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Tagebuch einer Psychose

Selbsthilfe-Archiv Psychose Nr.6

216
Subject: Leserforum
Date: Fri, 28 Jun 2002 20:59:47 +0200

Hallo,

 vielleicht hat auch jemand schonmal versucht die
Zyprexa zu teilen, das könnte z.B. sein,
wenn man die Dosis verteilen will über den
Tag oder weniger will und die 5mg gibts
nur in der kleinen Packung.

Mit dem Messer zerbricht die Zyprexa
oft unkontrolliert, wollte mal darauf
hinweisen, dass es mit einem Tabletten-
teiler aus der Apotheke wunderbar geht
(ich nehme den "exakt Tablettenteiler"
von 3M Medica).

So eine Tablettenteilaktion kann auch
sinnvoll sein, um selbst wieder die
Hoheit darüber zu ergreifen welche
Dosis wir einnehmen, da die
Nebenwirkungen des Zyprexas
( Gewichtszunahme und Müdigkeit )
ein Riesenproblem für uns sind,
steht uns auch die souveräne
Entscheidung zu, langfristig,
mit welcher Dosis wir leben
können.

Irgendwie hab ich auch etwas Hass
auf die Psychiater, weil sie die
Nebenwirkungen so unter den
Tisch kehren und mit Patienten
so umgehen, als würde wir noch
in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts
leben.

Typisch ist auch, dass nicht der Facharzt
für Psychiatrie (der die Dinger verschreibt)
sondern der Hausarzt auf Warnmeldungen
aufmerksam macht, die den Verdacht äussern
Zyprexa kann Zuckerkrankheit verursachen
(wie sieht es eigentlich mit Nierenschäden
und Leberschäden aus ?)
Die Herren Psychiater haben es ja wieder
nicht nötig den Patienten zu informieren,
geschweige den Untersuchungen zu
veranlassen.

Es grüsst euch herzlich

Ronald


215
Subject: Leserforum
Date: Fri, 28 Jun 2002 04:10:15 +0200

hi leute, hi Hanna
wollte mich mal wieder melden.
mir geht es super seitdem ich nun eine geringere dosis nehme: 150 mg Solian, statt 300 mg. Nachdem ich 2 Jahre 300 mg genommen hatte, fühle ich mich jetzt wie ein neuer Mensch. Ich habe das Medikament sehr langsam heruntergesetzt, mit Ärztlicher Begleitung. Ich treibe täglich Sport und fühle mich fit und gut.
Nur mit der Liebe klappt es nicht so...Viele von Euch haben einen Partner, ich vermisse das sehr. Hanna, bitte schreib Doch mal wie Dein Partner mit all dem umgeht.
gruß
dark angel
p.s.
ich bin übrigens weiblich..


214
Subject: Leserforum
Date: Wed, 19 Jun 2002 16:52:11 EDT

FILMTIP:

Sicher habt Ihr von dem Oskar-gekrönten Film "A beautiful mind" gehört.
Er läuft z.Z. noch im Kino.

Bitte alle Bekannten, Verwandten, Freunde mit reinschleppen.
Diese bekommen dann eine Vorstellung was eine Psychose ist.
(Dies kann man sich als "Gesunder" überhaupt nicht vorstellen.)

Ich habe schon mit einigen gesunden Freunden über den Film gesprochen.
Er ist sehr toll und identisch gemacht!!!!!!!
Man erkennt in dem Film sehr spät, was ist "Realität" und was ist "Wahn".
Genau so sehr spät, wie ich es während meiner 3 Psychosen erkannt habe.

Zudem spielt Russell Crowe echt Klasse -----> www.abeautifulmind.com

Grüsse von Hanna


213
Subject: Babywunsch
Date: Wed, 19 Jun 2002 16:28:52 EDT

Hallo Moni,
habe Deine Frage hier im Leserforum bei Bodo gefunden.

gerne schreibe ich dir von mir.

Mein sohn ist inzwischen 3 jahre. während der schwandershaft nahm ich aller drei tage "Zyprexa" a 5mg. wir sind froh, dass er gesund ist. besonders gut ging es mir während der 9 monate nicht, da ich mich immer mit der frage beschäftigt habe:
bekomme ich ein gesundes kind?
wir hatten glück, grosses glück .......!!!
ich war vor der schwanderschsaft zur beratung bei einer humangenetikerin, aber zu zypexa gab es noch keine wiss. erkenntnisse.

das erste jahr mit dem baby war so hart, kaum schlaf !!! man ist ja als schizokranker nicht mehr so belastbar. ich war froh, als er durchschlief und ich mich etwas erholen konnte.

was nicht zu verachten ist, ist die starke mutter-kind bindung in den ersten 2 jahren. man ist als mutter ständig in gedanken bei dem kind - man opfert sich regelrecht auf und vergisst seine eigene erholung. mit zwei jahren ging mein sohn in die krippe, und ich konnte mich etwas frei machen. mittlerweile arbeite ich wieder 5 h/tag. der tag will gut durchorganisiert sein. dann bin ich froh 21.30 uhr ins bett zu kommen.

natürlich lebe ich immer noch mit dem gedanken, dass mich wieder eine psychose einholen könnte und der bangen frage: was mache ich dann mit meinem sohn, wie schnell kann mein mann bei mir sein? ich habe leider keine oma in der nähe.

Du schreibst:
" Ich bekomme in 3wöchentlichen Abständen eine Spritze: 80mg Fluanxol Zu meiner täglichen Dosis gehören nochmal 10mg Fluanxol und 500mg Finlepsin. "

----> zu diesen medikamenten kann ich dir leider nichts sagen, ich würde dir auch raten einen humangenetiker aufzusuchen und mit deinem frauenarzt zu sprechen.

so, Moni, ich würde mich freuen von dir zu hören.

 viel glück !!!
Hanna


212
Subject: Leserforum
Date: Wed, 12 Jun 2002 19:28:47 +0200

... auf Wunsch gelöscht ...


211
Subject: Leserforum
Date: Tue, 4 Jun 2002 20:23:54 +0200

Hallo !

Ich habe schon einiges Interessantes auf dieser Seite gelesen und mich nun entschlossen, selbst ein paar Zeilen zu schreiben. Ich bin der Frederick, inzwischen 45 Jahre alt und habe bereits 13 psychotische Episoden hinter mir. Die letzte (bin vor zwei Wochen nach einem 6-wöchigen Aufenthalt entlassen worden) habe ich mir offensichtlich selbst eingebrockt, nachdem ich mal wieder mal meine Medikamente abgesetzt habe, in der Hoffnung, es ginge auch ohne. Dem ist offenbar nicht so, denn sobald ich sie absetze, werde ich unweigerlich nach wenigen Tagen psychotisch, wobei für mich die Psychose eine fast unwiderstehliche Anziehungskraft hat und ich glaube, eigentlich nur in diesem Zustand wirklich zu leben. Ich bin der Überzeugung, dass ich ohne dieses Zeug wesentlich mehr Energie und Lebenskraft hätte, aber wie gesagt, ohne geht es auch nicht. Das ist die Wahl zwischen Regen und Traufe. Z.Zt. nehme ich Solian (2 x 200 mg täglich); ich habe noch einige motorische Unruhe durch das Haldol, das ich in der Klinik bekommen habe. Nächste Woche will ich wieder anfangen zu arbeiten, es ist eine Tütenklebe-Arbeit, bin mal gespannt, wie das wird, zumal ich mich auch in meinen psychotischen Tagen dort aufgeführt habe. Hat jemand Erfahrungen mit Solian? Dann möge er/sie mir bitte schreiben: Bitte an ffnbg@gmx.de

 P.S. Bin für Zuschriften dankbar und freue mich über einen Erfahrungsaustausch.


210
Subject: Leserforum
Date: Thu, 30 May 2002 17:41:32 +0200

Ich hatte meine Psychose im Sommer 2000, damals war ich 28. Die Erkrankung kam wie aus heiterem Himmel, ich hatte mich wahrscheinlich selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Ich hatte Wahnvorstellungen und dergleichen, wäre aber nie auf den Gedanken gekommen krank zu sein. Zum Glück haben meine Verwandten (meine Mutter und meine Schwester) den "Braten" gerochen und mich dem Arzt vorgestellt.
Nach 6 Wochen geschlossener Station und 2 Wochen offene Abteilung bin ich fast ein ganzes Jahr krankgeschrieben gewesen. In der Zeit fühlte ich mich immer abgespannt und hatte keinen Bock auf irgendwas. Hab mich aber doch durchgerungen einige Hausarbeiten zu erledigen (Renovieren, ...) bei meinen Eltern, wo ich dann untergekrochen war. Ich hatte aber immer das Gefühl ausgebremmst zu werden in meinem Bestreben wieder allein klarzukommen, sowohl von meinen Eltern als auch vom behandelden Arzt. Es war eine große Umstellung von meinem Wohnort Leipzig in mein Elterndorf nach Vorpommern zurückzukehren. Aber das ist vergessen, obwohl ich überzeugt bin das der Heilungsprozeß nicht so lange dauern mußte.
Nach einem Kuraufenthalt im Sommer 2001 habe ich wieder zu arbeiten begonnen, erst halbtags dann für 6 h und ab Mitte November 2001 wieder voll. Meinem Arbeitgeber kann ich nur dankbar sein dass er die ganze zeit an mir festgehalten hat. Mein Job als Softwareberater ist eigendlich schon ziemlich anspruchsvoll, man ist ständig unterwegs, hat oft keine geregelten Mahlzeiten, Stress gehört auch dazu aber ich denke man kann dies alles meistern auch mit solch einer Krankheit "im Rücken".
Tabletten (Zyprexa) nehme ich noch, habe seit dem Ausbruch der Erkrankung rund 30 Kilo zugenommen, was ich gern auf die Tabletten schieben möchte. Ansonsten läuft mein Leben wieder in geordneten Bahnen ich wohne wieder in Leipzig in meiner alten Wohnung und mir geht es ganz gut. Festzustellen bleibt aber das ich viel mehr schlafe als früher, zwar gehe ich Abends nicht früher zu Bett aber morgens ist der Klang des Weckers ein Graus, ich denke ich könnte ohne Probleme auch erst Mittags aufstehen.

 Gruss
Jens


209
Subject: Leserforum
Date: Mon, 27 May 2002 14:31:01 +0200

Hallo an alle,

 ich hatte 1999 eine Psychose, ohne vorher oder während meiner Erkrankung genau zu wissen was das eigentlich ist. Ich machte all "die schönen" Sachen durch, wie Halluzinationen und Verfolgungswahn. Auch ich las in jeder Zeitung einen Bezug zu mir. 2 Wochen verbrachte ich in der geschlossenen Abteilung und wurde dort vollgedröhnt. Krämpfe waren die Folge, so das ich nicht mehr sprechen oder in eine bestimmte Richtung schauen konnte. Ich muß gestehen das ich mich an nicht sehr viel aus der Klinikzeit errinnern kann, irgendwie hat mein Hirn das alles schön verpackt und gibt hier und da ein "Häppchen" an meine Träume oder Gedanken ab. Wahrscheinlich ist dies auch viel besser so.

 Nach besagten 2 Wochen Nebel wurde ich wieder auf die Menschheit losgelassen, obwohl nicht alle Symptome weggedocktert waren. Da ich aber nicht wusste was Symptome sind, konnte ich auch mit niemanden darüber reden, ich glaubte immer noch an die große Verschwörung die sich um mich drehte. Ich bekam damals Risperdal. Nur war die Dosis viel zu niedrig eingestellt. Keine 2 Monate später kam ein neuer Schub, mein Psychiater setzte sich dafür ein, daß ich nicht nochmal in die Klinik mußte und so "durfte" ich die Schrecken und das minütliche Grauen bei meiner Mutter auskurieren.

 Diesmal dauerte es wesentlich länger bis ich Symptomfrei war. Mein Arzt stellte mich auf Leponex um. Das vertrug ich ganz gut, nur das ich mittlerweile 30 kg zugenommen hatte. Während meinem 2. Schub bekam ich das erste Mal in meinem Leben Selbstmord Gedanken. Damit konnte ich nicht umgehen, doch durch die 24 Std. Betreuung durch meine Mutter hatte ich Gott sei Dank nie die Chance diese umzusetzten. Nachdem der 2. Schub so gut wie ausgestanden war, befand mein überanstrengtes Hirn, das es Zeit war sich auszuruhen: Ich fiel in eine Depression. Auch der zweite Schub ist mehr oder weniger in den tiefen meines Hirns untergegangen. Das was blieb, ist die Erinnerung an die Angst die mich damals von Kopf bis Fuß beherrschte, ohne zu wissen wovor oder vor wem.

 Damals war ich 18 Jahre alt.

 Heute, mit knapp 22 Jahren weiß ich was Symptome sind und was diese Krankheit bedeutet. Das macht mir das Leben nicht unbedingt leichter, den wenn ich mal eine Nacht nicht schlafe, kommt die Angst es könnte von vorne beginnen. Ich ertappe mich auch hier und da dabei anderen Leuten zuzuhören, einfach nur um zu testen ob sie über mich reden, denn wenn, könnte ich ja mitten in einem neuem Schub stecken.

 Ich fühle mich gesund und hoffe inständig das bleibt auch für den Rest meines Lebens so. Vor einem halben Jahr wurde ich auf Seroquel umgestellt. Meine Kilos sind nach wie vor da, doch wenigstens nehme ich nicht mehr zu und habe auch keine Nebenwirkungen mehr.

 Ich kann nur allen Betroffenen Mut machen, beruflich geht es mir wunderbar, ich werde nächsten Monat als Jahrgangsbeste meine Lehre abschließen. Privat könnte es nicht besser laufen, ich lebe mit meinem Freund zusammen und er kennt meine Geschichte und findet daran nichts abstoßendes.

 Es gibt nur einen Gedanken, den ich nicht loswerden kann:

 BIN ICH NUR AUF REZEPT GESUND?

 Was wäre wenn ich meine Tabletten nicht mehr brav schlucken würde, wäre ich dann immernoch die gleiche, oder würde alles etwa von vorne anfangen???

Ich hoffe auf Feed-Back von euch, da ich niemanden kenne der ähnliches durchgemacht hat.


208
Date: Sun, 28 Apr 2002 14:16:51 +0200
Subject: Leserforum

Hi Ihr Lieben

 Ich wollte nur mitteilen, dass das Heruntersetzten bei mir von 300 mg auf 150 mg Solian einen echten Unterschied gemacht hat !! [Ich möchte ich hiermit nicht sagen dass das für jeden gelten kann, das ist ja von Fall zu Fall verschieden....] Ich blühe seitdem innerlich echt auf. Ich lese seit einiger Zeit wieder mehr und kann mich wesentlich besser konzentrieren. Ich strebe es ja an noch weniger nehmen zu müssen. Ich möchte nämlich eine Ausbildung beginnen, die ziemlich anspruchsvoll sein soll, nachdem ich Schwierigkeiten mit der Weiterführung meines Studiums hatte.Jedenfalls habe ich noch etwas Sorge, dass ich wegen der Müdigkeit und Antriebslosigkeit dadurch behindert werde. Jedoch jetzt macht sich bei mir Hoffnung breit, es vielleicht doch nicht soo schwer zu haben....

Kann mir jemand von ähnlichen Erfahrungen berichten was die Berufsausbildung betrifft !? Wie Ihr das gemeistert habt, trotz der Medikamente...?

 Eure Dark Angel


207
Date: Sat, 27 Apr 2002 14:20:17 +0200
Subject: Leserforum

Hallo Ihr Lieben,

 ich bin 1998 an einer schizophrenen Psychose erkrankt. Habe daraufhin 16 Monate krank gefeiert. Ich war 35 Jahre alt und glaubte über einen längeren Zeitraum an meine eigenen Verfolgungsgedanken und Wahnideen. Diese Krankheit war für mich wirklich ein traumatisches Erlebnis und zwar über einen längeren Zeitraum.

Ich möchte an dieser Stelle Mut machen, was die weitere berufliche Entwicklung und damit verbundene Zukunftsängste betrifft. Ich selbst übe heute wieder meinen Beruf als Diplom-Ingenieur aus Selbstverständlich hatte ich große Zweifel, ob das überhaupt noch möglich sei. Aber aus rein gesundheitlicher Sicht kann ich heute behaupten: Es ist möglich !!! Größere Probleme fand ich eher im allgemeinen Verständnis im Kollegenkreis vor. Wer arbeitet schon gern in leitender Position mit jemanden zusammen, der auffällig wurde und durchgeknallt ist? So blieb mir nach langsamer Besserung nur die Zusammenarbeit mit dem sozialpsychiatrischen Dienst des Landschaftsverbandes. Eine angagierte Mitarbeiterin erreichte durch Gespräche mit meiner Firma, dass ich meine Arbeit wieder aufnehmen konnte, ohne evtl. störende Missverständnisse im Kollegenkreis. Anfänglich sehr zaghaft spürte ich mit der Zeit, dass ich für den Job noch hinreichend Denkvermögen besitze. Heute, nach 2 Jahren darf ich behaupten, dass die Wiedereingliederung ein Glücksfall für mich war. Ich nehme immer noch Neuroleptika (5 mg Zyprexa). Dieses Medikament bekommt mir sehr gut. Ich fühle mich sicher. Aber leider hat auch vor mir die Gewichtszunahme keinen Halt gemacht.

Ich möchte an dieser Stelle ermutigen, zu der Erkrankung zu stehen. Mir persönlich geht es langsam, aber Schritt für Schritt gesundheitlich immer besser, seit ich diese Krankheit als Bestandteil meiner Person akzeptiere. Ich versuche meine Lebensqualität demnach zu verbessern und Stressfaktoren zu entfernen. Wir alle haben es uns verdient. Mit Skepsis las ich auf dieser Internetseite, dass man besser lügt, bevor man sein Krankheitsbild bei Bewerebungsgesprächen erwähnt. Selbstverständlich würde ich auch mit meiner Krankheit nicht hausieren gehen. Ich halte es aber für einen entscheidenen Schritt der Gesundung, wenn ich die Krankheit vor mir selbst akzeptiere.

 Im übrigen unterhalte man sich ruhig im engeren Bekanntenkreis über diese Erkrankung und man stellt erstaunt fest, dass die Freunde Verständnis haben und sich im weiteren Bekanntenkreis ebenfalls ähnliche Fälle auftun. Aus eigener Erfahrung kann ich nicht bestätigen, dass wir eine gesellschaftliche Randgruppe sind, die sogar gefährlich sein kann. Ich habe weitrechend andere Erfahrungen gemacht. Ich wünsche den erkrankten Mitstreitern hier viel Erfolg bei Ihren persönlichen Bemühungen, und allen Angehörigen, dass Sie weiterhin uns bei Laune halten. Es lohnt sich.
Herzliche Grüsse von Andreas

 Zum guten Schluß noch meine Mailadresse:
rossi06@web.de


206
Date: Fri, 26 Apr 2002 18:09:19 +0200
Subject: Leserforum

Hi lieber Bodo, Hi an alle Betroffenen

 Voller Begeisterung habe ich mir gestern und heute diese Website, nachdem ich sie entdeckt habe, zu Gemüte geführt. Ich bin total happy solch eine gute Webseite gefunden zu haben. Denn schon seit geraumer Zeit suchte ich einen Ort des Austauschs wie diesen....Bodo, großes Kompliment an Deine Seite.

 So jetzt zu mir. Ich bin 26 Jahre alt und hatte das erste Mal eine Psychose 1998. Dies geschah nachdem ich mir zuviel zugemutet hatte und etlichen extrem Situationen ausgesetzt war.Ich hatte z.B.den Tod eines Familienangehörigen nicht richtig verkraftet und zusätzlich war ich in eine Depression wegen meines damligen Freundes verfallen. Ich hatte Angst und Panik wegen gewisser Umstände ihn zu verlieren und fühlte mich alleine mit meinen Problemen. Das in Kurzform. Jedenfalls stürzte ich ab, innerlich. Ich wollte nicht mehr leben, nicht mehr atmen, nicht mehr leiden. Ich hatte einfach keine Kraft mehr. Dann hörte ich von einem Tag zum anderen auf zu essen und schlief nicht mehr...klassisch.Ich 'flog' in andere Sphären und verlor mein Selbst, wurde wiedergeboren. Ernährte mich von Luft, aß nichts mehr.Ich wurde zu einer Ausserirdischen einer Traumgestalt. Die Psychose 'rettete' mich jedoch vor der tiefsten Depression. Nun das erstmal zum Auftakt. ein anderes Mal werde ich meine Geschichte detaillierter schildern.

Ich wurde von einem Familienmitglied in die Psychiatrie gebracht, dann wurde mir Tavor und Taxilan verpasst und ich schlief das erstemal wieder. Am nächsten Tag war der Zauber wie weggeblasen. Da dachten die Ärzte ich hätte nur eine psychotische Epsode gehabt und entließen mich nach 2 Wochen Beobachtung ohne Medikamente. Ich war frisch und fröhlich, dachte ich hätte alles gut überstanden. Ich war von Natur aus ein Glückspilz und dachte da meinte es das Schicksal gut mit mir. Schließlich war diese Bewußtseinserweiternde Erfahrung auch irgendwie eine große Bereicherung für mich gewesen und die Ärzte schienen unbesorgt.Doch wie das so ist im Leben,es blieb nicht dabei. Kurz nacheinander landetet ich noch 2 Mal im selben Jahr in dieser heimeligen Stätte der Weißkittelträger....das brachte mich auf den Teppich. Ich schien doch nicht nur vom Glück beschenkt zu sein. So sah mein Schicksal anders aus. Ich bekam Taxilan, das wirkte nicht wirklich gut. Dann bekam ich nach weiteren Experimenten mit Fluanxol, schließlich Zyprexa. Unter Zyprexa, wie sollte es auch anders sein...wurde meine sportlich-schlanke Figur um ca. 25 kg erschwert... Nun, das war der erste Schock. Ich war plötzlich ein neuer Mensch, mit einer Erkrankung die in der Gesellschaft einen allzu bitteren Nachgeschmack hat und zusätzlich war mein bisheriges Erscheinungsbild, mein Kapital, meine Schönheit dahin....Nun, später sah ich auch, das meine Schönheit nicht ganz verschwunden war und ich noch Bewunderer fand, aber es war trotzdem ein echter krasser Schnitt in meinem Selbstbewußtsein. Ich lernte aber im Laufe der Zeit, das Schönheit WIRKLICH von innen kommt und der Mensch das ist was zählt. Doch dazu ein ander Mal.

Jedenfalls nahm ich eine Zeit lang das furchtbare Zyprexa ein, das mich einlullte und vernebelte. Ich nahm, glaube ich 15 mg ein. Auf den Tag verteilt. Ich war dauermüde und langsam und hatte Konzentrationsstörungen. Das alles war schlimm für mich. Dann bekam ich die postpsychotische Depression , doch ich denke das Medikament hat auch seinen Teil dazu beigetragen, ich war extrem depressiv. Ich wollte oftmals nicht mehr leben und alles hinschmeißen.Irgendwie war es ein echter Alptraum. In dieser Zeit ließ ich so gut wie niemanden an mich heran. Ich habe eine tolle Familie, die sich bemüht hat, doch auch sie haben ihre Grenzen. Ich ging kaum auf die Straße und nur mit Mühe Einkaufen. In all diesem Drama fand ich niemanden von ärztllicher Seite der mir half. Es war schließlich eine Frau, die Akupunktur und Pysiotherapie macht, die mir half. Ich ging zu ihr, sprach mit ihr und sie hörte zu. Sie versuchte mir zu helfen. Ich setzte dann Zyprexa ab( Sommer 1999), auch im Einverständnis des Arztes. Parallel ging ich zur Akupunktur. Dort ging es mir sehr gut. Ich spürte meinen Körper wieder und atmete auf. Ich nahm an Gewicht ab (22kg) und trieb Sport und hatte wieder einen Job und ging studieren. Was mir voher unmöglich war. Ich dachte ich wäre übern Berg. Ich hatte eine super Zeit und war fast wieder die alte. Ich hörte mit der Akupunkturbehandlung auf...dann kurz danach:
Im Juli 2000 war es wieder soweit und ich flog davon, in neue Dimensionen und andere Welten. Tja, alle die bis eben dachten dass ich es geschafft hatte von den Medikamenten los zu kommen muß ich enttäuschen.....Das Spiel fing wieder an...Diesmal mit Solian. Von Anfang an kann ich sagen, dass ich es besser vertragen habe. Doch dann kamen auch wieder Nebenwirkungen: Müdigkeit, Unlust Dinge zu tun, Lethargie, nicht Aufraffen können,Gewichtszunahme (20kg), Angst aus dem Haus zu gehen, noch später kam sexuelle Unlust hinzu, was besonders schlimm war, da meine damalige Beziehung stark darunter litt. Ich probierte dann neue Medikamente aus: Sulpirit (verwandt mit Solian), Risperdal. Doch auch die waren nicht geeignet und ich vertrug sie schlecht.Zwischenzeitlich nahm ich sogar Antidepressiva, da ich an Stimmungsschwankungen litt. Doch die nahm nur kurzzeitig, ich wollte mich nicht mit noch mehr zudröhnen.Es wurde dann auch wieder besser mit den Stimmungsschwankungen.

Zur Zeit nehme ich 150 mg Solian und bin relativ zufrieden...Müdikeit ist weniger und Appetit auch. allerdings nach wie vor ist die Libido beeinträchtigt. Meine Anfangsdosis war 300 m, als ich aus dem Krankenhaus kam.

Mein Wunsch ist es , die Medikamente irgendwann ganz auszuschleichen. Ich will es wenigstens versuchen: NO GUTS , No GLORY / oder Wer nicht wagt....

So, ich habe noch viel zu erzählen und auch Infos mitzuteilen. Die muß ich aber erst raussuchen. Ich hoffe , dass ich eine Resonanz bekomme. Ich schreibe bald genaueres über meine Psychose Diagnose: Schizoaffektive Psychose.

 Nur noch eines: Ich glaube, dass eine Psychose eine Bedeutung hat, die anderer Art ist als es die Schulmedizin je begreifen wird.Ich habe mich viel mit Texten beschäftigt, die zeigen wie zu anderen Zeiten eine Psychose positiv verstanden wurde. Vor meiner Psychose habe ich viel Carlos Castaneda gelesen und kann es jedem nur empfehlen.

Ich habe einiges von Rätsch gelesen, der viel über psychoaktive Pflanzen schreibt. Es ist doch merkwürdig, das der Mensch Bewußtseinserweiternde und verändernde Zustände herbeisehnt und herbeiführt; aber wenn ein Mensch eine Psychose bekommt, dann ist es fremdartig und wird als 'krank' abgestempelt. Das läßt mich Wundern. Wo ist der Menschenverstand dieser Gesellschaft ?
Hollywood verbrät Schizophrenie entweder als Krankheit der Genies oder als Krankheit der gefährlichen Wahnsinnigen, der 'Normale' Mensch wird übersehen. So entstehen festgefügte Muster. Die Gesellschaft ist geformt, genormt. Das ist traurig.

 Also, viel Glück wünsche ich Euch allen dort draußen ! Seit nicht deprimiert ! Das Leben hat soviel zu bieten. Ihr könnt es schaffen !!! Habt Mut, hört auf Euch !
In diesem Sinne

dark angel


205
Date: Tue, 23 Apr 2002 22:49:39 +0200
Subject: Leserforum

hallo, liebe leute,
ich mache gerade den versuch, mehr unter die leute zu gehen. und im moment
geht das recht gut. ich habe gerade einen freund zu besuch gehabt und
morgern treffe ich eine liebe freundin. ich weiß nicht, warum ich das poste,
ich b9in einfach glücklich. gott ist gut, wir sind die engel, wir leben im
himmel. ich will endlich lieben. gott ist gross.
iwan


204
Date: Tue, 23 Apr 2002 21:09:36 +0200
Subject: Leserforum

Hallo liebe Leute aus dem Forum!

 Egal ob ich die Mail von Frank, Iwan oder Heike lese, es macht mich echt sauer das so viele Leute Hilfe suchen und anscheinend kaum bekommen. Super natürlich, das es dieses Forum gibt. In letzter Zeit finde ich allerdings, das nicht mehr so ein Fluß entsteht, d.h. viele Fragen, weniger Antworten und jeder bleibt alleine mit seinen Problemen.

  Aber was viel gravierender ist: Wo sind denn die tollen Psychologen, Pädagogen, Psychiater die sich um alles kümmern? Warum sind die so selten im Forum zu finden? Warum melden sich hier meist nur sogenannte Erkrankte oder Angehörige zu Wort und so selten jemand aus der Halbgötter-Riege? Wo seit Ihr Ärzte, die Ihr ständig an der Basis forscht? Habt Ihr uns gar nichts zu sagen? Interessiert es Euch gar nicht was wirklich läuft?!

Ich selbst wirke wohl nicht so verrückt, daß ich mich bisher in ärztliche Behandlung hätte geben müssen. Toi, toi, toi. Doch wer ist schon gesund in einer kranken Welt? Dennoch habe ich einen Einblick in die Materie bekommen (müssen quasi), denn jemand der mir sehr Nahe steht (sagt man doch so schön) war in Behandlung.

Ich hatte das Gefühl das die erlesene Halbgötterschaft sich bemüht hat, aber immer nur nach Ihrem Wissen. Und die sollten selbst wissen, das sie bekanntlich nichts wissen. Neurotransmitter-Boogie hin oder her: Die Gehirnforschung steckt definitiv in den Kinderschuhen und eine Seelenforschung scheint wohl genausowenig existent wie die vermeintlichen Hirngespinnste der Patienten.

Damals, als mein "Sowieso" (sorry, aber ich muß ihn ja tarnen) Psychiarie-Erfahrung machen mußte hätten die Ärzte auch sagen können:

"Verstehen Sie doch, Ihr Sowieso hat nicht alle Latten am Zaun und wir medikamentieren drauf los weil wir nichts anderes können und  vorallendingen auch gar nicht wollen.

Schon gar nicht Ihnen zuhören. Was erwarten Sie da von uns? Wir sind die Redner, keine Zuhörer, denn dafür sind wir viel zu selbstgerecht.

Außerdem: Auch unsere lymbischen Systeme filtern das eine oder andere raus. Aber: Wir bestimmen die Realitäten und nicht Sie oder die Verrückten.

Schauen Sie Frau Sowieso, wir reden halt nicht mit Verrückten, wir spritzen nur.

Was soll denn dieser Firlefanz mit der Geschichte eines Menschen? Für uns hat ein Mensch keine Geschichte, die zählt jedenfalls nicht."

Das wäre wenigstens deutlich gewesen, aber unter dem Mantel des "Wir helfen Ihnen" waren diese Worte mal mehr oder weniger versteckt. Du jüngeren Ärzte waren noch nicht so verbraucht/verbohrt (insbesondere eine junge Ärztin in Gö), aber ich bin sicher, das kommt. Ist da doch der alles überschattende, bücherschreibende Professor: "Der Professor hat gesagt... der Professor hat gemeint...ich muß erst den Professor fragen, selber denken darf ich nicht. Wenigstens das habe ich mit den Patienten gemein," so klingt das nur aus den Ohren der jungen Ärzte, die besser daran täten sie selbst zu sein.

Eine Lanze brechen will ich aber mal für das "Bodenpersonal". Die Pflegerinnen und Pfleger an der Basis waren zum größten Teil mit mehr Herz ausgestattet und nicht abgehoben.

"Erde an Halbgötter! Huhuuu! Wir sind alle verrückt, wir sind welche von Euch." Alle gleich alle anders, oder doch nicht oder wie? Das ist ja verrückt.

Aber dennoch: Ich glaube zwar selten an das Gute, doch Hoffnung ist schon wichtig. Also: Liebe Ärzte! Zeigt uns Angehörigen und Patienten das auch ein Miteinander möglich ist. Es kommt ja auch Euch zu Gute, wenn man Mauern einreißt.

Es grüßt ein Pseudonym um andere vor Spott zu schützen:
Yps


203
Date: Wed, 17 Apr 2002 22:49:21 +0200
Subject: Reaktion auf die Mail von Iwan

Lieber Iwan!

Ich schreibe Dir hier nicht als selbst Erkrankte (oder wie immer man es nennen will, es soll keine Beleidigung sein), sondern als Angehörige. Mein Bruder litt vor etwa einem Jahr an einer schizophrenen Psychose. Ich habe ihn damals mal gefragt, ob er Stimmen hört und er antwortete "Wenn's das nur wäre". Wenn ich mir das verinnerliche wieviel Angst in den Menschen stecken muß, die sowas wie Du oder mein Bruder erlebt haben/erleben, weiß ich echt nichts mehr zu sagen. Wenn ich sage, es täte mir leid, hätte auch niemand was davon. Tut es allerdings...

Wie auch immer. Mein Bruder war damals in der Klinik. Er wollte sich das Leben nehmen und somit war es leider erforderlich. Aber ganz wichtig Iwan! Ich denke nicht jeder muß prinzipiell in die Klinik. Du hast ja Dein Problem erkannt und das ist ein Supervorteil. Du hast gute Chancen, aus der ganzen Sache raus zu kommen denke ich. Aber was ich denke ist eh unwichtig. Wichtig ist,das Du es willst und das glaube ich auch.

Als weiteren Tip kann ich Dir nur sagen das mein Bruder zuerst Zyprexa bekommen hat, Anfangs in unglaublich hoher Dosis, die mich noch heute sauer macht (30mg) und später, nachdem er die Klinik verlassen hat 10mg. Damit ging es ihm auch recht gut und man hat das Gefühl gehabt, das er sich wieder an einigen Dingen freuen konnte. Heute nimmt er keine Medikament mehr und hat sich sehr abgeschottet. Auf Solian reagieren ja auch recht viele sehr positiv, aber bestimmt weiß jemand hier im Forum mehr darüber?!

So, vielleicht kannst Du mit diesen Erfahrungen ja was anfangen. Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute.

Tschau, S.


202
Datum: Mon, 18 Mar 2002 04:27:22 +0100 (MET)
Betreff: leserforum

fragen

vor fast zwei jahren hat mich eine freundin zum psychosozialen dienst geschickt, weil ich mich immer schneiden habe müssen und so unruhig war mit herzrasen und so weiter. da hat man mir viele truxal gegeben und borderline-syndrom gemutmaßt. später war es morbus bleuler und ich nehme seit 1,5 jahren solian. aber oft vergesse ich und will nicht, weil ich nicht sicher bin, ob die mir da einfach etwas eingeredet haben. letzten frühling ist alles sehr eigenartig geworden, ich habe wochen nicht geschlafen, weil ich glaubte, die wohnung bewachen zu müssen gegen die weltenherrscher, die mich überall verfolgt haben, zuhause und auf der strasse. ich habe mich nur noch mit messer blicken lassen und der ärztin nichts errzählt, weil sie es nicht verstehen würde, meinte ich. meine mutter tat es dann und ich habe 4 mal 200 mg solian/tag bekommen, war aber nicht im krankenhaus und das verstehe ich nicht. das ist meine erste frage; was bedeutet das?? ich lese hier nämlich immer von klinikaufenthalten. und die nächste frage: ich habe ende jannuar nicht schlafen können und habe herzrasen gehabt und geglaubt ich sterbe, das war ja auch in dem tagebuch zu lesen. es war eine prüfung angesetzt, die habe ich nicht machen können. könnten das anzeichen für einen rückfall gewesen sein? kann man statt stimmen auch schritte hören, dumpfe schritte, mitten in der nacht??? wie weiß ich, ob die vielleicht nicht wirklich da sind?

das war alles, vielleicht könnte man antworten, das wäre sehr nett, mit ärzten ist es für mich schwierig.

alles liebe,
iwan


201
Date: Sun, 10 Mar 2002 07:17:24 EST
Subject: "Leserforum"

 Betrifft: Baby und Neuroleptika???

Hallo Leute,
ich hatte seit 7 Jahren jährlich eine Psychose. Mein letzter Auftritt in der Psychiatrie war im November 2000. Seit 2 Jahren lebe ich mit meinem Freund zusammen und man kann sagen, dass sich seit dem letzten Schub alles zum Positiven entwickelt hat. Jetzt wünschen wir uns von ganzen Herzen ein Kind. So weit so gut.
Wenn da nicht noch immer diese Medikamente wären !!!
Ich bekomme in 3wöchentlichen Abständen eine Spritze: 80mg Fluanxol
Zu meiner täglichen Dosis gehören nochmal 10mg Fluanxol und 500mg Finlepsin.
Mein Arzt und ich sind der Meinung, dass ein Absetzen der Medikamente zu gefährlich ist. Er möchte mich während der Schwangerschaft auf Leponex umstellen. Ich habe noch keine Erfahrungen mit diesem Medikament und somit auch meine Bedenken, ob wir unserem Baby eine faire Chance geben oder nehmen.
Wer hat Erfahrungen damit, wir sind sehr dankbar für jeden Ratschlag !

Danke, Moni
E-Mail: Monirudi2@aol.de


200
Date: Fri, 15 Feb 2002 18:34:35 +0100
Subject: Leserforum

Hallo Hanna hallo Gabi,

ich hab das gleiche Problem wie ihr, Gewichtszunahme durch Zyprexa, Hanna hat mir vor einiger Zeit mal darauf geantwortet.

Also bei mir ist es so ich bin kurz davor dass mein Gewicht 3-stellig wird und ich leide sehr darunter, vor allem das Gefühl als Single mit Bauch für fast alle Frauen wenig attraktiv zu sein macht mich fertig.

Ihr habt die Lösung gefunden 2,5mg zu nehmen nur mein Arzt sagt never change a winning team und lehnt sowohl einen Medikamentenwechsel als auch eine Verringerung der Dosierung ab (nehme 7,5 mg) zudem hatte ich gehört, ohne jetzt die einzelnen Quellen explizit nennen zu können, eine gängige Lehrmeinung wäre heute, dass bei Neurolepitka angenommen wird es wäre ein gewisser Schwellenwert erfordelich damit eine Wirkung eintritt, bei Dosierungen unterhalb dieses Limits gäbe es keinen Schutz mehr und ich hatte gehört dieser minimale Wert liege bei Zyprexa bei 5 mg. Das macht die Dosierung von 2,5 mg natürlich problematisch, wenn diese Lehrmeinung wahr wäre.

Momentan empfinde ich durch das Übergewicht einen solchen Leidensdruck, dass ich nicht mehr sagen kann, ob ich die Medis nicht eigenmächtig weglasse, bin schliesslich seit mehreren Jahren gesund.

Eine Hoffnung ist auch eine Neuentwicklung eines Neuroleptikas: der Pharma Konzern Bristol-Myers Squibb will mit dem Neuroleptika mit dem Wirkstoff Aripiprazol ein neues atypisches Neuroleptika auf den Markt bringen, dass diese Nebenwirkung des Übergewichts nicht mehr so aufweist, dieses Neuroleptika wird auch als atypisches Neuroleptika der dritten Generation bezeichnet. Es soll vorraussichtlich im Jahr 2003 auf den deutschen Markt kommen.

Ich warte also weiterhin auf das Wundermedikament, vielliecht werden meine Hoffnungen einmal erfüllt. Allerdings hab ich Angst dass im Zuge von ständigen Sparrmassnahmen im Gesundheistwesen, der Zugang zu neuen und noch teurerern Medikamenten vielleicht nicht mehr möglich ist.

Informationen zu dem Wirkstoff Aripiprazol findet ihr unter www.aerzte-zeitung.de gebt dort das Stichwort "Aripiprazol" in den Sucheintrag dieser Seite ein.

Allen Leidensgenossen und wackeren Kämpfern und Kämferinnen
wünsche ich alles Gute

Ronald


199
Date: Sun, 10 Feb 2002 21:34:05 +0100
Subject: Leserforum/bitte e-mail adresse nicht angeben

hallo an alle !

bin seit juni 1999 manisch-depressiv diagnostiziert worden und seit dezember 2000 auch noch paranoid/schizophren .und zu guter letzt habe ich september2001 noch eine "soziale angststörung" draufgepackt bekommen. mir ging es zwar nie schlecht, was meinen mentalen zustand betrifft. aber wenn es einen zu gut geht ist man halt eben auch geisteskrank. was die ärzte depression nennen, sind für mich nur melancholische phasen. bis auf meine psychose 1999, hat ich auch ja immer alles im griff. der erste schub ist halt was besonderes, und man weiß ja noch nicht bescheid. heute muß ich sagen, wenn meine wahrnehmung sich für längere zeit nur in der "normalen welt" aufhält, kann es schon manchmal langweilig werden. aber genau dann passierts meistens wieder. sich in beiden welten gleichzeitig zurechtzufinden, ist heute keine große herausforderung mehr. ich muß nur mein nervenkostüm konrollieren, und meinem gefühl seinen lauf lassen. ich bin auch draufgekommen, daß ich selbst bei meinem ersten schub noch genügend empathie-vermögen hatte, um mit freunden und familienangehörigen nicht völlig zu brechen. nach einigen monaten hatte ich mein auf eis gelegtes soziales netz wieder beschritten. ich weiß heute, wofür freunde und familie wichtig sind. durch sie verliert man nicht den halt im normalen leben, jedoch sind sie völlig unbrauchbar, wenn es um ein weiterkommen in der neu aufgetanen welt geht. hier sind andere kontakte zuständig, die ich nur auf einer gefühlsebene erreiche, wenn ich mich in die "neue welt" begebe, was ich bisher aber aus eigenen willen nicht zustande bringe. es passiert einfach, aber ausschließlich wenn ich unter emotionalem streß stehe. dezember 2000,nach gut-zureden-durch-einen-freund, bin ich freiwillig für 2 tage in eine psychiatrische klinik gegangen, wo ich paranoid/schizophren diagnostiziert wurde (nach einem 10-minuten-gespräch). dort habe ich solian verschrieben bekommen, ich wußte damals nicht wofür ich das nehmen sollte. ich funktionierte ja, in dem zustand in dem ich mich befand, besser als jeder andere auf der ganzen station(ärzte incl.) so bin ich nach 2 tagen auf revers nachhause gegangen. später bin ich draufgekommen, daß dieses medikament bei mir funktioniert, wenn ich nur im bedarfsfall(zeiten der schwäche=krankheitseinsicht) ein stück nehme. so bin ich praktisch medikamentenfrei. solian nehme ich so , wie andere eine thomapirin nach einer durchzechten nacht.
ab mai 2002 beginne ich eine gesprächstherapie, da ich doch eine komplizierte kindheit hinter mir hatte. mal sehen ,was dabei raus kommt, ich habe ja noch nie mit einer einzelnen person über mein ganzes leben,fühlen und denken geredet. habe zwar schon 4 versuche hinter mir, jedoch mußte ich erst erfahrung sammeln, welche art von therapeut/in mich zum reden bringt. und ich glaube im 5. anlauf habe jetzt die richtige gefunden, zumindest hatte ich im vorgespräch ein so gutes gefühl , wie nie zuvor im leben!!!

und noch etwas möchte ich anbringen, da so viele nach hilfe suchen. buchtipps sind ja massig vorhanden in diesem leseforum, aber auch musik kann gut helfen. dafür möchte ich "herbert grönemeyer-bleibt alles anders" empfehlen. guter stoff für hoch und tiefs

mfg michael


198
Date: Sat, 9 Feb 2002 19:15:30 +0100
Subject: Leseforum

Auf Wunsch wieder gelöscht ...


197
Date: Fri, 01 Feb 2002 19:15:42 +0100
Subject: Leserforum

Hallo,
Unser Sohn wird jetzt nach seiner 3. Psychose aus der Klinik entlassen. Nach dem die letzten Wiedereingliederungsversuche ins Berufsleben nicht alzu erfolgreich waren wollten Wir fragen ob jemand von Euch positive Erfahrungen gemacht hat oder Vorgehensweisen Empfehlen kann. Raum Ostalbkreis, Tageskliniken?, Wohnheime?, Selbsthilfegruppen? Gruppentherapie? Psychoedukation?, Arbeitstherapie?
... Es muss doch irgendwo und irgendwie moeglich sein diese Menschen von Ihrer Krankheit, durch einen geordneten Tagesablauf und dem Gefuehl gebraucht zu werden, abzulenken !

Infos an: speck.hilfe@gmx.de


196
Date: Sun, 6 Jan 2002 12:46:28 +0100
Subject: Marschiert weiter! (Gedicht)

Hallo!
Für alle, die kämpfen müssen...Nicht aufgeben!

Grüße, Seymour
(s.Anlage)
------------------------------------------------

Durch stürmische Nacht
 

Kommt, Ihr Streiter, schreitet fort,
Nicht lange wird die Nacht mehr dauern,
Und dieser karge, finstere Ort
Wird alsbald nimmermehr uns schauern.

Ich weiß wohl, dass wir alle nun
Sehr ausgezehrt und müde sind,
doch haltet durch! Bald können wir ruhn,
Aus Hagelsturm wird Sommerwind.

Und, tapfere Kämpfer, ich möchte Euch loben,
dass Ihr niemals habt aufgegeben,
Und mögen auch furchtbare Stürme noch toben,
Wisset, Ihr werdet den Frieden erleben.

Doch die angstvolle Nacht behaltet im Herzen,
Erinnert die Schlacht und den nahen Tod,
Erinnert Verzweiflung, Verlust und die Schmerzen,
Doch auch Eure Tapferkeit in elender Not

Denn Ihr habt gesehen, was wenige kennen,
Und alle, die Ihr jetzt noch lebt,
Ihr könnt Euch für immerdar Helden nennen,
Ihr wisst, wie es ist, wenn die Erde bebt.

Kommt nun, marschieren wir eisern weiter,
Ob versehrt, ob gefoltert, wir müssen voran.
Unsere Seelen sind dunkel und niemand mehr heiter,
Doch weiser und reifer, als bevor es begann.

Es ist nicht mehr lange. Es ist nicht mehr weit.
Bald dämmert der Morgen, bringt neues Licht
Das nach dieser finsteren, qualvollen Zeit
Sich spiegeln wird auf unserem Gesicht.


195
Date: Fri, 04 Jan 2002 11:27:06 +0100
Subject: Leserforum

Was alles geht mir durch den Kopf,
durch den hohlen Suppentopf,
was muß ich mich doch so sehr müh'n
für ein bißchen Suppengrün
und dann auch noch auf's Feuer,
da wird's mir ungeheuer,
doch hab' ich lieber 'ne Psychose
als Suppe aus der Dose.

Olli


194
Date: Sun, 23 Dec 2001 22:07:33 +0100
Subject: Frohe Weihnachten!

Frohe und gesegnete Weihnachten wünscht der Tagebuch-Pahaschi-Bodo allen Lesern dieses Leserforums und zugleich (für die nächste Woche) einen guten Rutsch ins Euro-Jahr 2002!


193
Date: Fri, 21 Dec 2001 09:46:07 EST
Subject: Leserforum

Hallo,

ich bin vor 9 Monaten an einer Psychose erkrankt und bekomme jetzt 2 mg Risperdal.

Ich weiss nicht ob meine Unlust in jeglicher Hinsicht, Gefühllosigkeit und Freudlosigkeit von dem Medikament kommt oder von den depressiven Nachwirkungen der Psychose. Im Forum habe ich viel positives über Solian gelesen und würde gerne darauf umsteigen, meine Ärztin meint aber, dass Solian ein zu schwaches Neuroleptika sei und nach 9 Monaten ist die Rückfallgefahr zu gross. Habt ihr Solian gleich nach eurer akuten Phase als "normales" Neuroleptika bekommen?

Würde mich sehr freuen einige Antworten zu bekommen, da mein jetziges Befinden ziemlich bescheiden ist.

liebe Grüsse und frohes Fest,

Heike


192
Date: Mon, 17 Dec 2001 12:19:07 +0100
Subject: Leserforum

Lieber Bodo, liebe Teilnehmer,

ich bin sehr dankbar, dass es dieses Forum im Netz gibt, lese nun schon seit Stunden Eure Eintraege und auch Bodos Tagebuch.

Betroffen bin ich dadurch, dass ich meine Mutter genau heute vor 5 Wochen in die psychiatrische Abteilung der Uniklinik Aachen einweisen lassen musste, weil sie an einer akut massiven Psychose erkrankt ist. Dies war ein richtiger Schock fuer alle Familienmitgieder, das kann ich Euch wirklich sagen, eidiweil wir auch nie etwas in ihren Handlungen oder auch ihrem reden bemerkt haben, wir sind aus allen Wolken gefallen. Dein Tagebuch hilft mir, es zu verstehen, wie Menschen auf einmal nicht mehr mit Erlebnissen fertig werden. Bei meiner Mutter war es wohl der ploetzliche Tod einer sehr sehr guten Freundin und dann die Geschehnisse des 11. Septembers, sie gab sich auf einmal die Schuld an den Attentaten und kannte dann auch auf einmal auch alle Zusammenhaenge dieser Verschwoerung. Ihr koennt Euch nicht vorstellen, wie das fuer mich war, ich hab versucht, ihr alles logisch zu erklaeren, aber es war ihr gar nicht mit Logik und Reden beizukommen. Nachdem sie dann eine Nacht gar nicht geschlafen hatte und noch mehr wirres Zeug sich zusammengereimt hatte (alles Sachen, die so in den letzten Wochen und Monaten in der Familie und ihrer Umwelt passiert sind) haben wir sie dann in die Klinik gebracht. Dort wurde sie dann auch sofort auf der geschuetzten Station aufgenommen.

Wir durften dann auch an dem Montag gar nicht mehr zu ihr, erst am naechsten Tag. Leider ist sie in ihren Wahnvorstellungen dann auf die vermeintlichen Attentaeter (hier die Aerzte, die an ihrem Bett waren) losgegangen und ist dann durch Amtsgerichtsbeschluss ans Bett fixiert und auch offiziell untergebracht worden. Meinem Vater musste ich dies alles sehr schonend beibringen, da eigentlich meine Mutter das starke Geschlecht in unserer Familie ist.

Zu Kirsten kann ich nur sagen, dass es meiner Mutter geholfen hat, dass ich jeden Tag stundenlang bei ihr gesessen habe und ihre Hand gehalten habe, dies hat sie mir auch heute noch gesagt, die Waerme durch Familie und Freunde braucht man auch gerade auf der geschuetzten Station, da dort viel Elend und Leid ist. Es zerreisst einem echt das Herz, weil es viele kranke Menschen gibt, die keine Angehoerige haben oder Freunde kein Verstaendnis fuer die Krankheit. Meine Mutter hat auf jeden Fall ein paar Tage fixiert und sediert im Bett gelegen und immer was von guter und schlechter Seite erzaehlt, Nahrung in jeder Form nur von mir genommen, sie wurde abgehoert und man wollte sie vergiften. Es war eine schreckliche Zeit, die wir alle wohl nur ueberstanden haben, weil wir als Familie zusammengehalten haben. Nach 4 Tagen wurde sie losgeschnallt und seitdem wirkt auch das Halldol sehr gut, sie bekommt nun noch 15 Tropfen p.d. Sie war nun insgesamt 4,5 Wochen auf der geschuetzten Station und ist seit ein paar Tagen auf der offenen PS.

Sie weiss nicht mehr viel von den Ereignissen waehrend des Ausbruchs der Krankheit, fuehlt sich aber immer noch nicht wieder faehig, das Krankenhaus zu verlassen, kann nicht gut schlafen und kaum lesen. Die Aertze geben uns jedoch die Hoffung, dass es sich um einen sehr guten Krankheitsverlauf handelt, da es ihr bereits so schnell wieder besser ging. Ich bete jeden Tag zu Gott, dass es "nur" eine Psychose ist und kein Schlaganfall oder gar ein Herzinfarkt. Auch wenn sie so bleibt bin ich froh, dass sie nicht gestorben ist. Vielleicht hoert sich das nun fuer den einen oder anderen bloed an, aber ich hab oft in den Anfaengen geglaubt, wenn sie Ruhe im Schlaf findet, gibt auch der Koerper auf, aber ich denke, sie war noch nicht an der Reihe fuer die Wolke und die Harfe und diese Krankheit ist einfach eine neue Pruefung fuer unsere Familie (mein Bruder leidet seit mehr als 20 Jahren an Diabetes Typ I).

Die Krankheit hat auch unsere Familie wieder ein Steuckchen mehr aneinandergeschweisst und wir sind in dieser rauen Welt wieder sensibler fuereinander und miteinander geworden. Ich moechte allen (auch mir selbst) Mut machen, dass man mit viel Liebe und Verstaendnis dies als Krankheit sieht und nicht als "Verruecktheit".

Wenn mir jemand schreiben moechte, wuerde ich mich freuen:
claudia.knops@web.de

bis dahin alles Liebe und Gute und vor allen Dingen noch viele wunderschoene Jahre
Eure Claudi


191
Subject: Leserforum
Date: Fri, 7 Dec 2001 15:56:54 +0100

Hi,
ich suche Leute mit dem ich mich über das Thema Schizophrenie austauschen kann. Ich bin seit einem Jahr erkrankt,und kann trotz medikamentöser Behandlung(Risperdal) keine Besserung verspüren.
Wer kennt alternative Therapiemöglichkeiten bei Schizophrenie.

Frank


190
Subject: BadTrans-Virus
Date: Fri, 7 Dec 2001 11:40:43 +0100

Liebe Leser!

Wenn ihr Outlook oder Outlook Express habt und die Pahaschi@nexgo.de Adresse in eurem Adressbuch habt, so checkt doch bitte mal mit einem aktuellen Virenprogramm oder ZoneAlarm, ob ihr infiziert seid. Ich bekomme schon seit 2 Wochen ständig den BadTrans von unterschiedlichen Leuten mit dem Betreff Re: ............ zugeschickt (Größe 42 KB).

Vielen Dank
Bodo

Informationen zur Schadenbehebung auf http://www.bsi.de .


189
Subject: Leserforum
Date: Wed, 5 Dec 2001 11:19:53 +0100

Hallo Kollegen,
hier ist nocheinmal Alexander wegen Solian. Wollte noch nachtragen, dass Impotenz, Milchfluss und Menstruationsstörungen von einem schweizer Arzt im Internet als Nebenwirkungen betrachtet werden, ebenso wie Hypertonie (Bluthochdruck) und Herzreizleitungsstörungen!!!
Im Beipacktext zu Solian findet sich die Bemerkung, dass es vorübergehend zu Störungen im Sexualleben kommen kann!
Ich machte diese negativen Erfahrungen in Bezug auf die Sexualität nicht, was auch bei jedem anders sein kann.
In Bezug auf die Beeinträchtigung des Herzens spüre ich jedoch Symptome, wie Herzrasen und ein gewisser Druck. Deswegen reduziere ich die Dosis jetzt auf 1-0-1 Solian 200 mg. Es wird eine Reduktion bis auf eineinhalb Tabletten empfohlen, andere gehen aber weiter runter, da Solian eine bessere Wirkung als Haldol hat, was deswegen auch nachvollziehbar ist.
Man sieht hier auf welche Einzelheiten man Acht geben muss, so ist daher die Höhe der Dosis auch erst herauszufinden.
Zu betonen ist jedoch der Rückgang der negativen Symptome, z.B. Asozialität, was nicht zu Vernachlässigen ist für eine bessere Lebensqualität. Es ist daher das Gesamtempfinden gegeneinander abzuwägen.

Liebe Grüße Alexander


188
Subject: Leserforum
Date: Wed, 5 Dec 2001 10:57:55 +0100

Hallo Kollegen!
Bin vor 10 Jahren an Schizophrenie erkrankt, wußte anfangs auch nicht, was mit mir vorgeht. Erste Bekanntschaft mit Haldol - Beinezittern - Unruhe.
Eskaliert ist die Situation 3 Jahre nach Ausbruch der Krankheit, war zu Besuch meiner Mutter in der Türkei, sie ist von Österreich dorthin ausgewandert und hat noch einmal geheiratet. War auf Haldol. Dann Gedankenstörung und Kurzschluss und Pulsadern aufschneiden und Tabletten schlucken - 120 Stück. Der praktische Arzt, Rettung kommt dort keine, machte Herzmassage. Die Pensionswirtin fragte mich nachher, wollen Sie leben, ich antwortete sofort, ja.
War 3 Jahre in einem Übergangswohnheim in Salzburg. War eine schöne Zeit, hatte eine Freundin, manisch - depressiv, und beendete mein Jusstudium.
Zu den Tabletten: Nach Haldol, Risperdal 6 mg, Nebenwirkungen gigantisch. Nachher Zyprexa 10 mg- verhinderte bei mir die Rückfälle nicht, da ich immer stressige Jobs hatte. Dann Nipolept 50 mg - ist ein gutes Medikament, nur sollte man sich vorallem als Mann klar sein, dass sexuell wenig geht, sogar bei Midestdosis 50 mg.
Nun Solian 2 mal 200 mg. Handelt sich um ein atypisches Neuroleptikum, da es selektiver den Dopaminhaushalt beeinflusst und eine antidepressive Wirkung hat, siehe negative Symtome wie Apathie, Sprachlosig- und Antriebslosigkeit. Die Nebenwirkungen sind geringer, da nur 2 Rezeptoren angesprochen werden, D2 und D3, deshalb geringere Nebenwirkungen. Dies führt auch zu einem ausgeglicheren Hormonhaushalt, wie empfinden, Freude und sexuelle Lust. Denn die Ursache der Schizophrenie wird in einem überspannten Dopaminhaushalt, eine Theorie, gesehen. Also ich kann euch Solian empfehlen. Als Nebenwirkung sei zu erwähnen, dass der antidepressive Effekt eine Wirkung auf den Blutdruck und das Herz haben kann, ist meine Meinung, was jedoch mit einer geringen Dosis beherrschbar betrachtet werden kann. So verschreibt man ja bei Zyprexa auch Betablocker (Herzmedikamente)!!!!
Also wenn ihr mehr Freude im Leben sucht so probiert das Solian 200 mg 1-1-1 am Anfang, wie gesagt nach Absprache mit dem Arzt. Hoffe so, dass euch so vielleicht viel erspart bleibt.

Liebe Grüße Alexander
PS.: Wenn ihr mich anmailen wollt wegen meinen Erfahrungen mit Schizophrenie:
kyrer.alexander@i-one.at


187
Subject: Leserforum
Date: Wed, 28 Nov 2001 17:18:23 +0100

Hallo zusammen.

ich hätte gerne gewusst was man unter einer Trennungs-Psychose versteht.
Für weiterführende Information wäre ich sehr dankbar.


186
Date: Fri, 23 Nov 2001 06:37:28 EST
Subject: Leserforum

An Ronald,

Zyprexa nehme ich seit 4 Jahren: ich hatte auch bei 5 mg Zyprexa 15 kg
zugenommen. Seit April nehme ich die 2,5 mg Tablette. Davon bekomme ich
keinen Heisshunger mehr.
Ich weiss nicht, ob die Wissenschafft vorrangekommen ist, oder ob dies
einfach die
optimale Dosis für mich ist.
Zu einem neuen Medikament, nur wegen der Gewichtszunahme zu wechseln,
habe ich ehrlich gesagt Angst, denn mit Zyprexa geht es mir sehr gut.
"never change a winning team"  - sage ich mir auch.

Schöne Grüsse von
Hanna

HannaHanno@aol.com


185
Date: Fri, 23 Nov 2001 18:00:47 +0100 (MET)
Subject: Bitte um Rat

Hallo an alle Forumsteilnehmer

Ein lieber Freund von mir ist gestern "freiwillig" ins Krankenhaus gegangen und kam in die geschlossene Abteilung. (erstes Mal)
Dies nach ziemlich auffälligem Verhalten mit Wahrnehmungsverschiebung / Wahnvorstellungen und verrückten Aktionen. Obwohl seine Erklärungen logisch waren war doch sein Verhalten unrealistisch, dramatisch und besorgniserregend.

Nachdem ich nicht nur Bodos Seite sondern auch sein Tagebuch und einige Forumsbeiträge gelesen habe sind schon mal die dringensten Informationslücken bei mir geschlossen worden und Ängste bzw, Sorgen abgebaut.

Aber da ich Ihn ev. morgen schon besuchen darf möchte ich Euch bitten mir noch einige Fragen zu beantworten. Da ich Ihn auf keinen Fall irgendwie unter Druck setzen oder ängstigen will weiß ich nicht wie ich mich Verhalten soll. Ich möchte nicht zu den Bösen gehören. Wie vermeide ich das? Kann ich mit Ihm über seine Krankheit( Psychose) sprechen? Ich hab Ihm auch Bodos Seite mit Tagebuch ausgedruckt. Ist dieses Wissen für Ihn gut oder schlecht?

Wie reagiert man auf Körperkontakt ist das ein gutes Gefühl? Geborgenheit oder Zwang? Während des Krankenhausaufenthalts möchten wir (seine engsten Freunde) ihm das Gefühl geben, daß er nicht alleine ist und ihn daher auf jeden Fall täglich besuchen und so unterstützen. Ist das gut?

Bitte antwortet mir was hat Euch gut getan oder ziemlich genervt oder wehgetan. Auch die kürzeste Antwort hilft mir. Bitte schreibt.

Liebe Grüße an Alle, von Kirsten


184
Betreff: Leserforum
Datum: Fri, 16 Nov 2001 12:43:05 +0100

Hallo Bodo!
Hatte selber eine Psychose und lese seitdem immer wieder in Deinem Leserforum. Man lernt
doch immer wieder etwas dazu. Na ja, auf jeden Fall habe ich mich bisher nicht aktiv an der
Diskussion beteiligt da ich auch das Glück habe noch aus der Klinik-Zeit neue Freunde zu
haben, mit den ich mich austauschen kann. Einer von ihnen ist Ingo, der schon ein paar
Beiträge ins Leserforum gebracht hat.
Ich bin etwas beunruhigt, daß das Forum schon seit ein paar Wochen nicht aktualisiert wurde.
Ich hoffe Dir geht es gut und will Dir sagen, daß ich Deine Web-site großartig finde.
Vielleicht bist Du ja einfach nur im Urlaub oder hast auch sonstwie keine Zeit.
So oder so, ich wünsche Dir alles Gute und mach weiter so.

Tom

Bodo: Hallo Tom! Wenn das Leserforum mal eine längere Zeit nicht aktualisiert wird, liegt das daran, daß keine neuen Beiträge eingeschickt werden. Ansonsten bemühe ich mich, jede Woche einmal die neue Leserforumpost einzufügen und hochzuladen.
Dir auch alles Gute!


183
Betreff: Leserforum
Datum: Thu, 15 Nov 2001 14:03:56 EST

liebe julia (nr. 176),

ich hatte anfang dieses jahres eine psychose und mache nach einem viermonatigem klinikaufenthalt derzeit ein praktikum in meinem alten beruf. es hat mir sehr viel gebracht und mich wieder aufgebaut. ich habe sehr nette kollegen gefunden und hoffe, daß ich übernommen werde zum anfang nächsten jahres. wir wollen beim arbeitsamt eine förderung zu meiner stelle beantragen und ich hoffe, daß sie genehmigt wird. vielleicht klappts, dann kann ich da anfangen. ich hatte auch depressionen nach meinem klinikaufenthalt, weil ich auch ohne arbeit dastand, ähnlich wie du. versuchs doch einfach auch über ein praktikum. vielleicht erreichst du auch eine förderung. ich wünche dir viel glück und alles gute.

bis dann,
christian


182
Betreff: Leserforum
Datum: Mon, 12 Nov 2001 23:28:54 +0100

Hallo Leute,

die Empfehlung Bodos an die Mediziner, die Wahninhalte und die Befindlichkeiten eines psyschich Kranken endlich in ihre Überlegungen mit einzubeziehen, empfinde ich als einen entscheidenden Schritt vorwärts.
Ähnlich ist es mir ergangen. Von dem Moment an, als ich begann meine Wahn- und Angstvorstellungen wie Traumbilder anzunehmen, gelang es mir die Botschaft der Wahnvorstellungen zu deuten. Es sind nämlich nicht x-beliebige Angstbilder sondern genuin aus der Erkrankung des betreffenden Menschen hervorgehende Vorstellungen und man sollte sie meines Erachtens als Symptome betrachten, die den Zugang zur Lösung der dahinter verborgenen Probleme anzeigen.

Ich denke auf Grund meiner eigenen Erfahrungen, dass Schizophrenie heilbar ist und dass nicht der Psychologe sondern der kranke Mensch dabei das Maß aller Dinge sein muss. Der Arzt sollte derjenige sein, der all das bietet und jene Erfahrungen und Vorstellungen vermittelt, die dem Kranken aus seiner Situation heraus helfen. Die Vorstellungen, die ein Mensch vom Leben hat, sind es, die sein Handeln, seinen Erfolg und sein Glück bestimmen. Führen diese Vorstellungen aber nicht zur Erfüllung der gesteckten Lebensziele, gerät der Mensch in eine Krise, die je nach Lebensssituation, vorhandenen Vorstellungen und Lebenserfahrungen und inneren Wünschen auch unlösbare Angstvorstellungen auslösen können. Man ist in einer Sackgasse gelandet. Man fühlt sich der Situation ausgeliefert und von anderen Mächten bedroht und ferngesteuert.

Entscheidend ist, dass alles, was einem bisher geholfen hat, nicht mehr hilft.
So können sich innere Wünsche und das Selbstbild und die Vorstellungen von der Realität vollkommen ausschließen oder der
betreffende Kranke hat auf Grund seiner Lebenserfahrung einander wiedersprechende Realitätsvorstellungen. Häufig werden solche widersprüchlichen Vorstellungen irgendwann durch neue Erfahrungen aufgehoben. Aber nicht immer ist das möglich, dann nicht, wenn grundsätzliche Glaubenssätze ein Austausch der aus Erfahrungen gewonnenen Lebensvorstellungen verhindert. Die neuen Erfahrungen werden zwar aufgenommen, stehen aber im Widerspruch zu den alten Verhaltensmaximen und Vorstellungen. Dilemmas und Hemmungen sind vorprogammiert. Deshalb glaube ich, dass man seine bewußten und unbewußten Lebensmaximen und Prinzipien daraufhin überprüfen sollte, ob sie adäquates Verhalten fördern oder verhindern. Manche liebgewordenen Vorstellungen, auch wenn sie noch so heilige Kühe sind, sollte man schleunigst aufgeben.

Was man aber nicht aufgeben darf, ist dasjenige, was man als Erfüllung des eigenen Lebens empfindet. Jeder Mensch hat den Wunsch sich so ins Leben einzubringen, dass er Erfüllung findet. Die falschen Vorstellungen aber von dem, was das wahre Leben ist, sind es, die den Weg zur Erfüllung verstellen.

MFG
Reinhard


181
Betreff: Neue URL und E-Mail-Adresse
Datum: Mon, 29 Oct 2001 09:48:36 +0100

Liebe Leser des Leserforums!

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, gibt es für diese Homepage
eine neue URL-Adresse und eine neue Kontakt-E-Mail, nämlich:
           Pahaschi@nexgo.de

Dieser Schritt war aus Kostengründen fällig geworden. Ansonsten
bleibt alles beim alten. Die alten Compuserve-Seiten bleiben noch
eine Weile aktiv, werden aber nicht mehr aktualisiert.

Die Umfrage auf der Tagebuch-Seite funktioniert jetzt anonym,
ohne E-Mail-Übertragung.
Bitte aktualisiert eure Lesezeichen und Favoriten und, falls vorhanden,
eure Hyperlinks auf diese Seiten.

Mit freundlichen Grüßen verbleibt
Euer Bodo


180
Betreff: Leserforum / neuroleptika - vorbeugend gegen psychosen??
Datum: Sat, 27 Oct 2001 21:50:52 +0200

hallo,

ich hoffe. hier einige argumente pro/contra zu bekommen. situation ist folgende: wegen konzentrationsschwieigkeiten und allgemeiner nervosität/unruhe kam ich in ein früherkennungszentrum (www.fetz.org). hier wurde nach tests und gesprchen festgestellt, dassich wohl ein erhöhtes risiko habe, an einer psychose zu erkranken. zuerst wurde mir solian verschrieben (100 mg). da das irgendwie keine bsserung brachte, jetzt seroquel (100 mg). allerdings bin ich diesen dingen sehr skeptisch eingestellt, da sie ja doch sehr tief im gehirn eingreifen. im moment geht es mir schlecht, ich bin vor allem sehr gefühllos und fühlemich ziemlich eingeengt. das könnten symptome der krankheit sein, oder aber, was ich herglaube, der einfluss der medikamente. eigentlich sind die ja für die akute behandlung bei einer ausgebrochenen psychose gedacht und weniger zur vorbeugung, oder? natürlich habe ich auch mit nenebnwirkungen zu kämpfen (schwindel, gewichtszunahme, msukelsteifheit, -einengung usw...) das risiko der spätdyskinesien gibt es ja auch (und anscheinend soll das vorbeugend über monate und jahre gehen).

hat mir jemand eigene erfahrungstipps pro/contra? am liebsten würde ich alles sofort absetzen. ich denke einfach, wenn eine psychose auftritt, dann sind medikamente das kleiner e übel - aber so?? (das solian war übigesn im rahmen einer studie, die 2! jahre gehen sollte - nur zur vorbeugung wohlgemerkt..).
mir ist eben nicht ganz geheuer, wo diese medikamente einreifen - dämpft das nicht alles (auch die gefühle??). schliesslich wird doch die weitergabe eines botenstoffes gehemmt.

würde mich über reaktionen freuen (auch gerne per email..)

xxx
(bin übrigens 27..)


179
Subject: Leserforum
Date: Fri, 26 Oct 2001 18:09:11 +0200

Hallo!

Ich hatte vor zwei Jahren zwei Psychosen.

Mein damaliger Klinik-Psychologe erläuterte mir, daß man beim Entstehen einer Psychose von einem sogenannten "point of no return" spricht, also eine Schwelle, ab der man die Psychose nicht mehr (so einfach) stoppen könne. Genauso passierte es auch bei mir, ich hatte dann Erlebnisse wie Erkenntnisse über mich selbst, Gott und die Welt, alles auf mich bezogen, überwältigende Sinneseindrücke, Verfolgungswahn usw.

Doch in meiner zweiten Psychose habe ich nach etwa zwei Tagen, morgens nach dem Aufstehen, eine weitere Grenze überschritten. Ich befand mich in einer Art "Kreis", hatte auf eine gewisse Weise kein "Ich" mehr, die "Welt" war nicht mehr vorhanden. Ich erlebte Extreme, die sich kreisförmig wiederholten: ich hörte einen extrem lauten Knall, dann wurde es unendlich leise. Ich sah einen Kreis, der völlig schwarz wurde und sich anschließend Richtung weiß entwickelte. Ich lief (gedanklich und begann auch, es zu tun) zu einer jungen, schönen, weit entfernten Frau und dann zu einer älteren Frau in der Nachbarschaft. Und dann wiederholte es sich. Dabei bewegte ich mich hektisch und sprach zeitweise Zahlen und Begriffe vor mich hin.

Es war zum einen unendlich schön und zum anderen furchtbar schrecklich. Es dauerte vielleicht 5 - 15 Minuten, ich weiß es nicht, weil es für mich in diesem Zustand auch keine "Zeit" mehr gab. Ich war "ausgeliefert", hatte das Gefühl, daß ich an diesem "Ort" schon einmal war, obwohl ich nicht weiß, wann und wo.

Hat jemand ähnliches erlebt?

Viele Grüße
Q                    e-mail: QKontinuum@tiscalimail.de


178
Subject: Leserforum
Date: Wed, 17 Oct 2001 15:09:20 +0200

Hallo,

Ich habe heute das erste mal das Leserforum entdeckt und ich finde es genial!!!!! Mein Mann (34) ist vor einem Jahr (nach einer Familien Aufstellung) das erste mal an einer Psychose erkrankt. Kaum aus der Klinik, fiel er in eine schwere Depression. Er bekam Antidepres. auch fanden wir einen guten Arzt wo er seine schwierige Vergangenheit aufarbeiten kann. Im März sagte mein Mann "ich bin aus der Depression draussen" sagt's und fiel 4 Tage später in eine neue Psychose! Die Diagnose: Schizoaffektive Störungen.

Vom April-August nahm er zuerst 10, dann 5 mg Zyprexa. Aber sein Zustand war nie stabil, alle 3-4 Wochen fiel er in eine Art Depression die 5-10 Tage anhielt mit akuten Selbstmordgedanken. Im Sept. wechselte der Arzt zu 200 mg Solian. Von da an konnte Marcel nicht mehr schlafen, es ging ihm immer schlechter. Kurz, er war auf bestem weg in die nächste Psychose. Die Arzt erhöhte sofort das Solian. Und verordnete Imovane, ein Schlafmittel. Da der Schlaf aber nicht viel besser wurde, wechselten wir wieder auf Zyprexa. Marcel ist seit Wochen krankgeschrieben. Zu sagen ist noch, dass er immer ausser in den Klinikaufenhalten gearbeitet hat.

Alles ist jetzt ein Jahr her und wir sind nicht weiter!!!!!! Marcel ist von Beruf Landmasch.Mech. Seit den Psychosen kann er sich nicht mehr konzentrieren, macht Fehler im Betrieb, er ist total verunsichert. Im Frühling joggte er noch (wegen der Gewichtszunahme des Zyprxa) jetzt mag er nicht mal mehr den Alltag bewältigen. Wir fragen uns wie es weitergeht, kann er jemals wieder in seinem Beruf arbeiten???? Wir wissen jetzt auch dass die Vergesslichkeit, Konzentrationslosigkeit, kurz das Fehlen des vernetzten Denkens nicht von den Medis, sondern von der Krankheit her rührt.

Unsere Fragen: Wer hat diese Krankheit später, also nach dem Alter von 30 Jahren bekommen? Wie geht er in der Arbeit damit um? Kann er seinen Job überhaupt noch ausüben? Wird die Konzentrationslosigkeit jemals wieder besser? Wie gehen Lebensparner mit der Situation um? (wir haben 3 Kinder!)

Wir freuen uns über jede Mail:
fam.dequervain@bluewin.ch


177
Subject: Leserforum
Date: Fri, 12 Oct 2001 00:55:09 +0200

Zum Beitrag 173 - Solian

Ich nehme seit knapp 2 Jahren zur Rückfallprophylaxe tägl. zwischen 50-100 mg Solian und vertrage es recht gut, jedenfalls im Vergleich zu den anderen Neuroleptika, die ich bisher schon genommen habe (Risperdal/Nipolept/Zyprexa). Auf Risperdal lief ich herum wie eine aufgezogene Puppe, mit Nipolept litt ich unter schwersten Depressionen und unter Zyprexa habe ich 13 kg zugenommen. Mit Solian geht es mir relativ normal. Ich leide zwar schon noch unter einigen Einschränkungen sowohl mentaler als auch emotionaler Art (Konzentrationsstörungen, Mängel im abstrakten Denken, Zerstreutheit, Gefühlsarmut, gleichgültige Grundstimmung u.a.m.), kann aber nicht mit Bestimmtheit sagen, ob das Nebenwirkungen von Solian oder einfach Symptome der psychotischen Erkrankung sind. Mein Psychiater nennt diese Phänomene "Residualsymptome", aber ich habe im Laufe meiner 7jährigen 'Erkrankungsgeschichte gelernt, den Einschätzungen von Psychiatern mit einer gewissen Skepsis zu begegnen und mich wieder mehr auf mich selbst und meine Empfindungen zu verlassen. Um letztendlich herauszufinden, ob die genannten Einschränkungen Nebenwirkungen sind, müßte ich das Solian absetzen und sehen, ob Denken und Gefühl wiederkehren. Das strebe ich langfristig auch an, im Moment fühle ich mich dazu aber noch zu instabil und will keinen neuen Schub riskieren. Da lebe ich lieber noch eine Weile mit dem kleineren Übel Solian.

Ich nehme das Solian auf Empfehlung meines Psychiaters morgens, da es anregend sein soll. Es wird dem Solian auch eine antidepressive Wirkung nachgesagt. Allerdings ist es nicht geeignet zur Behandlung positiver Symptome, es ist mehr beim Vorherrschen einer sog. Negativsymptomatik und als Rückfallverhütung angezeigt. Im Netz stehen zahlreiche Einträge zu Solian zur Verfügung, man kann sie über eine Suchmaschine abrufen (z.B. über Google). Summa summarum habe ich in meinem Umfeld vorwiegend positive Äußerungen über Solian gesammelt, während z.B. alle mir direkt oder indirekt bekannten Betroffenen bei Zyprexa über eine erhebliche Gewichtszunahme berichten (wobei Zyprexa ansonsten aber auch gut vertragen wird).

Deshalb, lieber Ronald, würde ich Dich ermuntern, es mal mit Solian zu probieren, vorausgesetzt Du steckst nicht mitten in einem akuten Schub. Was hast Du zu verlieren? Wenn es Dir nicht gut bekommt, kannst Du ja immer noch zu Zyprexa zurückkehren.

Das Doofe an diesen ganzen Neuroleptikageschichten ist die Tatsache, daß sie höchst individuell wirken und man im voraus gar nicht sagen kann, wie ein bestimmtes Individuum darauf anspricht. Man braucht als Betroffener einen langen Atem und einen gewissen Experimentiermut, bis man etwas gefunden hat, was halbwegs verträglich ist, jedenfalls mir im Laufe meiner 7jährigen Krankheitsgeschichte so ergangen. Man braucht auch Selbstbewußtsein, um einem Psychiater in aller Deutlichkeit klar zu machen, wenn man das sichere Gefühl hat, daß man etwas nicht verträgt und es demzufolge auch nicht weiter einnehmen will. Man darf sich dabei auch nicht von der vermeintlichen Autorität des Psychiaters einschüchtern lassen, sondern muß sich vor Augen halten, daß die Kriterien, nach denen der Psychiater ein bestimmtes Medikament auswählt, oft willkürlich, oberflächlich oder gewohnheitsbedingt sein können. Man sollte sich auch nicht scheuen, den Arzt direkt zu fragen, warum er gerade das verschreibt, was er verschreibt.

Es gibt inzwischen eine so breite Auswahl an verschiedenen Neuroleptika, daß man eine reelle Chance hat, darunter ein individuell geeignetes zu finden. Bei der Suche danach hat man eine gewisse Mitverantwortung und daraus ergibt sich, daß man den behandelnden Psychiater in aller Eindringlichkeit mit den erlebten Unverträglichkeiten konfrontiert und Alternativen fordert. Wenn der Arzt darauf nicht eingeht und sich unflexibel zeigt, sollte man einen Arztwechsel in Erwägung ziehen.

Ich möchte an dieser Stelle alle Betroffenen, die dieses Forum lesen, ermutigen, ihre Mißempfindungen, die sie im Zusammenhang mit Neuroleptika haben, genau zu beobachten und so klar als möglich dem Arzt gegenüber zu artikulieren und zwar mit Nachdruck. Hätte ich selbst das nicht mit Beharrlichkeit getan, würde ich heute noch als Risperdal-Zombie durch die Gegend tippeln und aus Scham vor den befremdeten Blicken meiner Mitmenschen am liebsten nicht mehr aus dem Hause gehen.

In diesem Sinne

Gabriele



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