theorie unterstützt, dass eine Psychose
ausgelöst werden kann bei Menschen, die "dünnhäutig" sind und deren
(Emotions-) Fass leicht überläuft. Ich hatte Jahre lang eine totale Panik
davor wieder psychotisch zu werden und war deswegen ganz lange
übervorsichtig in meinen eigenen Belastungen. Das finde ich nicht in
Ordnung, denn es ist zwar wichtig einen Weg zu finden um eine psychotische
Krise zu vermeiden, aber ich finde es auch wichtig mal zu schauen wie man
mit weniger Medikamenten oder ganz ohne klar kommt.
Vor kurzer Zeit hatte ich einen zweiten psychotischen Schub und den habe ich
ganz gut in den Griff bekommen. Mir kam vieles bekannt vor vom ersten Mal
und der Schreck war nicht  so groß. Dieses Mal konnte ich die ganze Sache
betrachten und mich quasi entscheiden, ob ich mich für die eine oder andere
Wahrnehmung entscheiden (erstmal mit Hilfen von Medikamenten, die ich aber
gerade wieder reduziere)..
Du schreibst, dass du meinst, dass psychotische Menschen dazu neigen sich
selbst zu ernst oder wichtig zu nehmen. Ich finde du hast zum Teil recht,
weil sich in der psychotischen Wahrnehmung wirklich alles um einen selbst
dreht, aber das kommt glaube ich dadurch, dass es vorher sozusagen fehlte.
Bei meiner psychotischen Wahrnehmung dreht sich wirklich alles um mich und
zwar um meine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse. Die werden in einer Psychose
so stark, so intensiv, dass  wirklich das Emotionsfass überläuft. Meine
Gefühle finden dann nicht mehr in mir drinnen statt, sondern krempeln sich
nach außen und laufen vor mir wie in einem Film ab. Es ist so, als wenn sich
die Haut umstülpt: innen ist draußen und das was draußen sein sollte ist
drinnen. Ich empfinde dabei richtig körperlichen Schmerz auf der Haut und
bin hinterher total erschöpft, weil der Prozeß des "Umkehrens" so
anstrengend ist.
Ich glaube bei mir wird eine Psychose dann ausgelöst, wenn ich versuche
besser auf eigenen Beinen zu stehen. Das ist eine lange Geschichte, die ich
noch nicht ganz aufgedröselt habe, aber es war beide Male so, dass es darum
ging Beziehungsmuster  in die Richtung zu verändern, dass ich mich in
einigen Punkten von nahestehenden Personen  besser abgrenzen wollte. Aber
das ist eine andere Geschichte...
Mein Freund meinte gerade, dass es für ihn (und für mich) wichtig war sich
nicht von meiner Verschlossenheit entmutigen zu lassen. Immer wieder kleine
Aufforderungen zum Mitmachen zu stellen, auch wenn es tausendmal nicht
geklappt hat...... Das ist für alle Beteiligten sehr mühsam und brauchte bei
mir sehr viel Zeit, aber je mehr ich wieder bewältigen konnte, desto mehr
Mut konnte ich wieder für neue Schritte fassen. Oft genug dachte ich, dass
ich mich lieber umbringen wollte, als bis zur nächsten Strassenecke zu
gehen, aber dann habe ich doch es doch immer wieder geschafft und wenn es
erst ein paar Tage später war und vielleicht in Begleitung eines Freundes.
Also, ich denke es ist enorm wichtig, dass du deinem Bruder signalisierst,
dass du für ihn da bist, wenn er dich braucht und ich finde das klingt aus
deinem Beitrag auch heraus.
Ich wünsche dir und deinem Bruder viel Kraft, Geduld und Hoffnung.
Ich hoffe, dass du nicht denkst, dass ich Psychiatrien und Medikamente für
die einzige Lösung halte, aber vielleicht gibt es bei euch in der Gegend
eine Möglichkeit für eine ambulante Hilfe.

Liebe Grüße von Beate
 

P.S.: noch eine hilfreiche Buchempfehlung, wie ich finde für Angehörige und
Betroffenen: "Bevor die Stimmen wiederkommen" von Andreas Knuf und Anke
Gartelmann, Psychiatrie-Verlag,
ISBN 3-88414-202-X


105
Date: Wed, 7 Feb 2001 07:52:22 EST
Subject: Leserforum

Liebe Heike!
Deine Art zu schreiben ist voll Energie und Mut. Auch wie Du Deine Psychose
beschreibst, empfinde ich als recht spektakulär, da Du sie so voller Kraft
beschreibst (ganz anders als bei meinem Bruder). Vielleicht ist es auch gar
nicht so und es liegt nur an der Tatsache, das ich es nicht nachempfinden
kann, da ich es nicht erlebt habe. Wie auch immer, Du schreibst, Du hast
Menschen, die an Dich glauben, was ich mir sehr gut vorstellen kann, denn
sogar ohne Dich zu kennen, glaube ich an Dich, Deine Worte und Deine
Lebenseinstellung.

Bei meinem Bruder ist das alles anders. Er hat Angst vor dem Leben, das "da
draußen" vor seiner Zimmertür lauert. Er kann keine positiven Gedanken
fassen, kann keine negativen Gedanken hinterfragen. Er möchte arbeiten und
ein unabhängiges Leben, kann aber nicht das geringste dafür tun. Er hat auch
Angst vor uns Menschen, die es gut mit ihm meinen und weiß nicht, was er tun
soll. Er hat sich in seiner Welt eingeschlossen, verbarrikadiert. Bisher
"hilft" da die "elefantöse Medikation" (die mich verunsichert und mir nicht
recht ist, ich aber keine Alternative finde. Wer hat Tips?)
kaum. Okay, der akute, psychotische Zustand, wie man so schön sagt, ist
abgeklungen. Bloß wie geht es jetzt weiter?
Wir sind als Angehörige damit verdammt alleine gelassen worden. Wie es den
Menschen ergeht, um die sich keiner kümmert, ist ja hinlänglich bekannt.
(Falls übrigens jemand Anregungen für mich hat, würde ich das mehr als
begrüßen).

Da wären wir nun bei einem allzeit beliebten Thema: Die holde
Halbgötterschaft und ihre Gehirnstoffwechsel-Geschichte:
"Das ist die Hypothese, die wir stellen können", (Originalzitat). Das läßt
nicht gerade Hoffnung bezüglich der Wissenschaft in mir auflodern. Kann man
Wissen schaffen, indem man den Menschen, dessen Belange und seine Geschichte
außer acht läßt? Ich denke nicht und ich denke, damit bin ich nicht allein.

Es war einmal ein junger Mann. Bilderbuch-Voraussetzungen: Groß und
dunkelhaarig, Intelligent. Somit erfüllt doch ein Mensch die eigenartigen
Standards, dieser überstylten Leistungsgesellschaft. Aber wenn jemand
sensibel ist, nützt das ja alles nichts. Wie auch immer, die Gesellschaft,
die Gesellen schafft, hat ihn geschafft. Kann ja sein, das dann der
Gehirnstoffwechsel Boogie tanzt, aber das allein ist mir zu einfach. Viele
sind enttäuscht von den Psychiatern, was auch mir so geht, trotzdem möchte
ich diese Menschen nicht verurteilen. Ich gehe davon aus, das sie das tun,
wovon sie überzeugt sind, es sei das Beste. Das Gegenteil ist nicht bewiesen.
So haben doch auch die Eltern gehandelt, die in der "Erziehung" ihres Kindes
viel verkehrt gemacht haben. Wer kann schon alles richtig machen? Ich sehe
diese Elternsache so ähnlich wie Du Heike und denke, solange nichts aus
Desinteresse und Bosheit geschehen ist, kann man sie auch nur bedingt
verantwortlich machen.

Es ist schon so, wie Du sagst (Beitrag 104) von wegen zuviel Gefühl, zuviel
Phantasie u.s.w. Ich meine, wo lernst Du schon Menschen wirklich kennen? Wer
öffnet sich schon freiwillig dem Anderen? Wer will schon verletzt werden?
Wenn  es jemand wagt, sich zu offenbaren, ist das doch meist der Fall.
Vielleicht auch nicht immer aus Absicht; diese paradoxe Gesellschaft schafft
nunmal Menschen, die einem nicht alle passen. Diese Welt ist und bleibt
nunmal beängstigend, ich habe das verstanden. Frei nach dem Motto, friß oder
stirb, Vogel. Was ist aber mit den Menschen, die damit nicht leben können,
ohne quasi zu ver-rücken? Haben die dann bloß Probleme mit den
Gehirnstoffwechsel?

Die ultimative Antwort gibt es wie immer nicht. Letztlich bleibt es doch
immer so, wie das, was man daraus macht. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn
ich glaube, das viele Menschen, die psychotisch werden, dazu neigen, sich
selbst zu ernst oder gar zu wichtig zu nehmen. Ich weiß, eine gewagte These
von jemanden, der es nicht erlebt hat. Vielleicht sogar dreist, aber ich
denke, es ist auch wichtig zu sehen, wie ein Außenstehender die Situation
erlebt. Wenn es nicht so ist, revidiere ich mich gerne.

Die besten Grüße an Alle, denen es schlecht geht, in der Hoffnung, das es
auch wieder bessere Tage für Euch geben kann und ganz besondere Grüße und
alles Gute für Dich, Heike.

S.



... weitere Artikel auf www.pahaschi.de Vielen Dank an Markus für die Unterstützung!




Ergreift die Welt
mit beiden Händen,
bleibt nicht allein -
ganz ohne Mut,
teilt den Schmerz
der wunden Seele,
denn nur wer fühlt,
dem geht es gut.






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